Sehstörungen: Symptome, Ursachen & Therapie

Sehstörungen
Pixabay
Anzeige
ocuvers wipes (700x160)

Als Sehstörungen werden krankhafte Veränderungen und Beeinträchtigungen der optischen Wahrnehmung bezeichnet. Dazu zählen zum Beispiel eine verminderte Sehschärfe, Augenflimmern, das Sehen von Doppelbildern oder Lichtblitzen und Gesichtsfeldeinschränkungen. Diese können vorübergehend oder dauerhaft auftreten und führen oft zu einer starken Verunsicherung bei den Betroffenen. Die unterschiedlichen Auslöser reichen von ungefährlichen Kreislaufbeschwerden, über Verletzungen oder Erkrankungen des Auges bis hin zu Tumoren. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über die Arten, Ursachen und Therapien von Sehstörungen.

Sehstörungen: Beschreibung

Der Begriff Sehstörungen ist der eher unspezifisch verwendete Oberbegriff für alle vorübergehenden oder dauerhaften Störungen der optischen Wahrnehmung. Diese sind weit verbreitet und können sowohl harmlose als auch ernsthafte Ursachen haben. Augenärzte verstehen unter Sehstörungen alle pathologischen Veränderungen des Sehvermögens und das unabhängig von deren Ursache. Diese können sich schleichend entwickeln oder auf einen akuten krankhaften Prozess hinweisen und ganz unvermittelt auftreten.


Sehstörungen: Arten

Es gibt verschiedene Arten und Variationen von Sehstörungen. Diese äußern sich zum Beispiel durch:

  • Die Wahrnehmung von Lichtblitze oder das „Schleiersehen “ treten etwa bei einem Netzhautriss oder einer Netzhautablösung auf.
  • Doppelbilder (Diplopie), die etwa durch Alkohol, Autoimmunerkrankungen wie Mulitiple Sklerose oder Störungen der Hirnnerven entstehen können.
  • Ein Augenflimmern (Flimmerskotom) kann Hinweis auf Migräne, Überanstrengung der Augen oder zu viel Stress sein.
  • Verschwommene und verzerrte Bilder sind oft erste Anzeichen einer Fehlsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung.
  • Komplette oder teilweise Ausfälle des Gesichtsfeldes (Skotome) können infolge eines Grünen Stars oder eines Tumors auftreten.
  • Die sogenannten Mouches volantes („fliegenden Mücken“) sind meist harmlos und rühren von Trübungen des Glaskörpers her.
  • Störung der Farbwahrnehmung sind erworben (Glaukomanfall oder Vergiftung) oder angeboren (angeborene Rot-Grün-Sehschwäche)
  • Sehstörungen im Dunkeln (Nachtblindheit) können durch eine vererbte Retinitis pigmentosa, Netzhautablösung oder ein Vitamin-A-Mangel verursacht werden.
  • Angeborene oder erworbene Blindheit, letztere vor allem als Folge einer Makuladegeneration oder von Krankheiten, Verletzungen und Entzündungen des Gehirns.

Alle Sehstörungen können sich vorübergehend oder lang anhaltend zeigen. Betroffene Patienten sollten in jedem Fall immer einen Augenarzt kontaktieren, um die genauen Ursachen sicher abklären zu lassen. Gerade dann, wenn die Sehstörungen länger andauern oder wiederholt auftreten bedarf es der Behandlung durch einen Facharzt.


Sehstörungen: Ursachen

Sehstörungen können zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben. Dabei kann man grob zwischen Sehstörungen deren Ursache im Auge liegen und Sehstörungen, deren Ursachen nicht im Auge liegen, unterscheiden. So können zum Beispiel kurz anhaltende Sehstörungen bei einem Kreislaufkollaps, einem Migräne-Anfall oder einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) entstehen. Länger anhaltende Sehstörungen können unter anderem vom einer Entzündung des Sehnervs, Venen- oder Arterienverschlüsse oder Blutung im Glaskörper des Auges ausgelöst werden.

Ursachen im Auge

  • Fehlsichtigkeit: Zu den wichtigsten Auslösern für Sehstörungen gehören alle Arten einer refraktiven Fehlsichtigkeit. Vor allem Kurz- und Weitsichtigkeit sind weit verbreitet und führen zu einer Abnahme der Sehschärfe und verschwommenen Sehen. Im Alter kann es zudem zu einer Altersweitsichtigkeit kommen, in deren Folge wahrgenommene Bilder aufgrund des Elastizitätsverlustet der Augenlinse unscharf wahrgenommen werden.
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus): Hierbei wird die Sehstörung dadurch verursacht, dass die Hornhaut ungleichmäßiger gekrümmt ist als normal. Einfallende Lichtstrahlen werden stärker gebrochen als bei Normalsichtigen. Betroffene sehen in der Folge unscharf oder verzerrt.
  • Schielen (Strabismus): Die häufigste Sehstörung beim Schielen ist das Sehen von Doppelbildern (Diplopie). Dabei beruht die Abweichung eines oder beider Augen von der geforderten Blickrichtung entweder auf Lähmungen der Augenmuskulatur oder nicht erkennbaren Ursachen.
  • Altersbedingte Makuladegeneration: Sehstörungen aufgrund einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) sind weit verbreitet. Bei dieser Erkrankung gehen die Sehzellen in der Mitte der Netzhaut (Makula) zugrunde. Bei der trockenen AMD hat dies eine zunehmende Sehverschlechterung, bei der feuchten AMD zusätzlich ein verzerrtes Sehen zur Folge. Ohne ausreichende Behandlung der AMD droht eine Erblindung.
  • Grüner Star (Glaukom): Der Begriff Glaukom bezeichnet eine Reihe von Augenerkrankungen, die alle eine irreversible Schädigung des Sehnervs zur Folge haben. Typische Symptome bei Betroffenen sind Sehstörungen wie Gesichtsfeldausfälle, Verlust der Sehschärfe und des Kontrastsehens oder zunehmende Lichtscheue.
  • Grauer Star (Katarakt): Bei einer Katarakt kommt es überwiegend bei Personen über 60 Jahren zu Linsentrübungen sowie Brechungsunregelmäßigkeiten der Augenlinse. Diese lösen Sehstörungen wie verschleiertes Sehen, unscharfes oder verzerrtes Sehen und eine vermindertes Farbempfinden aus.
  • Trockene Augen: Auch trockene Augen (Sicca-Syndrom) kann zu Sehstörungen führen, besonders dann, wenn es zu einer Bindehaut- und Hornhautentzündung führt. Die meisten Betroffenen nehmen ihre Umwelt dann nur noch verschwommen und unklar wahr.
  • Glaskörpertrübung: Bei starker Kurzsichtigkeit oder im Alter können sich Glaskörpertrübungen („Mouches volantes“) entwickeln, die meist als graue, schwimmende Pünktchen und Fädchen wahrgenommen werden. Bei Blickänderungen schweben die Trübungen vor dem Auge mit. Glaskörpertrübungen sind lästige Sehstörungen, aber meist harmlos.
  • Glaskörperabhebung: Oftmals im höheren Alter kann sich der Glaskörper des Auges spontan von der Netzhaut abheben. Es kann zu Sehstörungen wie der Wahrnehmung von schlangenförmigen Linien im zentralen Gesichtsfeld oder „Mouches volantes“ kommen. Bei traumatischen Glaskörperabhebungen (z. B. Unfällen) nehmen Betroffenen plötzlich Blitze an den seitlichen Rändern des Gesichtsfeldes wahr.
  • Netzhautriss und Netzhautablösung: Durch starken Zug auf die Netzhaut (z. B. durch eine Glaskörperabhebung), kann es zu Einrissen in der Netzhaut kommen. Diese können im Einzelfall zu einem Netzhautloch und einer Netzhautablösung führen. Typische Sehstörungen sind in diesem Fällen das plötzliche Auftreten von Lichtblitzen, schwarzen Punkten und Schatten vor dem betroffenen Auge.
  • Augentumore: Tumore im Auge können sehr variabel und in allen Bereichen des Auges auftreten. Anfänglich bereiten diese kaum Beschwerden und machen sich erst bemerkbar, wenn der Tumor gewachsen ist oder in andere Augenteile einwächst. Probleme beim Fokussieren, Beeinträchtigung des Sehvermögens oder Erblinden können die Folge sein.
  • Verschlüsse der Netzhautgefäße: Gefäßverschlüsse in der Netzhaut (z.B. Papilleninfarkt; Verschluss der Zentralarterie) oder die Engstellungen von Gehirngefäßen (z. B. bei Migräne) zeigen sich durch plötzliche Verschlechterung des Sehvermögens oder einen Gesichtsfeldausfall.
  • Sehnerventzündung: Der Sehnerv kann an verschiedenen Stellen auf seinen Weg vom Auge zum Sehzentrum im Gehirn entzündet sein. Egal ob die Entzündung im Augapfel oder dahinter ist, Betroffene sehen weniger scharf und haben eine verringerte Farbsättigung. Zudem kann der Augapfel bei Druck oder schnellen Bewegungen schmerzen.
  • Uveitis: Bei einer Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis) können eins oder beide Augen betroffen sein. Je nach Form der Erkrankung kommt es plötzlich oder über einen längeren Zeitraum zu unterschiedlichen Sehstörungen. Es kann zu plötzlich eintretende, einseitigen Schmerzen, geröteten Augen, Lichtscheue, nachlassender Sehschärfe und der Wahrnehmung von Flocken, Schatten oder Blitze vor dem erkrankten Auge kommen.

Ursachen außerhalb des Auges

  • Migräne: Bei einer Migräne mit Aura können der Kopfschmerzphase Sehstörungen vorausgehen. Dabei handelt es sich zumeist um Sehstörungen wie Lichtblitze, Augenflimmern, die Wahrnehmung gezackter Linien und Gesichtsfeldausfälle.
  • Schlaganfall: Sehstörungen sind wichtige Schlaganfall-Symptome und sind oft Vorbote für einen Hirninfarkt. Plötzlicher, vorübergehender Sehverlust auf einem Auge, Doppelbilder, verschwommenes Sehen oder eine halbseitiger Gesichtsfeldausfall können bei einem Schlaganfall vorkommen.
  • Multiple Sklerose: Bei dieser chronisch entzündlichen Erkrankung des Nervensystems sind Sehstörungen sehr häufig. Bei vielen Patienten sind sie oft sogar die ersten Krankheitsanzeichen. Bei der Multiplen Sklerose greift das Immunsystem u. a. die schützenden Hüllen um die Sehnerven an und zerstört diese. In der Folge können Sehstörungen wie zum Beispiel verringerte Sehschärfe, Doppelbilder oder verschwommenes Sehen auftreten.
  • Diabetes mellitus: Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus entwickelt sich meist über Jahre und schädigt die Gefäße schleichend, wenn der Blutzuckerspiegel beständig zu hoch ist. Daraus kann sich eine diabetische Retinopathie entwickeln, die vor allem die feinen Gefäße in der Netzhaut des Auges schädigt. Es kommt zu Sehstörungen wie Lichtblitze und Rußregen. Bleibt die diabetische Retinopathie unbehandelt, kann sich ein Makulaödem bilden oder die Netzhaut des Auges ablösen.
  • Morbus Basedow: Hinter dieser Autoimmunerkrankung steckt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), die mit einer charakteristischen Augenerkrankung, der sogenannten endokrinen Orbitopathie, auftritt. Dabei treten die Augen aus der Augenhöhle hervor, es kommt zu einem Fremdkörpergefühl im Auge, Sehverschlechterung, Lichtscheue und der Wahrnehmung von Doppelbildern.
  • Alkohol, Tabak, Drogen: Unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen wie Cannabis, Kokain oder Heroin kommt es oft Sehstörungen und Probleme mit der optischen Wahrnehmung. Viele Menschen nehmen ihre Umgebung unscharf, verschwommen oder in Gelb, Rot oder Blau wahr. Außerdem kann eine Kombination aus Alkohol und Tabak in Verbindung mit Vitamin-B12-Mangel (Tabak-Alkohol-Amblyopie) zu einer Schädigung des Sehnervs mit beidseitiger Sehverschlechterung und Gesichtsfeldausfällen führen.
  • Medikamente: Durch die seltenen Nebenwirkungen einiger Medikamente kann es zu Sehstörungen kommen. Beispiele dafür sind Digitalis (Herzmittel), Antibiotika (Sulfonamide) und Diuretika (Entwässerungsmittel). Diese können Sehstörungen im Bereich der Farbwahrnehmung auslösen.
  • Hirnblutungen: Kommt es durch den Riss eines Hirnaneurysmas zu einer Blutung im Gehirn, kann es zu sehr plötzlichen Wahrnehmungen von Doppelbildern, heftigen Kopfschmerzen und Bewusstseinstrübungen kommen. Es handelt sich dabei immer um einen medizinischen Notfall!
  • Gehirntumore: Sowohl gutartige als auch bösartige Hirntumoren können – je nach Lage und Größe – Sehstörungen verursachen oder das Sehvermögen schleichend verschlechtern. Beispiele sind Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle oder verschwommenes Sehen.
  • Genetische Dispositionen: Bestimmte genetische und angeborene Ursachen wie ein Schwund des Sehnervs (Optikusatrophie) oder spezielle Fettstoffwechselstörungen können ebenfalls als Verursacher von Sehstörungen auftreten.

Sehstörungen: Diagnose

Die Diagnose von Sehstörungen und die zugehörigen Untersuchungen unterscheiden sich zunächst nicht von einer augenärztlichen Routineuntersuchung. In einem ersten Schritt erfolgt immer eine ausführliche Befragung zur Krankengeschichte (Anamnese), um herauszufinden, welche Ursachen sich hinter den Sehstörungen verbergen könnten. Fragen nach Zeitraum und möglichen Begleiterscheinungen der Sehstörungen geben oft einen ersten Anhaltspunkt über potenzielle Ursachen. Zur weiteren Diagnostik und Spurensuche stehen dem Augenarzt unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem:

Sehtest

Der Sehtest ist ein wichtiger Bestandteil der augenärztlichen Diagnostik. Durch ihn lassen sich Veränderungen des optischen Apparats ermitteln und Rückschlüsse auf das Auflösungsvermögen das Auges ziehen. Der Sehtest ist dazu geeignet, die Sehschärfe (Visus) exakt zu bestimmen, und kann erste Hinweise auf eine eventuell vorliegende refraktive Fehlsichtigkeit (z. B. Kurz- oder Weitsichtigkeit) oder einen Gesichtsfeldausfall geben.

Spaltlampenuntersuchung

Zur Untersuchung des vorderen Augenabschnittes und der Netzhaut verwendet der Augenarzt eine Spaltlampe. Diese ermöglicht es, das Auge unter geeigneter Beleuchtung und hoher Vergrößerung zu untersuchen. So können Veränderungen oder Narben auf der Hornhaut, der Retina oder des Glaskörpers, ein Grauer Star und mögliche Entzündungen der mittleren Augenhaut (Uveitis) identifiziert werden.

Augenspiegelung (Ophthalmoskopie)

Mit diesem Verfahren lässt sich der Augenhintergrund, also der Innenfläche des Augapfels, untersuchen. Dabei wird der Hintergrund des Auges so ausgeleuchtet, dass verschiedene Strukturen wie Netzhaut, Aderhaut, Sehnervkopf, gelber Fleck und die versorgenden Blutgefäße zu sehen sind. Diese Methode findet vor allem dann Anwendung, wenn krankhafte Veränderungen Der Netzhaut oder ein Augentumor als Grund für die Sehstörungen vermutet werden.

Augeninnendruckmessung

Die Augeninnendruckmessung (Tonometrie) dient zur Diagnose oder Verlaufskontrolle von erhöhtem Augeninnendruck und kommt immer dann zur Anwendung, wenn ein Glaukom als Ursache der Sehstörungen angenommen wird.

Neurologische Untersuchung

Mithilfe neurologischer Untersuchungen wird der Funktions- und Leistungszustand des Sehnervs und der Sehbahn im Gehirn geprüft. Die Verfahren kommen zum Einsatz um bestimmte neurologische Störungen, zum Beispiel Multiple Sklerose oder eine Sehnerventzündung, als Ursachen der Sehstörungen auszuschließen.

Angiografie

Röntgenuntersuchungen der Blutgefäße (Angiografien) können dafür genutzt werden, mithilfe der Injektion von Farbstoffen, Gefäße in der Netzhaut und Aderhaut sichtbar zu machen. Vor allem bei der altersbedingten Makuladegeneration sind Angiografien ein wichtiges Diagnoseverfahren.

Ultraschall

Ein Augenultraschall (Sonografie) kommt vor allem bei optisch nicht einsehbaren Veränderungen, speziell im vorderen Anteil der Orbita, zum Einsatz. Damit können eine Netzhautablösung, Augentumore oder Sehnervveränderungen bestimmt oder weiter abgeklärt werden. Im Vergleich zu Computertomographie oder Magnetresonanztomographie bietet die Sonographie ein höheres Auflösungsvermögen.

Blutuntersuchung

Durch die Blutuntersuchung lassen sich Informationen gewinnen, ob das Auge gesund ist oder ob von der Norm abweichende Werte auf eine krankhafte (entzündliche) Veränderung hindeuten. So kommt sie etwa bei Verdacht auf eine infektiöse Sehnerventzündung oder auf Morbus Basedow zur Anwendung.


Sehstörungen: Therapie

Sehstörungen können mit sehr unterschiedlichen Symptomen einhergehen und verschiedenste Ursachen haben. Welche Therapie bei Sehstörungen die richtige ist, hängt von dem zugrunde liegenden Auslöser ab. So treten manche akuten Sehstörungen nur vorübergehend auf, sind harmlos und vergehen in den meisten Fällen wieder von alleine. Oftmals sind sie allerdings Begleitsymptom einer Grunderkrankung, die zielgerichtet therapiert werden muss, um auch die Sehstörungen erfolgreich zu behandeln.

Sehstörungen aufgrund von Kurz- und Weitsichtigkeit lassen sich kurzfristig mithilfe von Brillen oder Kontaktlinsen ausgleichen. Alternativ hilft in einigen Fällen auch eine Augenlaser-Operation, die eine Sehschwäche dauerhaft korrigieren kann – sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Augenarzt.

Führen Stress, Müdigkeit oder lange Bildschirmarbeit zu Sehstörungen, können regelmäßige Bildschirmpausen, kleine Erholungsphasen, ein abgedunkelter Raum und spezielle Entspannungsübungen die Symptome lindern. Trinken Sie außerdem ausreichend, um die Schleimhäute konstant zu befeuchten. Auch das Auflegen von warmen Kompressen kann sehr wohltuend sein.

Für Sehstörungen im Zusammenhang mit einem Migräne-Anfall (als sogenannte „Aura“) gibt es leider bislang keine medikamentöse Therapie, die diese unterbrechen können. In den meisten Fällen klingen die Sehstörungen aber nach kurzer Zeit von selbst ab. Das Auftreten der Aura kann jedoch als Hinweis auf einen folgenden Migräne-Anfall gesehen werden und bietet betroffenen Patienten die Möglichkeit, darauf rechtzeitig zu reagieren. So können zu diesem Zeitpunkt schon Medikamente gegen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen eingenommen werden, um das Ausmaß der Migräne vorab abzumildern.

Erkrankungen wie ein Grauer Star (Katarakt), ein Netzhautriss oder eine Netzhautablösung machen manchmal eine Operation notwendig, um die Ursache der Sehstörungen zu beheben.

Bei Sehstörungen durch einen erhöhten Augeninnendruck oder bei einem augenärztlichen Notfall wie dem akuten Glaukomanfall bekommen Patienten oft zuerst eine medikamentöse Therapie, die den Augendruck senken und eine weitere Schädigung des Sehnervs verhindern sollen. Im Anschluss daran kann ein operativer Eingriff durchgeführt werden. Bereits bestehende Sehnervenschäden sind irreversibel und können leider nicht mehr rückwirkend behoben werden.

Sind Entzündungen, wie zum Beispiel eine Uveitis, an den Sehstörungen schuld, können geeignete Medikamente (z. B. Antibiotika) oder eine Operation helfen.

Treten Sehstörungen wie Lichtblitze, Augenflimmern, Zick-Zack-Linien, dunkle Punkte und Doppelbilder plötzlich oder wiederholt auf, dann scheuen Sie sich nicht, einen augenärztlichen Notdienst aufzusuchen oder einen Notarzt zu rufen. Sehstörungen dieser Art können zum Beispiel auf einen Schlaganfall, eine Hirnblutung oder eine Netzhautablösung hindeuten.


Quellen:
Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer-Verlag, Berlin, 31. Auflage, 2011.
Herold, G.: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln, 2019.
Lang, G.K.: Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 6. Auflage, 2019.
Zihl, J., Priglinger, S.: Sehstörungen bei Kindern. Springer-Verlag, Wien, 1. Auflage, 2002.

Sending
User Review
0 (0 votes)
Anzeige

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here