Bioptics: Die Ergänzung zur Linsenimplantation

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Wenn die Sehstärke nachlässt, sind damit oft auch gravierende Einschränkungen im Alltag verbunden. Viele Menschen möchten diese nicht hinnehmen und entscheiden sich daher für eine operative Behandlung ihrer Sehfehler. Eine Methode, die immer stärker Verwendung findet, ist das Behandlungskonzept Bioptics.

Augenlaserbehandlung und Linsenimplantation

Bioptics bezeichnet die Kombination von Augenlaserbehandlung und Linsenimplantation. Es werden somit zwei Verfahren der Sehfehler Behandlung miteinander verknüpft, beide Methoden stellen dabei aber einen eigenen, zeitlich voneinander getrennten, Eingriff dar. Bioptics bietet sich also immer dann an, wenn eine der beiden einzelnen Verfahren nicht den erhofften Erfolg gebracht hat, zudem kann Bioptics bei Hornhautverkrümmung, komplizierten Sehfehlern und sehr starker Fehlsichtigkeit angewendet werden.

Ganz allgemein sollen durch Bioptics also Brechungsfehler der Augenlinse korrigiert und die Sehkraft wieder hergestellt werden. Bei dem Verfahren wird eine Kunstlinse in das Auge transplantiert, daran anschließend erfolgt zusätzlich eine Augenlaserbehandlung der Hornhaut. Damit wird eine Hornhautverkrümmung korrigiert und der Erfolg der Linsentransplantation unterstützt. Denn eine implantierte Kunstlinse kann trotz genauer Messungen nicht immer einen Sehfehler wie erhofft korrigieren, wenn die Linse nicht im korrekten Brechwert Bereich sitzt. Diese Abweichung kann einer Fehlsichtigkeit von bis zu einer Dioptrie entsprechen. Solche Abweichungsfehler lassen sich dann mit der anschließenden Laserbehandlung korrigieren.

In drei Schritten zum gewünschten Ergebnis

Augenlaserbehandlung
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Die Behandlung dauert in der Regel drei bis vier Wochen und erfolgt in drei Schritten. Nach einer umfassenden Voruntersuchung inklusive Analyse der Sehstärke, des Augendrucks und des Augenhintergrunds wird zunächst aus der oberen Hornhautschicht des Auges ein Deckel (Flap) geschaffen. Dies geschieht mithilfe eines Mikroskalpells oder mittels Augenlaser. Der Deckel ist nun vorbereitet, bleibt aber für den weiteren Behandlungsverlauf noch geschlossen.

Im zweiten Schritt folgt mit der Linsentransplantation der Einsatz der neuen Kunstlinse in das Auge. Sie kann zusätzlich zur eigenen Linse eingesetzt werden (phake Linse) oder als Intraokularlinse die bisherige Augenlinse vollständig ersetzen.

Als dritter und abschließender Schritt folgt nach etwa vier Wochen die Laserbehandlung. Dabei wird der im ersten Schritt erzeugte Deckel in der Hornhaut geöffnet und die tieferen Hornhautschichten korrigiert: Bei Kurzsichtigkeit wird die Hornhaut abgeflacht, bei Weitsichtigkeit angestellt. Auch eine Hornhautverkrümmung kann in diesem Schritt durch die Augenlaserbehandlung korrigiert werden. Im Anschluss wird der Flap wieder zugeklappt. Durch ihre Selbstheilungskräfte versiegelt sich die Hornhaut selbst und ist nach wenigen Tagen wieder vollständig regeneriert.

Bioptics besonders für junge Menschen geeignet

Bioptics ist insbesondere für junge Menschen geeignet, die sowohl an einer starken Fehlsichtigkeit mit hoher Dioptrienzahl (Kurzichtigkeit: bis -25 Dioptrie, Weitsichtigkeit: bis +8 Dioptrie) als auch an einer Hornhautverkrümmung leiden.

Auch Personen mit extremer Kurz- beziehungsweise Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung profitieren vom Kombinationsverfahren, wenn ein einzelner Eingriff nicht ausreicht, um den Sehfehler zu beheben. Zudem bietet sich Bioptics an bei Menschen mit geringer Hornhautdicke, bei denen eine reine Augenlaserbehandlung nicht zum Einsatz kommen kann.

Kosten und Dauer einer Bioptics-Behandlung

Die Kosten für eine Bioptics-Behandlung belaufen sich in der Regel auf etwa 2400 bis 3500 Euro – pro Auge. Die Betäubung erfolgt ambulant, das Verfahren selbst ist ein relativ kurzer Eingriff: Sowohl Linsentransplantation als auch Augenlaserbehandlung dauern jeweils rund zehn Minuten. Der zeitliche Abstand zwischen den Behandlungsschritten wirkt sich positiv auf Regeneration und Heilungschancen des Auges aus und reduziert die Belastung für die Augen.

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