Augenflimmern (Flimmerskotom): Ursachen, Symptome & Therapie

Augenflimmern (Flimmerskotom)
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Als Augenflimmern (Flimmerskotom) bezeichnet man eine Sehstörung, bei der meist am Rand des Sichtfelds zu flimmernden Lichterscheinungen oder Blitzen kommen kann. Betroffene Patienten beschreiben oft, dass sich kleine Punkte, wie Schneeflocken vor den Augen hin und herbewegen. Augenflimmern kann dauerhaft oder kurzfristig auftreten. In jedem Fall ist das Flimmerskotom unangenehm und anstrengend für die Betroffenen. Erfahren Sie in diesem Beitrag alle zu den Ursachen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten.

Augenflimmern: Ursachen

Ein Flimmerskotom ist keine eigenständige Krankheit, sondern tritt meistens als Symptom unterschiedlichster Erkrankungen auf. Die Ursachen des Augenflimmerns sind noch nicht hinreichend geklärt und können, neben einer Migräne, unterschiedlichste Auslöser haben. Oft tauchen Lichtblitze oder flirrender Lichtpunkte aus dem Nichts auf und wirken so sehr beängstigend.

Migräne mit Aura oder Augenmigräne

Kommen die Beschwerden wiederholt und als Vorläufer einer Migräne vor, wird inzwischen vermutet, dass Durchblutungsstörungen (Gefäßspasmen) im Gehirn zu den Beschwerden führen. Auch eine ophthalmoplegische Migräne (Augenmigräne) kann dahinter stecken. Diese Form der Migräne betrifft einen oder mehrere Nerven der Okulomotorik, die für die Versorgung und Bewegung der Augen zuständig sind. Mediziner vermuten, dass ein Ungleichgewicht von Hemmung und Erregung bei den Nerven, die mit dem Sehnerv verbunden sind, besteht.

Stress, Verspannungen oder Medikamente

Zeigen sich das Augenflimmern einmalig, können vergleichsweise harmlose Ursachen wie Medikamente, Verspannungen im Nacken-Schulter-Bereich, Kreislaufstörungen und andere Belastungen körperlicher oder geistiger Natur infrage kommen. So kann starke körperliche Anstrengung zum Anstieg von Puls oder Blutdruck führen und es kann bei zu hoher Belastung zu einer Unterzuckerung kommen, die sich in Zittern, Schwächegefühl und einem Flimmerskotom äußert. Auch bei Medikamenten, wie bestimmte Migräne-Präparate und Antidepressiva, kann es in seltenen Fällen zu Augenflimmern als Nebenwirkung kommen.

Grüner Star

Häufen sich die Sehstörungen, kann auch eine behandlungsbedürftige Augenkrankheit, wie zum Beispiel ein Glaukom, dahinterstecken. Dabei kommt es oft zu einseitigen Kopfschmerzen, die von Augenflimmern und einer Verdunklung des Gesichtsfeldes begleitet werden. In diesen Fällen sollten betroffene Patienten umgehend einen Arzt aufsuchen.

Schwangerschaftsvergiftung

Tritt ein Augenflimmern in der Schwangerschaft auf, kann es auf eine Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) hinweisen. Häufig wird es von Schwindel, Kopfschmerzen sowie Oberbauchbeschwerden mit Übelkeit und Erbrechen begleitet. Eine Schwangerschaftsvergiftung tritt auf, wenn der mütterliche Organismus durch die Schwangerschaft überlastet ist. Die Erkrankung ist höchst gefährlich für Mutter und Kind. Schwangere sollten daher alle Vorsorgetermine beim Gynäkologen wahrnehmen, um eine Gestose rechtzeitig zu erkennen.


Augenflimmern: Symptome

Ein Augenflimmern (Flimmerskotom) kann in vielen Variationen erscheinen. Neben zickzackförmigen flimmernden Lichterscheinungen (Photopsie) oder Blitzen kann es auch zu abrupt auftretende Sehstörungen, einer erhöhten Lichtempfindlichkeit oder einer beeinträchtigen Wahrnehmung kommen. Diese Ausfallerscheinungen können periodisch oder unregelmäßig im Auge auftreten und variieren in ihrer Stärke oder Häufigkeit von Mensch zu Mensch. Vielfach beginnen sie ein- oder beidseitig an den Rändern des Gesichtsfeldes.

Arteriitis temporalis
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Tritt das Flimmerskotom als Vorzeichen einer Migräne mit Aura auf, ist eine Dauer der Beschwerden zwischen 20 und 30 Minuten kennzeichnend. Sollte es sich um kürzere, einseitige Erscheinungen von fünf bis zehn Minuten handeln, kann dies Hinweis auf eine Augenmigräne sein.

Alle Beschwerden sind zumeist unangenehm und anstrengend für die betroffenen Patienten. Aus diesem Grund kommt es häufig, neben einem Gefühl der Erschöpfung und Müdigkeit, zu weiteren Begleiterscheinungen wie:

  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen durch Verspannungen
  • Erbrechen
  • Rückenschmerzen

Wichtig: Sollte es während der Arbeit oder im Straßenverkehr zum Auftreten eines Flimmerskotoms kommen, sollte die Arbeit oder die Autofahrt sofort unterbrochen werden, um Gefahren durch die Beeinträchtigung der Sicht zu vermeiden. Gönnen Sie den Augen Ruhe, um weiter Überanstrengung zu verhindern.


Augenflimmern: Behandlung

Obwohl Augenflimmern in den meisten Fällen vollkommen harmlos ist und nach 15 bis 30 Minuten von selbst verschwindet, können die Beschwerden für betroffene Patienten sehr belastend sein. Da das Flimmerskotom keine eigenständige Krankheist ist, zielt die Behandlung meist auf die verursachenden Triggerfaktoren oder Grunderkrankung ab.

Viele Betroffene finden mit der Zeit die Triggerfaktoren für das lästige Flimmerskotom. Oftmals ist das Augenflimmern die Folge von Stress, Anspannung oder langer Bildschirmarbeit. Patienten können den Beschwerden vorbeugen, indem sie den Auslöser meiden, gelegentliche Pausen einführen und sich genügend Schlaf gönnen. Auch ein abgedunkelter, reizarmer Raum kann dabei helfen, die Symptome zu verringern.

Hält das Augenflimmern länger an als etwa eine Stunde, kann es Anzeichen für eine Erkrankung der Augen sein. Aus diesem Grund sollte ein Flimmerskotom immer zuerst von einem Augenarzt untersucht und eingeschätzt werden. Dieser ermittelt im Rahmen augenärztlicher Routineuntersuchungen zuerst die Sehschärfe in Nähe und Ferne, um mögliche Veränderungen in der Sehkraft festzustellen. Darauf folgen oft eine Bestimmung des Gesichtsfeldes und eine Untersuchung des Glaskörpers, um eine Glaskörper-Abhebung auszuschließen.

Das weitere Vorgehen zur Diagnosestellung hängt von den Befunden des Augenarztes ab. Kann der Augenarzt eine Augenerkrankung oder Beschädigung des Auges ausschließen, erfolgt die Überweisung an weitere Fachärzte wie zum Beispiel einen Kardiologen oder Internisten. Neurologische Untersuchungen oder ein großes Blutbild können helfen, die möglichen Ursachen weiter einzugrenzen.

Oftmals kann ein Flimmerskotom auch sichtbarer Vorbote einer Migräne sein. Es kann einem Migräne-Anfall vorausgehen oder ohne Kopfschmerzen auftreten. Dabei treten die flimmerenden Lichtpunkte sowohl am Rand des Gesichtsfeldes, also auch mitten im Zentrum des Blickes auf. Diese Phänomene können für einen Zeitraum von einer Stunde und mehr in mehreren kurzen Schüben auftreten. Auch wenn das Augenflimmern selbst keine Schmerzen verursacht, kann eine solche Einschränkung des Sehvermögens gefährlich sein. Gerade beim Autofahren kann es die Fahrtüchtigkeit nachhaltig einschränken.

Werden die Sehstörungen durch externe Einflüsse, beispielsweise Bildschirmarbeit, Smartphones oder Tablets, hervorgerufen, sollten diese Tätigkeiten sofort beendet und auf lange Sicht reduziert werden. Experten raten allerdings dazu, nach zwei Stunden PC-Arbeit mindestens 15 Minuten Pause zu machen. Allerdings hat die Schulmedizin noch kein Patentrezept entwickelt, dass prophylaktisch gegen ein Flimmerskotom wirkt.

Für betroffene Patienten kann es aber durchaus hilfreich sein, Techniken zum Stressabbau oder bestimmte Entspannungsverfahren für die Augen anzuwenden.


Augenflimmern: Vorbeugung

Kommt es zu Augenflimmern im Rahmen einer Migräne, ist es sinnvoll, die auslösende Ursache zu analysieren und gegebenenfalls Möglichkeiten der Vermeidung zu finden. Ein der wichtigsten und hilfreichsten Maßnahmen zur Überwindung des Augenflimmerns ist die Entspannung und Entlastung der Augen. Viele betroffene Patienten empfinden einen ruhigen und dunklen Raum als sehr angenehm und lindernd.

Da häufig Übermüdung oder Überanstrengung Flimmerskotome auslösen, hat auch ein gesunder und ausreichender Schlaf vorbeugende Wirkung. Regelmäßige Nacken- und Schultermassagen beugen außerdem Spannungskopfschmerzen und Migräne vor. Darüber hinaus können Techniken zum Stressabbau, wie autogenes Training oder Hypnotherapie, angewendet werden. Um die Augen optimal zu versorgen, sollten Betroffene zudem auf die ausreichende Zufuhr der Stoffe Vitamin B, Zink und Omega-3-Fettsäuren achten.

Tritt ein Augenflimmern infolge langer Bildschirmarbeit auf, sollten Betroffene regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit einlegen. Dabei stellen die Pausen nicht nur ein wirksames Mittel gegen das Augenflimmern dar, sondern leisten auch einen allgemeinen Beitrag zur Augengesundheit. Oftmals helfen auch spezielle Entspannungs- und Trainingsübungen gegen die Überlastung der Augen.

Quellen

Brückner, A. & Schleck, F. (Hrsg.): Kurzes Handbuch der Ophthalmologie: Band 6: Auge und Nervensystem, Springer-Verlag, 1. Auflage, 2013.
Leydhecker, W.: Augenheilkunde, Springer-Verlag, 23. Auflage, 1987.

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