Nachtsehen (skotopisches Sehen): Sehen bei geringer Helligkeit

Nachtsehen (skotopisches Sehen): Sehen bei geringer Helligkeit
Photo by Barna Bartis on Unsplash
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Das Nachtsehen (auch: skotopisches Sehen, Stäbchensehen) beschreibt das Sehen bei geringer Helligkeit, Dunkelheit oder Nacht, für das die Stäbchen der Netzhaut verantwortlich sind. Bei unzureichenden Lichtverhältnissen können keine Farben unterschieden werden. Das Gegenteil vom skotopischen Sehen ist das photopische Sehen (Zapfen– oder Tagsehen). Dieses beschreibt das menschliche Sehen bei ausreichenden Lichtverhältnissen oder akzeptabler Helligkeit.

Einführung: Fotorezeptoren im Auge

Im menschlichen Auge sind die sogenannten Fotorezeptoren für die Absorption und Umwandlung von Licht verantwortlich. Beim Tagsehen (photopischen Sehen) kommen die etwas unempfindlicheren Zapfen der Netzhaut zum Einsatz. Für das skotopische Sehen sind dagegen die wesentlich lichtempfindlicheren Stäbchen zuständig. Diese sind für Farbreize im kurzwelligen Lichtbereich wesentlich empfindlicher als die Zapfen. Dadurch vermitteln sie im Vergleich zu den Zapfen schon bei geringer Lichtmenge verwertbare ImpulsE für das Gehirn. Es kommt zu einer geänderten Farbwahrnehmung, die sich vor allem in der Dämmerung und bei Nacht bemerkbar macht. Die Anpassung der Empfindlichkeit des Auges wenn die Helligkeit der Umgebung abnimmt, nennt man auch Dunkeladaptation. Im Übergangsbereich (mesopischen Bereich) werden bei ausreichender Helligkeit sowohl Zapfen als auch Stäbchen zur Bildwahrnehmung genutzt.

Sehschärfe bei skotopischen Sehen

Beim skotopischen Sehen ist die Sehschärfe und Farbfahrnehmung gegenüber dem Tagsehen deutlich geringer. Durch die hohe Konzentration an Zapfen in der Mitte der Netzhaut (Fovea centralis) ist dort die Sehschärfe beim Tagsehen am größten. Da im Bereich der Mitte der Netzhaut keine Stäbchen vorhanden sind, liegt der Ort des schärfsten Sehens beim skotopischen Sehen neben der Fovea centralis (parafoveal). Doch auch hier werden Details mit geringem Kontrast schlichtweg gar nicht oder deutlich schlechter wahrgenommen. Die Reaktionszeit der Stäbchen ist darüber hinaus höher als die der Zapfen. Das Resultat ist eine längere Anpassung bei dunklen Lichtverhältnissen – der sogenannte Pulfrich-Effekt. So erscheinen im Übergangs- oder Dämmerungsbereich Blautöne wesentlich leuchtender. Das spielt bspw. bei der Beleuchtung für Filmaufnahmen eine stimmungstechnisch wichtige Rolle, denn hier wird oft die Nachtstimmung durch einen höheren Anteil blauer Farbschattierungen künstlich verstärkt.

Funktionsstörung der Stäbchen

Eine Funktionsstörung der Stäbchen kann in einer Nachtblindheit resultieren. Wir erinnern uns: die Stäbchen unterscheiden zwischen Hell und Dunkel und ermöglichen darüber hinaus das Sehen in der Dämmerung und in der Nacht. Die anderen Sinneszellen, nämlich die Zapfen, ermöglichen hingegen das Farbensehen und funktionieren auch nur ab einer bestimmten Helligkeit. Daher sind sie bei schwachen Lichtverhältnissen sowieso benachteiligt, da keine Farben mehr unterscheidbar sind. Liegt eine Funktionsstörung der Stäbchen vor, leidet der Betroffene an der Nachtblindheit, da bereits ab Dämmerung oder in der Dunkelheit nur noch schwaches oder kein Sehen mehr möglich ist. Ein gesundes Auge passt sich außerdem an momentane Lichtverhältnisse. Hierbei reguliert sie die Lichtempfindlichkeit und kann sie bei sehr schwachem Licht um ein Vielfaches verstärken. Bei der Nachtblindheit ist diese Adaptionsfähigkeit deutlich eingeschränkt.

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