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Makuladegeneration (AMD) – Übersicht

Die Makuladegeneration ist eine Erkrankung, bei der ein zentraler Netzhautschaden für eine fortschreitende Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung führen kann. In den westlichen Industrienationen ist die Makuladegeneration inzwischen die häufigste Ursache einer zentralen Erblindung. Eine rechtzeitige Behandlung mit Medikamenten kann den Verlauf der Erkrankung verzögern oder aufhalten.

Inhaltsverzeichnis: Makuladegeneration

Zusammenfassung:

  • Die Makuladegeneration tritt vor allem ab dem 65. Lebensjahr auf (altersbedingte Makuladegeneration). Frauen und Männer sind davon in etwa gleich stark betroffen.
  • Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist in den westlichen Industrieländern die Hauptursache für Erblindungen bei über 50.-jährigen Menschen.
  • Bei der Erkrankung gehen Sehzellen im zentralen Bereich der Netzhaut zugrunde, die das farbige und scharfe Sehen vermitteln.
  • Erste Symptome der AMD sind eine verzerrte und verschwommene Wahrnehmung in der Mitte des Gesichtsfeldes.
  • Im späteren Stadium der Erkrankung ist das Sehen lediglich in den Randbereichen des Gesichtsfeldes noch erhalten. Betroffene können keine Gesichter, Buchstaben oder Zahlen mehr erkennen.
  • Man unterscheidet je nach Verlauf der Erkrankung zwischen einer trockenen und einer feuchten Form der Erkrankung.
  • Maßnahmen zur absoluten Vorbeugung oder Heilung der AMD gibt es derzeit nicht. Frühzeitig erkannt, lässt sich eine weitgehende Erblindung oftmals durch spezielle Medikamente verlangsamen oder stoppen und der Sehverlust aufhalten.

Risikofaktoren minimieren, Warnzeichen beachten

Nach derzeitigem Forschungsstand gehören zu den Hauptrisikofaktoren der altersbedingten Makuladegeneration Bluthochdruck, Rauchen oder schädliche UV-Strahlung. Zudem können auch genetische Faktoren (Veranlagung) und Umweltfaktoren bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle spielen. Die Zahl der neu Erkrankten steigt mit dem Alter (ab dem 60. Lebensjahr) sprunghaft an. Aufgrund der höheren Lebenserwartung von Frauen sind diese häufiger von einer AMD betroffen. (-> Erfahren Sie hier mehr zu Risikofaktoren der Makuladegeneration)

Erste Warnzeichen einer beginnenden AMD können Netzhautveränderungen wie Drusen oder eine Verschiebung des Pigmentepithels der Netzhaut sein. Diese können nur bei einer augenärztlichen Untersuchung festgestellt werden. Die Ergebnisse sind wichtig, um den richtigen Therapiezeitpunkt zu planen. Im Laufe der Erkrankung entwickelt sich aus der sogenannten trockenen Makuladegeneration die feuchte Krankheitsform. (-> Mehr dazu erfahren Sie unter Makuladegeneration: Ursachen)

Erste Symptome: verschwommene Sicht oder ein dunkler Fleck im Blickzentrum

Zu Anfang einer Makuladegeneration treten meistens keine spürbaren Symptome auf. Die Erkrankung verläuft außerdem völlig schmerzlos. Bei der häufiger auftretenden trockenen AMD (> 80 %) entwickeln sich die Sehstörungen langsam und Einschränkungen sind erst zu einem fortgeschrittenen Stadium bemerkbar. Da die Erkrankung die Netzhautmitte (Makula) betrifft, klagen Betroffene zuerst über eine abnehmende Sehschärfe im zentralen Blickfeld und Probleme beim Lesen.

Die feuchte Form der AMD verläuft deutlich schwerwiegender. Betroffene klagen über einen schnelleren Verlust der Sehschärfe beim zentralen Sehen. Zudem erscheinen gerade Linien verbogen und das Sehen scheint verzerrt.

In einem späten Stadium der Erkrankung kann das Sehvermögen im Zentrum des Gesichtsfeldes komplett ausfallen. Betroffenen erscheint der zentrale Bereich des Gesichtsfeldes dann als leer oder grauer, schwarzer Fleck. (-> Mehr zu Symptome einer AMD)

Früherkennung ist wichtig

Augenärzte empfehlen gezielte Augenuntersuchungen und regelmäßige Kontrollen ab dem 60. Lebensjahr. Patienten haben ab dem 55. Lebensjahr Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen, die von den Krankenkassen übernommen werden. (-> Weitere Informationen können Sie im Kapitel Makuladegeneration: Diagnose erfahren)

Eine Möglichkeit die Augen selbst zu überprüfen bietet der Amsler-Gitter-Test. Der Test ist zwar kein reiner Makuladegenerations-Test, er zeigt aber alle eventuellen Schädigungen der Netzhaut an. Besteht ein Verdacht, so kann der Test daheim selbstständig durchgeführt werden. (-> Mehr dazu im Kapitel Makuladegeneration: Vorbeugung)

Krankheitsverlauf und Prognose

Der Krankheitsverlauf einer AMD ist individuell sehr unterschiedlich. Er hängt vor allem davon ab, welche Form der AMD vorliegt. Handelt es sich um die trockene Form, schreitet die Erkrankung häufig langsam über Jahre voran, ohne dass sie zu gravierenden Sehstörungen führt. Erst wenn sich größere Mengen an sogenannten Drusen im Bereich der Makula abgelagert haben, kommt es zu dauerhaften Seheinschränkungen beim Patienten. Bisher gibt es noch kein Therapieverfahren, das den Verlauf der trockenen AMD stoppen kann.

In etwa 15 Prozent der Erkrankungsfälle entsteht aus der trockenen Makuladegeneration die feuchte Form. Ohne Behandlung führt die feuchte AMD in mehr als 80% der Fälle zu schweren Sehstörungen und einer Erblindung im zentralen Sehbereich. Die feuchte Erkrankungsform verläuft deutlich schneller als die trockene AMD, der Krankheitsverlauf kann aber durch moderne Therapieverfahren und Medikamente verlangsamt oder gestoppt werden. (-> Mehr Informationen erhalten Sie im Kapitel Makuladegeneration: Therapie)

Tipps zur Vorbeugung

Leider gibt es nicht den absoluten Schutz im Alter an einer AMD zu erkranken. Dennoch kann man einige Risikofaktoren, die eine Entstehung der Erkrankung begünstigen, minimieren oder beeinflussen. So sind eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung grundsätzlich immer empfehlenswert. Vor allem die Vitamine A, C und E und dunkelgrüne Blattgemüse tragen zur Augengesundheit bei. Auf Rauchen, fettige und ungesunde Ernährung oder starke Sonnen- und UV-Einstrahlung sollte hingegen möglichst komplett verzichtet werden. (-> Weitere Tipps finden Sie im Kapitel Makuladegeneration: Vorbeugung)

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Von |2019-01-14T11:18:46+00:005. Januar 2019|
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