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Auge - Nahaufnahme
© morganka / Fotolia

Auge

Das Auge (lat. „oculus“) ist das wichtigste und zugleich komplexeste Sinnesorgan des Menschen. Es dient der Wahrnehmung von Lichtreizen und ist Teil unseres visuellen Systems. Der Mensch brauch zwei funktionsfähige Augen um räumlich zu sehen und Entfernungen richtig einschätzen zu können. Der Lichtreiz als Ursprung wird vom Auge aufgenommen, gebündelt, mithilfe der Netzhaut in Nervenreize umgewandelt, weiterverarbeitet und ans Gehirn gesendet. Bei Menschen, bei denen das Auge nicht in vollen Umfang leistungsfähig ist, kann es zu Fehlsichtigkeiten kommen.

Anatomie

Man kann das Auge grob in den Augapfel (Bulbus oculi) und die Anhangsorgane, wie z.B. Augenmuskel und Augenlider, unterteilen. Alle Bestandteile befinden sich in der Augenhöhle (Orbita) des Schädelknochens.

Beim Augapfel unterscheidet man drei Schichten:

Der Innenraum des Augapfels enthält des Weiteren den Glaskörper und die Linse und wird zur weiteren Unterscheidung in die vordere und hintere Augenkammer unterteilt. Gemeinsam mit der Hornhaut und dem Kammerwasser bilden der Glaskörper und die Linse zudem den sog. dioptrischen Apparat, der das scharfe Sehen ermöglicht.

Abbildung eines Auges mit Beschriftung
© Alila Medical Media / Fotolia

Funktionen der Augenbestandteile

Die äußere Augenhaut, mit ihren Bestandteilen Leder- und Hornhaut, dient der Schutzfunktion des Auges, der Brechung der eintreffenden Lichtstrahlen und ist das „Fenster“ des Auges.

Die mittlere Augenhaut ist für die Nährstoffversorgung der Netzhaut (Retina) verantwortlich und sorgt mittels der Vergrößerung oder Verkleinerung der Pupille für die Anpassung des Auges an verschiedene Entfernungen (Akkommodation).

Die innere Augenhaut (Retina) kleidet den Augapfel von innen aus und ist für die Umwandlung des einfallenden Lichtes in elektrische Reize zuständig.

Enstehung eines scharfen Bildes im Auge

Die Erzeugung eines Seheindrucks ist ein komplexer Vorgang, bei dem die verschiedenen Augenbestandteile und das Gehirn eng zusammen arbeiten müssen. Ein normal großes Auge misst etwa 2,5 Zentimeter im Durchmesser. Der Augapfel befindet sich in der Augenhöhle und kann durch insgesamt sechs Muskeln in verschiedene Richtungen bewegt werden. Die äußere Schutzschicht des Auges bildet die Hornhaut. Sie bewahrt das Auge vor Verletzungen und negativen Umwelteinflüssen. Zugleich verfügt die Hornhaut über die höchste Brechkraft (43 Dioptrien) innerhalb des Auges. Einfallende Lichtstrahlen werden hier so umgelenkt, dass sie sich auf der Netzhaut konzentrieren. Einen Teil der erforderlichen Brechung übernimmt zudem die Linse. Ein normalsichtiges Auge ist ohne Unterstützung in der Lage, die einfallenden Lichtstrahlen auf den Brennpunkt der Netzhaut des Auges zu leiten. Dieser befindet sich auf dem sogenannten Gelben Fleck, der auch als Makula bezeichnet wird. Es handelt sich um einen etwa fünf Millimeter großen Punkt auf der Netzhaut, an dem die Konzentration von Sehzellen besonders hoch ist. Die ankommenden Lichtstrahlen werden dort, nach dem Durchtritt von Hornhaut, Pupille, Linse und Glaskörper, in elektrische Signale umgewandelt und über den Sehnerv zum Gehirn weitergeleitet.

Fehlsichtigkeiten und ihre Ursachen

Die am weitesten verbreiteten Fehlsichtigkeiten, die Kurz- bzw. Weitsichtigkeit, haben ihre Ursache in einer falschen Position des Brennpunktes. Die Brechkraft der Hornhaut und der Linse kann zu groß oder zu klein sein, sodass der Brennpunkt nicht auf der Netzhaut des Auges erzeugt wird. Daneben kann es vorkommen, dass das Auge nicht vollkommen rund und gleichmäßig geformt ist, sondern einige Millimeter zu kurz oder zu lang. Schon kleine Abweichungen in der Form des Auges führen dazu, dass ein scharfes Bild vor der Netzhaut oder erst dahinter entsteht. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten in der Form oder Beschaffenheit der Hornhaut, dann spricht der Augenarzt von einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Diese kann dazu führen, dass ins Auge einfallende Lichtstrahlen fehlerhaft gebrochen und nicht gebündelt werden.

Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit
© Alila Medical Media / Fotolia

Erkrankungen des Auges

Es gibt eine Reihe von Augenkrankheiten, die sich negativ auf die Sehleistung auswirken und im schlimmsten Fall sogar zum Verlust des Augenlichts führen können. Die meisten Erkrankungen lassen sich, sofern sie rechtzeitig entdeckt werden, gut therapieren. Zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen des Auges gehören die Bindehautentzündung, der Graue Star, der Grüne Star, die Netzhautablösung und die altersbedingte Makuladegeneration. Weil die Früherkennung bei allen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt, sollten die Augen regelmäßig beim Augenarzt untersucht werden.

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Von |2018-10-10T11:14:40+00:009. Oktober 2018|
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