Lexikon»Erkrankungen»Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Bei der Hornhautverkrümmung, auch als Stabsichtigkeit bekannt, handelt es sich um eine Fehlsichtigkeit, bei der die Hornhaut nicht normal, sondern verformt ist. Bei einem Auge, das ohne Sehhilfe scharfe Bilder liefert, präsentiert sich Hornhaut in der Form einer Kugel. Die Krümmungen sind gleichmäßig, so dass die von außen einfallenden Lichtstrahlen sehr gute gebündelt werden können. Ihr Brennpunkt liegt auf der Netzhaut (Retina) , wo ein scharfes Bild entsteht, welches dann über den Sehnerv ans Gehirn weitergeleitet wird. Wenn der Augenarzt oder der Optiker eine Hornhautverkrümmung feststellen, dann weist die Hornhaut nicht die idealerweise vorhandene gleichmäßige Form auf, sondern es zeigen sich Unregelmäßigkeiten. Das führt dazu, dass das Licht nicht korrekt gebrochen werden kann. Statt in einem Punkt auf der Netzhaut gebündelt zu werden, entsteht dort eine Linie. Man könnte sie auch als Stab bezeichnen, deshalb hat sich im Fachjargon der Name Stabsichtigkeit als Übersetzung von Astigmatismus eingebürgert.

View Video

Ursachen

In vielen Fällen ist die Hornhautverkrümmung angeboren. Wenn sie relativ stark ausgeprägt ist, gehören regelmäßige Besucher beim Augenarzt und beim Optiker von Kindheit an zum Leben dazu. Bei der Suche nach den tieferen Ursachen werden Augenarzt und Optiker fast immer in den Genen fündig. Die meisten Menschen mit Hornhautverkrümmung stammen aus Familien, in denen die Stabsichtigkeit häufiger vorkommt. Mitunter sind die Verkrümmungen der Hornhaut Hinweise auf Narben oder verschiedene Erkrankungen. Diese können entweder bereits überwunden oder noch akut sind. Eine weitere mögliche Erklärung für eine nicht erblich bedingt Hornhautverkrümmung kann im Bereich des Augenlids zu finden sein. Wenn es überdurchschnittlich stark auf das Auge drückt, bleibt das nicht ohne Folgen für die Form der Hornhaut.

Formen der Hornhautverkrümmung

Man unterscheidet zwei Formen von Hornhautverkrümmungen:

regulären Astigmatismus: Die maximal und minimal brechende Ebenen stehen senkrecht aufeinander (Verkrümmung im vertikalen Bereich)

irregulären Astigmatismus: maximal und minimal brechende Ebene haben einen von 90 Grad abweichenden Winkel zueinander und stehen nicht senkrecht aufeinander

Hornhautverkrümmung – Abbildung

 

Bei der Hornhautverkrümmung handelt es sich um eine ungleichmäßige Form der Hornhaut

Therapie

Um die Auswirkungen der Hornhautverkrümmung auf den Alltag so gering wie möglich zu halten, führt der Augenarzt eine genaue Untersuchung der Augen durch. Er ermittelt, an welcher Stelle sich die Verkrümmungen in welchem Ausmaß zeigen, und leitet die entsprechenden Werte an den Optiker weiter. Dieser nutzt die Datenbasis, um eine Brille mit speziellen Zylindergläsern anzufertigen oder Kontaktlinsen anzupassen. Eine Behandlung der Hornhaut ist mit konservativen Methoden nicht möglich. Der Augenarzt kann nur durch den Einsatz eines Lasers die Unregelmäßigkeiten der Hornhaut entfernen und dadurch die Brechung der Lichtstrahlen verbessern.

Hinweise auf einen Keratokonus ernst nehmen

Vorsicht ist insbesondere geboten, wenn sich die Krümmung der Hornhaut mit der Zeit verändert. In der Regel bedeutet dies, dass sie zunimmt. Beobachten der Augenarzt und der Optiker dieses Phänomen, so erkennen die Experten darin Hinweise auf einen möglichen Keratokonus. Die Hornhaut verliert dabei immer mehr ihre ursprünglich runde Form und gleich zunehmend einem Kegel. Um Auswirkungen auf die Netzhaut zu verhindern, sind eine Beobachtung und gegebenenfalls eine Behandlung durch den Augenarzt erforderlich. Zudem geht der Mediziner Hinweisen auf mögliche Trübungen der Hornhaut nach, wie sie beim grauen Star vorkommen können. Auch sie kommen als eine mögliche Ursache für Astigmatismus in Betracht.