Augenflimmern (Flimmerskotom): Ursachen, Symptome & Therapie

Augenflimmern (Flimmerskotom)
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Als Augenflimmern (Flimmerskotom) bezeichnet man eine Sehstörung, bei der es zu peripheren Ausfällen des Gesichtsfeldes mit flimmernden Lichterscheinungen oder Blitzen kommt. Betroffene Patienten beschreiben oft, dass sich kleine Punkte, wie Schneeflocken vor den Augen hin und herbewegen. Einsetzende Beschwerden beginnen vielfach ein- oder beidseitig an den Rändern des Gesichtsfeldes.

Die Ausfallerscheinungen können periodisch oder unregelmäßig im Auge auftreten und variieren in ihrer Stärke oder Häufigkeit von Mensch zu Mensch. Vielfach ist das Augenflimmern Anzeichen einer beginnenden Migräne mit Aura.


Augenflimmern: Ursachen

Die Ursachen des Augenflimmerns sind noch nicht hinreichend geklärt und können, neben einer Migräne, unterschiedlichste Auslöser haben. Oft tauchen Lichtblitze oder flirrender Lichtpunkte aus dem Nichts auf und wirken so sehr beängstigend.

Kommen die Beschwerden wiederholt und als Vorläufer einer Migräne vor, wird inzwischen vermutet, dass Durchblutungsstörungen (Gefäßspasmen) im Gehirn zu den Beschwerden führen.

Zeigen sich einmalige Erscheinungen, können vergleichsweise harmlose Ursachen wie Medikamente, Verspannungen im Nacken-Schulter-Bereich, Kreislaufstörungen und andere Belastungen körperlicher oder geistiger Natur infrage kommen.

Häufen sich die Sehstörungen jedoch, kann auch eine behandlungsbedürftige Augenkrankheit, wie zum Beispiel ein Glaukom, dahinterstecken. Dabei kommt es oft zu einseitigen Kopfschmerzen, die von Augenflimmern begleitet werden. In diesen Fällen sollten betroffene Patienten umgehend einen Arzt aufsuchen.


Symptome bei einem Augenflimmern

Ein Augenflimmern (Flimmerskotom) kann in vielen Variationen erscheinen. Neben zickzackförmigen flimmernden Lichterscheinungen (Photopsie) oder Blitzen kann es auch zu abrupt auftretende Sehstörungen, einer erhöhten Lichtempfindlichkeit oder einer beeinträchtigen Wahrnehmung kommen.

Arteriitis temporalis
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Tritt das Flimmerskotom als Vorzeichen einer Migräne mit Aura auf, ist eine Dauer der Beschwerden zwischen 20 und 30 Minuten kennzeichnend. Sollte es sich um kürzere, einseitige Erscheinungen von fünf bis zehn Minuten handeln, kann dies Hinweis auf eine Augenmigräne sein.

Alle Beschwerden sind zumeist unangenehm und anstrengend für die betroffenen Patienten. Aus diesem Grund kommt es häufig, neben einem Gefühl der Erschöpfung und Müdigkeit, zu weiteren Begleiterscheinungen wie:

  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen durch Verspannungen
  • Erbrechen
  • Rückenschmerzen

Wichtig: Sollte es während der Arbeit oder im Straßenverkehr zum Auftreten eines Flimmerskotoms kommen, sollte die Arbeit oder die Autofahrt sofort unterbrochen werden, um Gefahren durch die Beeinträchtigung der Sicht zu vermeiden. Gönnen Sie den Augen Ruhe, um weiter Überanstrengung zu verhindern.


Augenflimmern: Diagnose und Behandlung

Das Augenflimmern sollte immer zuerst von einem Augenarzt untersucht und eingeschätzt werden. Dieser ermittelt im Rahmen augenärztlicher Routineuntersuchungen zuerst die Sehschärfe in Nähe und Ferne, um mögliche Veränderungen in der Sehkraft festzustellen.

Darauf folgen oft eine Gesichtsfeldmessung und eine Untersuchung des Glaskörpers. Kann der Augenarzt eine Augenerkrankung oder Beschädigung des Auges ausschließen, erfolgt die Überweisung an weitere Fachärzte wie z. B. Kardiologen, Internisten.

Sind eine Migräne oder Augenmigräne Auslöser eines Flimmerskotoms, steht meist die Linderung der Schmerzsymptomatik im Vordergrund. In Einzelfällen ist die Vorstellung beim Neurologen sinnvoll, um die Migränebeschwerden weiter abklären zu lassen.

Werden die Sehstörungen durch externe Einflüsse, beispielsweise Bildschirmarbeit, Smartphones oder Tablets, hervorgerufen, sollten diese Tätigkeiten sofort beendet und auf lange Sicht reduziert werden. Bisher hat die Schulmedizin noch kein Patentrezept entwickelt, dass prophylaktisch gegen ein Flimmerskotom wirkt.

Für betroffene Patienten kann es aber durchaus hilfreich sein, Techniken zum Stressabbau oder bestimmte Entspannungsverfahren für die Augen anzuwenden.


Augenflimmern: Vorbeugung

Kommt es zu Augenflimmern im Rahmen einer Migräne, ist es sinnvoll, die auslösende Ursache zu analysieren und gegebenenfalls Möglichkeiten der Vermeidung zu finden. Ein der wichtigsten und hilfreichsten Maßnahmen zur Überwindung des Augenflimmerns ist die Entspannung und Entlastung der Augen.

Da häufig Übermüdung oder Überanstrengung Flimmerskotome auslösen, hat auch ein gesunder und ausreichender Schlaf vorbeugende Wirkung. Regelmäßige Nacken- und Schultermassagen beugen außerdem Spannungskopfschmerzen und Migräne vor.

Quellen

Brückner, A. & Schleck, F. (Hrsg.): Kurzes Handbuch der Ophthalmologie: Band 6: Auge und Nervensystem, Springer-Verlag, 1. Auflage, 2013.
Leydhecker, W.: Augenheilkunde, Springer-Verlag, 23. Auflage, 1987.

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