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Glaskörperabhebung

Stellt der Augenarzt bei Ihnen eine Glaskörperabhebung fest, dann hat sich der Glaskörper Ihres Auges von der Netzhaut entfernt.  Er ist also nicht mehr mit der Rückwand des Auges verbunden. Eine Glaskörperabhebung kann vollständig oder nur teilweise vorliegen. Das kann zu Beeinträchtigungen des Sehvermögens führen, muss aber in vielen Fällen nicht behandelt werden. Unverzichtbar ist hingegen eine weitere Beobachtung durch den Augenarzt, denn es kann im weiteren Verlauf auch zu ersten Anzeichen einer Netzhautablösung kommen. Etwa ein Drittel der Patienten mit Glaskörperabhebung ist davon betroffen. Der behandelnde Arzt und auch ein kompetenter Optiker müssen auf diesen Zusammenhang unbedingt hinweisen. Falls die Ablösung der Netzhaut droht, ist für den Erhalt der Sehkraft zumeist eine umgehende Operation erforderlich.

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Formen

Man unterscheidet zwischen zwei Formen der Glaskörperabhebung, die hintere und die vordere Glaskörperabhebung. Die vordere Glaskörperabhebung bezeichnet man auch als basale Glaskörperabhebung.

Symptome

Wie stark die Auswirkungen der Glaskörperabhebung wahrgenommen werden, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während ein Teil der Betroffenen über einen längeren Zeitraum praktisch keine Einschränkungen verspürt, merken andere eine zunehmende Trübungen im Blickfeld. Die getrübten Bereiche bewegen sich sozusagen mit, wenn der Blick nach links und rechts oder nach oben und unten gerichtet werden. Es tritt in erster Linie dann auf, wenn man Gegenstände zum Beispiel vor einer hellen Wand betrachtet oder in den Himmel schaut. Auch das Gefühl von kleinen Blitzen wird häufig geschildert. Je nach Stärke der Glaskörperablösung beobachten Betroffene im Zentrum Ihres Gesichtsfeldes bei Augenbewegungen zahlreiche ringförmige oder schlangenförmige Linien (Mouches volantes, also „fliegende Mücken“). Wer solche Symptome bei sich wahrnimmt, sollte möglichst umgehend mit seinem Optiker sprechen oder direkt einen Termin beim Augenarzt vereinbaren.

Glaskörperabhebung – Abbildung

 

Bei einer Glaskörperabhebung löst sich der Glaskörper von der Netzhaut.

Ursache der Glaskörperabhebung

Bei der reinen Abhebung des Glaskörpers handelt es sich nicht um eine akute und somit behandlungsbedürftige Erkrankung, sondern eher um eine normale Begleiterscheinung des Älterwerdens. Durch die altersbedingte zunehmende Schrumpfung des Glaskörpers kommt es zu Abhebung von der Netzhaut des Auges. Die meisten Patienten mit den entsprechenden Symptomen haben ihren 60. oder 70. Geburtstag bereits hinter sich. In selteneren Fällen sind aber auch deutlich jüngere Menschen betroffen. Hier lassen sich häufig eine andere Erkrankung wie zum Beispiel der graue Star, eine Operation der Katarakt oder auch eine Verletzung des Auges als Ursache ausfindig machen.

Gefahr der Netzhautablösung droht

Während die Glaskörperabhebung selbst als nicht gefährlich gilt, erfordert eine mögliche Netzhautablösung sofortiges Handeln. Zum Problem kann die Abhebung des Glaskörpers werden, wenn in ihrem Verlauf kleine Risse in der Netzhaut entstehen. Die Ablösung ist dann fast zwangsläufig die Folge. Deshalb raten Optiker und Augenärzte zu einer gründlichen Untersuchung. Denn der Arzt kann mögliche Risse frühzeitig entdecken, wenn er sich die Netzhaut im Detail anschaut. Das ist durch die beispielsweise mit Augentropfen geweitete Pupille möglich. Erkennt der Augenarzt Hinweise auf einen Riss, kann er mit dem Patienten die notwendige Therapie besprechen. Gute Erfolge lassen sich mit einem Laser erzielen. Mit der punktgenauen Behandlung kann der Augenarzt die Risse der Netzhaut schließen und einer Ablösung auf diese Weise effektiv vorbeugen. Eine wirksame Behandlung, die einmal entstandene Trübungen des Glaskörpers auflöst, ist bisweilen nicht bekannt. In den meisten Fällen gewöhnen sich die Patienten aber an den eingetretenen Zustand und empfinden ihn nach einer gewissen Zeit kaum noch als störend.

Bildquelle:
Alila Medical Media / Fotolia