Makula (Gelber Fleck): Aufbau, Funktion & Erkrankungen

Makula (Gelber Fleck)
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Als Gelber Fleck (lat.: macula lutea) oder Makula bezeichnet man eine Stelle im hinteren, zentralen Bereich der Netzhaut, die die höchste Dichte an farbempfindlichen Sehzellen (Zapfen) aufweist. Außerdem ist die Makula der Ort, durch den die Sehachse des Auges verläuft. Das heißt, Objekte, die wir fokussieren, werden genau dort scharf abgebildet. Aus diesem Grund nennt man den Gelben Fleck auch Ort des schärfsten Sehens.

Aufbau

Die Macula lutea hat einen Durchmesser von etwa 2,5 bis 5 Millimeter. Die gelbliche Färbung des Areals wird durch die eingelagerten Pigmente Lutein und Zeaxanthin hervorgerufen, ist bei lebenden Menschen aber wenig auffällig.

  • Im Zentrum des Gelben Flecks befindet sich die trichterförmig vertiefte Fovea centralis (Sehgrube). In diesem etwa 1,5 Millimetern großen Bereich steigt die Anzahl schlank gebauter farbempfindlicher Sehzellen (Zapfen) noch einmal an. Die mehr als 140.000 Zapfenzellen pro Quadratmillimeter sind meisten 1:1 mit zugeordneten retinalen Ganglienzellen verschaltet und ermöglichen so das scharfe Sehen. Die feinste räumliche Auflösung findet vornehmlich in der nur etwa 0,35 mm im Durchmesser messenden Foveola inmitten der Fovea centralis statt.
  • Die Sehgrube selbst wird von einem etwa 0,5 Millimetern schmalen Ring (sog. Parafovea) umgeben. In dieser Übergangszone befinden sich sowohl Zapfen als auch Stäbchen. Letztere sind für das Hell-Dunkel-Sehen zuständig
  • Der äußere Ring der Makula wird auch Perifovea genannt. Dieser, etwa 1,5 mm breite Rand, ist fast ausschließlich mit Stäbchen und nur wenigen Zapfen besetzt und für das Scharfsehen während der Dämmerung oder Dunkelheit zuständig.
 
Makula
© Alila Medical Media / Fotolia

Funktion der Makula

Besondere Bedeutung hat der gelbe Fleck für die Wahrnehmung von Farben. Im Bereich der Makula ist die Zahl der farbsensitiven Zapfen besonders hoch. Beim Menschen unterscheidet man drei verschiedenen Typen: S-, M- und L-Zapfen. Je nach Typ decken sie unterschiedlichen Bereiche des sichtbaren Farbspektrums ab. Die S-Zapfen decken den blauen Bereich des Farbspektrums ab, während die M-Zapfen ihr Absorptionsmaximum im grünen Bereich haben. Dieser Zapfentyp deckt als den Bereich zwischen blauem und orangem Licht ab. Die L-Zapfen gelten auch als Rotrezeptoren und decken den gesamten Bereich von gelbgrün bis zur Wahrnehmung von rot ab.

Insgesamt ist die Lichtempfindlichkeit der Zapfen deutlich geringer als die der Stäbchen – einer der Gründe, warum wir im Dunkeln praktisch keine Farben wahrnehmen können. Dann funktionieren beinahe ausschließlich die Stäbchen, die nur eine Schwarz-Weiß-Darstellung ermöglichen.

Erkrankungen der Makula

Es gibt unterschiedliche Erkrankungen der Makula, die für das Sehvermögen der Patienten erheblichen Folgen haben. Oft kommt es zu Problemen im zentralen Gesichtsfeld. Mögliche Veränderungen oder Erkrankungen der Makula sind zum Beispiel:

Bei allen aufgeführten Erkrankungen müssen in jedem Fall eine fundierte Diagnose und umfassendere Behandlung durch den Augenarzt erfolgen. Der Experte überprüft beispielsweise, ob es zu Rissen und Löchern in der Netzhaut gekommen ist, ob diabetische Veränderungen vorliegen oder ob sich Entzündungen zeigen. Je nach Befund kann eine Behandlung mit Medikamenten oder eine Operation erforderlich werden. Werden die Erkrankungen nicht oder zu spät behandelt, drohen unter Umständen irreparable Sehschäden bis hin zur Erblindung. Eine bloße Korrektur vermeidlicher Brechungsfehler der Augen durch eine Sehhilfe reichen nicht aus.

Ist der Brennpunkt nicht auf der Makula sieht man unscharf

Viele Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder auch Stabsichtigkeit kommen dadurch zustande, dass der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen wegen eines Brechungsfehlers nicht auf der Makula liegt. Wenn der Augenarzt den Korrekturbedarf ermittelt, kann der Optiker auf der Grundlage dieser Angaben eine passende Brille herstellen. Der Optiker schleift die Gläser dann so, dass sie die fehlerhafte Brechung des Auges ausgleichen. Auch Kontaktlinsen verfolgen das Ziel, den Brennpunkt wieder auf die Makula zu verlegen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass über den Sehnerv die entsprechenden Signale an das Gehirn weitergeleitet werden können.

Quellen:
Grehn, F.: Augenheilkunde, Springer-Verlag, 31. Auflage, 2012-
Schulte, E., Schumacher, U. & Schünke, M.: PROMETHEUS Kopf, Hals und Neuroanatomie, 3. Auflage, 2002.
Walter, P. & Plange, N.: Basiswissen Augenheilkunde, Springer-Verlag, 2017.

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