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Auge

Das Auge (lat.: „oculus“) ist das wichtigste und zugleich komplexeste Sinnesorgan des Menschen. Es dient der Wahrnehmung von Lichtreizen und ist Teil unseres visuellen Systems. Der Mensch braucht zwei funktionsfähige Augen, um räumlich zu sehen und Entfernungen richtig einschätzen zu können. Der Lichtreiz als Ursprung wird vom Auge aufgenommen, gebündelt, mithilfe der Netzhaut in Nervenreize umgewandelt, weiterverarbeitet und ans Gehirn gesendet. Bei Menschen, bei denen das Auge nicht im vollem Umfang leistungsfähig ist, kann es zu Fehlsichtigkeiten kommen.

Aufbau des Auges

Als visuell orientiertes Lebewesen ist der Mensch auf einen funktionierenden Sehsinn angewiesen. Das Sehen hilft nicht nur bei der Orientierung, sondern unterstützt uns Menschen auch dabei, Mimik und Gestik des Gegenübers zu deuten oder richtig einzuschätzen. Mit insgesamt 10 Millionen Informationen pro Sekunde vermittelt das Auge mehr Eindrücke als jedes andere Sinnesorgan. Damit diese Vielzahl an Informationen fehlerfrei ans Gehirn weitergeleitet werden, müssen die einzelnen Augenbestandteile bis ins Detail aufeinander abgestimmt sein und perfekt zusammenarbeiten. Entsprechend hochkomplex sind die Anatomie und Funktion des Auges.

Das Auge kann grob in den Augapfel (Bulbus oculi) und Anhangsorgane, wie Augenlider, Bindehaut, Augenmuskulatur oder Tränenapparat unterteilt werden. Die Anhangsorgane sind für den störungsfreien Ablauf des Sehvorgangs zuständig und steuern zum Beispiel die Krümmung der Linse.

Abbildung eines Auges mit Beschriftung
© Alila Medical Media / Fotolia

Der Augapfel

Der menschliche Augapfel besitzt einen Durchmesser von ca. 2,5 Zentimetern und sitzt tief geschützt in der Augenhöhle des Schädelknochens. Er hat eine nahezu kugelförmige Form und wird nach vorne vom Ober- und Unterlid geschützt.

Der Augapfel wird von drei Schichten umschlossen, die ihn schützen:

  •  Äußere Augenhaut (Tunica fibrosa bulbi) mit den Bestandteilen Hornhaut und Lederhaut. Sie dient der Schutzfunktion des Auges, der Brechung der eintreffenden Lichtstrahlen und ist das „Fenster“ des Auges.
  • Mittlere Augenhaut (Tunica media bulbi oder Uvea) mit den Bestandteilen Iris, Ziliarkörper und Aderhaut. Sie ist für die Nährstoffversorgung der Netzhaut (Retina) verantwortlich und sorgt mittels der Vergrößerung oder Verkleinerung der Pupille für die Anpassung des Auges an verschiedene Entfernungen (Akkommodation).
  • Innere Augenhaut (Tunica interna bulbi), die von der Netzhaut des Auges (Retina) gebildet wird. Diese kleidet den Augapfel von innen aus und ist für die Umwandlung des einfallenden Lichtes in elektrische Reize zuständig.

Zudem kann der Innenraum des Augapfels in zwei Bereich aufgeteilt werden. Zu dem vorderen Bereich gehören die Augenlinse und die vordere und hintere Augenkammer. Der hintere Bereich ist gleichzusetzen mit dem Glaskörper des Auges.

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Die Hornhaut

Die Hornhaut (Cornea) gilt auch als Fenster des Auges und nimmt eine entscheidende Rolle für die Funktionsweise des Auges ein. Sie besteht aus fein verwobenen Kollagenfasern, die eine glasklare Kuppel bilden. Die Hornhaut bricht und bündelt die einfallenden Lichtstrahlen mit einer Brechkraft von ca. 43 Dioptrien so, dass diese auf der Netzhaut ein Bild erzeugen.

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Die Lederhaut

Die charakteristisch weiße, undurchsichtige Lederhaut (Sklera) schützt den empfindlichen Augapfel vor äußeren Einflüssen und umschließt diesen fast vollständig. Zudem wirkt sie dem Augeninnendruck entgegen und stellt sicher, dass das Auge seine Form beständig halten kann. Die Lederhaut reicht dabei vom Rand der Hornhaut bis zur Austrittsstelle des Sehnervs (Nervus opticus).

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Die Regenbogenhaut

Die pigmentierte Regenbogenhaut (Iris) ist der vorderste Teil der mittleren Augenhaut (Uvea) und hat einen Durchmesser von ca. 11-12 Millimetern. Sie ist zuständig für die Regulation des Lichteinfalls ins Auge und hat die Fähigkeit durch die Kontraktion und Entspannung der Pupillenmuskeln den Durchmesser der Pupille zu verändern. Sie funktioniert quasi wie die Blende einer Kamera.

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Die Pupille

Die Pupille ist ein schwarzer kreisförmiger Punkt in der Mitte des Auges, der von der Iris umschlossen ist. Durch die natürliche Öffnung kann Licht ins Innere des Auges fallen. Durch spezielle Muskeln hat die Pupille die Fähigkeit sich an die herrschenden Lichtverhältnisse anzupassen. So kann ihre Weitung zwischen etwa 1,5 Millimeter am helllichten Tag und rund 8-12 Millimeter in dunkler Nacht variieren.

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Die Augenlinse

Die Augenlinse (med.: Lens crystallina; lat.: Phakos) bricht und bündelt die durch die Pupille einfallenden Lichtstrahlen so, dass diese ein scharfes Bild auf der Netzhaut des Auges projizieren. Sie funktioniert wie eine Sammellinse und zeichnet sich durch ihre elastische Struktur aus. Mit Unterstützung der Ziliarmuskeln wird die Brechkraft der Augenlinse so geändert, dass sowohl weit entfernte als auch nahe liegende Gegenstände fokussiert werden können (Akkommodation).

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Der Ziliarkörper

Der Ziliarkörper (Corpus ciliare) ist eine ringförmige Struktur, die im Wesentlichen aus Bindegewebe besteht. Er stellt den Übergang zwischen Iris und Aderhaut dar und ist ein Muskel, über den die Brechkraft der Augenlinse angepasst werden kann. Somit nimmt der Ziliarkörper eine wichtige Rolle bei der Fokussierung von Objekten in unterschiedlichen Entfernungen ein. Zudem ist er für die Produktion des Kammerwassers zwischen Hornhaut und Augenlinse zuständig.

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Die Augenkammer

Die Augenkammern sind zwei Hohlräume des Augapfels, die mit Kammerwasser gefüllt sind und sich im vorderen Teil des Auges befinden. Das Kammerwasser dient der Ernährung der Linse und Hornhaut des Auges. Darüber hinaus helfen die Augenkammern die Form des Auges zu stabilisieren.

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Der Glaskörper

Beim Glaskörper (Corpus vitreum) handelt es sich um eine gelartige und durchsichtige Masse, die das Augeninnere zwischen Linse und Netzhaut ausfüllt. Er besteht im Wesentlichen aus Wasser (98 %) und zu zwei Prozent aus einem Mix von Kollagenfasern und Hyaluronsäure. Gemeinsam mit der Hornhaut, der Augenlinse und dem Kammerwasser bilden der Glaskörper den sog. dioptrischen Apparat.

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Die Netzhaut

Die Netzhaut (Retina) ist die lichtempfindliche, mehrschichtige, innere Auskleidung des Auges. Sie grenzt innen an den Glaskörper und liegt außen an der Aderhaut des Auges an. Die etwa 125 Millionen Sehnervenzellen der Netzhaut sind darauf spezialisiert, einfallendes Licht in Nervenimpulse umzuwandeln und an den Sehnerv weiterzuleiten. Dabei dienen spezielle Zapfen-Rezeptoren zur Wahrnehmung des Farbsehens und spezielle Stäbchen-Rezeptoren zur Wahrnehmung des Hell-Dunkel-Sehen.

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Die Makula

Die Makula, auch gelber Fleck (Makula lutea) genannt, ist die Stelle der Netzhaut, die die größte Dichte an farbempfindlichen Sehzellen aufweist. Sie liegt im Zentrum der Netzhaut und hat einen Durchmesser von etwa drei bis fünf Millimeter. Das Zentrum der Makula wird von der Sehgrube (Fovea centralis) gebildet, an dessen Stelle die feinste räumliche Auflösung beim Sehen möglich ist.

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Der Sehnerv

Der Sehnerv (Nervus opticus) dient als direkte Verbindung zwischen Auge und Gehirn. Er leitet einfallende Lichtreize von der Netzhaut des Auges zum Sehzentrum in der Großhirnrinde weiter. Der Nerv besteht aus mehr als einer Million Nervenfasern und ist rund viereinhalb Zentimeter lang. Sein spezieller Aufbau ermöglicht es, jede Bewegung der Augen flexibel mitzumachen. Die Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut wird auch als Papille oder blinder Fleck bezeichnet.

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Die Aderhaut

Die Aderhaut (Choroidea) ist der größte Abschnitt der mittleren Augenhaut und versorgt die Netzhaut mit wichtigen Nährstoffen. Aufgrund ihrer zahlreichen Gefäße ist sie das am stärksten durchblutete Gewebe des Auges. Sie befindet sich in den hinteren zwei Dritteln des Glaskörpers, zwischen Netzhaut und Lederhaut und geht am vorderen Auge in Ziliarkörper und Regenbogenhaut über.

Die Augenlider

Die Augenlider (Palpebra) bestehen aus Drüsen, Bindegewebe und Muskeln und bilden die vordere Begrenzung der Augenhöhle. Durch regelmäßige Lidschläge sorgen sie dafür, dass die Tränenflüssigkeit über die Binde- und Hornhaut des Auges verteilt wird. Mithilfe des sogenannten Lidschlussreflex schützen die Augenlider das Auge außerdem vor Fremdkörpern, grellem Licht oder äußeren Einwirkungen.

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Die Tränendrüse

Die Tränendrüse (Glandula lacrimalis) produziert einen Großteil der Tränenflüssigkeit und schützt den Augapfel vor dem Austrocknen. Sie ist etwa mandelgroß und liegt oberhalb des Auges innerhalb der Augenhöhle. Über die Ausführungsgänge der Tränendrüse gelangt die produzierte Tränenflüssigkeit in einen Bindehautsack am Auge und wird per Lidschlag über das Auge verteilt.

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Die Augenhöhle

Als Augenhöhle (Orbita) bezeichnet man eine tiefe Grube im menschlichen Schädel, in der das Auge und die Anhangsorgane des Auges liegen. Die Grube ist ca. vier bis 5 Zentimeter tief, mit Fettgewebe ausgekleidet und setzt sich aus sieben verschiedenen Knochen zusammen. Durch mehrere Öffnungen können die Nerven, Blutgefäße und der Tränengang des Auges in die Augenhöhle ein- und austreten.

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Von |2019-02-25T13:28:36+01:002. Februar 2019|
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