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Skotom (Gesichtsfeldausfall)

Als Skotom bezeichnet man den den teilweisen oder vollständigen Ausfall des Gesichtsfeldes durch Sehstörungen, die durch unterschiedliche Auslöser verursacht werden können. Die Bezeichnung „Skotom“ leitet sich vom griechischen Wort „skotos“, die Dunkelheit, ab. Dies beschreibt anschaulich, was bei einem Gesichtsfeldausfall passiert: Betroffene können im schlimmsten Fall nur noch Umrisse ihrer Umgebung wahrnehmen oder erblinden. Als Gesichtsfeld gilt der Bereich, den man beim geradeaus Blicken optisch erfasst – also alles, was man noch sieht, wenn man nicht nach links oder rechts, oben oder unten schaut. Bei einem Skotom handelt es sich um einen augenärztlichen Notfall der umgehend behandelt werden sollte.

Ursachen des Skotoms

Skotome gelten in der Regel als Symptome unterschiedlicher Augenkrankheiten. So kann etwa die Makuladegeneration, die Zerstörung der Netzhaut des Auges, zu Sehkraftverminderung und damit zu einem Ausfall des Gesichtsfeldes führen, ebenso die Netzhautablösung. Der Grüne Star (Glaukom) stellt auch eine häufige Ursache des Skotoms dar. Dabei kommt es aufgrund des erhöhten Drucks im Auge zu einer Zerstörung des Sehnervs und ebenfalls der Netzhaut. Auch Tumore oder Durchblutungsstörungen können ein Skotom zur Folge haben.

Zudem kann eine Erkrankung des Sehnervs zu einem Gesichtsfeldausfall führen, etwa durch eine Sehnervenentzündung, die Viren oder Bakterien hervorrufen können. Sehnervenentzündungen können zudem eine Folgeerscheinung von Multiplen Sklerose sein. Ein Sehnervenstau (Stauungspapille) verursacht ein Skotom durch Wassereinlagerung im Gewebe. Auch Kopfverletzungen und die Verletzung des Auges können einen Gesichtsfeldausfall auslösen.

Häufig wird ein Skotom auch durch eine Migräne mit Aura hervorgerufen. Dabei handelt es sich um ein neurologisches Symptom, das bei Betroffenen häufig ein Flimmerskotom hervorruft. Sie berichten von flackerndem Licht an den Seiten des Gesichtsfelds, das sich langsam ausbreitet. Daneben wird unterschieden zwischen dem migränebedingten positiven Skotom, bei dem zusätzliche Strukturen wahrgenommen werden, und der Fortifikation, bei der zickzackförmig erscheinende optische Strukturen auftreten.

Die Symptome eines Skotoms

Die häufigstes Symptome eines Gesichtsfeldausfalles sind Lichtblitze, plötzliche Farbveränderungen oder dunkle Flecken, die im Gesichtsfeld auftreten. Manche Betroffene klagen über tanzende Punkte „vor den Augen“. Im schlimmsten Fall wird kaum noch etwas wahrgenommen als die Umrisse der Umgebung, auch zur vollständigen Erblindung kann ein Skotom zeitweise führen. Da ein Auge den Gesichtsfeldausfall des anderen Auges bis zu einem gewissen Maße kompensieren kann, fällt Betroffenen ein Skotom oft erst relativ spät auf, in manchen Fällen wir es sogar erst durch den Augenarzt festgestellt.

Formen eines Skotoms

Man unterscheidet je nach Bereich und Ausmaß des Gesichtsfeldausfalls unterschiedliche Formen des Skotoms:

  • Bei einem relativen Skotom ist das Sehen undeutlich, nur Schemen werden wahrgenommen.
  • Das absolute Skotom dagegen stellt den vollständigen Verlust der Sehkraft in einem bestimmten Bereich des Gesichtsfeldausfalls dar.
  • Beim konzentrischen Skotom tritt die Verminderung der Sehkraft zunächst im Außenbereich der optischen Wahrnehmung auf und breitet sich dann ins Innere des Gesichtsfelds aus. Bei der Verzerrung werden Objekte im betroffenen Teil des Gesichtsfelds verzerrt oder verschwommen wahrgenommen.
  • Die Hemianopsie beschreibt den halbseitigen Gesichtsfeldausfall.
  • Beim homonymen Gesichtsfeldausfall handelt es sich um ein halbseitiges Skotom, das auf beiden Augen auf der gleichen Seite auftritt, beim heteronymen tritt der Gesichtsfeldausfall halbseitig bei beiden Augen auf unterschiedlichen Seiten auf.
  • Der Quadrantenausfall stellt den Ausfall eines Viertels des Gesichtsfeldes dar.

Therapie

Bei dem Verdacht auf ein Skotom sollten Betroffene umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Er macht sich ein Bild über die Ursachen und behandelt diese. Ein Test kann den Gesichtsfeldausfall nachweisen. Dazu wird das Gesichtsfeld beider Augen einzeln überprüft. Die sogenannte Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) funktioniert im Prinzip so, dass der Arzt ein Objekt von außerhalb in das Gesichtsfeld schiebt, also den Bereich, den die Augen erfassen (sollten). Dabei teilt der Patient mit, ab wann er dieses Objekt erkennen kann, sodass der Arzt sich eine Vorstellung des Gesichtsfeldes und dessen Ausfall machen kann. Sehhilfen, Medikamente oder auch Operationen können im besten Fall die Ursachen des Skotoms und damit den Gesichtsfeldausfall selbst beseitigen.

Oft tritt ein Gesichtsfeldausfall als Begleiterscheinung anderer Krankheiten wie etwa Bluthochdruck auf, die mit Medikamenten behandelt werden. Andere Ursachen wie die Makuladegeneration können dagegen weitgehend nicht beseitigt werden, hier kann höchstens der Verlauf der Krankheit verzögert werden.

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Von |2018-08-07T10:22:27+02:008. Juli 2018|
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