Emmetropie (Normalsichtigkeit): Ohne Sehhilfe scharf sehen

Emmetropie
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Bei einer Emmetropie (auch: Normalsichtigkeit, Rechtsichtigkeit) sind die Augen in jeder Situation in der Lage, ein scharfes Bild zu liefern. Das Wort stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt in etwa „im Maß“ oder auch „passend“. Die Augen funktionieren ohne jede Einschränkung und brauchen weder eine Brille noch Kontaktlinsen, um Gegenstände in der Nähe oder weiter entfernte Objekte gut erkennen zu können. Erfahren Sie mehr in diesem Beitrag.

Emmetropie – der Brennpunkt liegt genau auf der Netzhaut

Das Auge ist ein komplexes Sinnesorgan, dessen einzelne Teile gut zusammenarbeiten müssen, damit Sie wirklich gut sehen können. Von zentraler Bedeutung sind die Linse und die Netzhaut. Die Linse hat die Aufgabe, die einfallenden Lichtstrahlen zu brechen. Das geschieht im Idealfall so, dass die Strahlen auf der Netzhaut gebündelt werden. Hier sollte also der Brennpunkt liegen.

Normalsichtigkeit
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Den Bereich der Netzhaut, der für das scharfe Sehen zuständig ist, nennen Ihr Optiker und Augenarzt Makula. Von dort aus führen die Sehnerven direkt ins Gehirn, wo die „fertigen“ Bilder schließlich umgesetzt werden. Bei der Emmetropie gelingt es den Linsen in Ihren Augen, die Lichtstrahlen exakt auf der richtigen Position zu konzentrieren.

Wenn Sie Ihre Sehschärfe beim Augenarzt oder beim Optiker ermitteln lassen, kann der Fachmann also keine Abweichung vom Ideal feststellen. Auch im täglichen Leben gibt es kaum eine Situation, in der Sie nicht gut und scharf sehen können. Selbst Strahlen von Lichtquellen in sehr großer Entfernung können Ihre Augen so brechen, dass ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht.


Abweichungen vom Idealzustand

Die Mehrzahl der Menschen gilt aus augenärztlicher Sicht als fehlsichtig. Von Emmetropie kann also nur bei einer Minderheit gesprochen werden. Die meisten Kinder und Erwachsenen sind entweder kurzsichtig oder weitsichtig. Im Alter treten beide Sehschwächen vielfach auch parallel auf. Dann kommt zu einer bereits vorhandenen Kurzsichtigkeit häufig eine altersbedingte Weitsichtigkeit hinzu. Spätestens dann ist die Zeit für eine Lesebrille gekommen.

Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr endet somit für die allermeisten bis dahin normalsichtigen Menschen der Zustand der Emmetropie. Das Auge ist ab einem gewissen Alter nicht mehr in der Lage, die für scharfes Sehen in der Nähe erforderliche Anpassungsleistung zu erbringen. Ihr Optiker spricht in diesem Zusammenhang von der Fähigkeit zur Akkommodation.


Brillen und Kontaktlinsen schaffen Abhilfe

Wenn Ihnen scharfes Sehen schwer fällt, sei es in der Ferne oder im Nahbereich, sollten Sie Ihren Optiker aufsuchen. Hier erhalten Sie eine Brille oder exakt auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Kontaktlinsen. Die wichtigste Aufgabe einer jeden Sehhilfe lässt sich schnell beschreiben: Brillengläser oder Kontaktlinsen sollen gemeinsam mit Ihren Augen einen Zustand herbeiführen, der der Emmetropie möglichst nahe kommt. Sie sollen also mit Ihrer Brille oder mit Ihren Kontaktlinsen ebenso gut sehen können wie es ein Normalsichtiger kann.

Um dieses Ziel zu erreichen, nimmt der Optiker Anpassungen an der Brille und den Linsen vor. Er stellt sicher, dass die Sehhilfe ihre korrigierende Wirkung in vollem Umfang entfalten kann. Wenn Sie sich die Zeit für ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Optiker nehmen, können Sie auch sehr ausgeprägte Fehlsichtigkeiten effektiv korrigieren lassen.


Quellen:
Burk, A. & Burk, R.: Checkliste Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 6. Auflage, 2018.
Buser, A. & Friedburg, D. & Lachenmayr, B.: Auge – Brille – Refraktion. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 5. Auflage, 2016.
Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer-Verlag, Heidelberg, 31. Auflage, 2012.

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