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Augeninnendruck

Der Augeninnendruck (med.: tensio) bezeichnet den physikalischen Druck, der auf der Augeninnenwand lastet. Eine regelmäßige Kontrolle des Augeninnendrucks gehört zu den wichtigsten Untersuchungen beim Augenarzt. Auch ein technisch gut ausgestatteter Optiker kann die Messungen vornehmen. Wichtig ist, dass der Augendruck in bestimmten Abständen wiederholt gemessen wird, um auch Entwicklungen dokumentieren zu können. Der Check des Drucks innerhalb des Auges ist deshald so bedeutsam, weil ein zu hoher Druck häufig auf ein Glaukom hinweist. Diese auch als Grüner Star bekannte Erkrankung kann zu schweren Schäden am Sehnerv und sogar zur Erblindung führen – wenn sie nicht behandelt wird.

Regelmäßige Kontrollen ab dem 40. Lebensjahr

Wie oft Sie zur Kontrolluntersuchung einen Termin beim Augenarzt oder Optiker vereinbaren sollten, hängt von Ihrem Lebensalter und von Ihrem individuellen Risiko für eine Glaukom-Erkrankung ab. Generell lässt sich sagen, dass die Gefahr eines Grünen Stars mit zunehmendem Alter steigt. Experten empfehlen daher regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Optiker oder Augenarzt ab dem 40. Lebensjahr. Wer stark fehlsichtig ist, Diabetes hat oder in der Vergangenheit schon einmal Probleme mit erhöhtem Augeninnendruck hatte, der sollte bereits ab seinem 35. Geburtstag mindestens einmal jährlich zur Messung gehen. Vorsicht ist außerdem geboten, wenn Familienangehörige wie Eltern, Großeltern oder Geschwister Glaukome hatten oder haben. Die Erkrankung gilt zu großen Teilen als anlagebedingt, so dass Fälle in der Familie ein klares Warnsignal sind.

Grenzwerte für einen gesunden Augeninnendruck

In der Medizin besteht weitgehende Einigkeit darüber, welcher Augeninnendruck noch als normal und welcher als erhöht anzusehen ist. Höher als 18 bis 21 mm Hg sollte der Druck nicht liegen. Das untere Ende des normalen Bereichs markiert ein Wert von 10 mm Hg. Ergibt die Messung beim Optiker oder in der Praxis des Augenarztes einen Wert von mehr als 21 mm Hg, sind weitere Untersuchungen und eine Behandlung erforderlich. Nicht immer weist ein erhöhter Augeninnendruck automatisch auf ein Glaukom hin. Zu hoher Druck ist aber die Hauptursache für den Grünen Star, sollte also keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.

Die Kammerflüssigkeit muss zirkulieren

Ein guter und gesunder Augeninnendruck wird durch die Zirkulation der so genannten Kammerflüssigkeit aufrechterhalten. Ohne einen gewissen Druck würde das Auge nicht seine Form beibehalten können, es könnte keine scharfen Bilder liefern, und auch die ausreichende Versorgung wäre ohne Augendruck nicht möglich. Aber er muss eben das richtige Maß haben. Solang die Messungen beim Augenarzt oder Optiker einen Wert innerhalb der Toleranzgrenzen ergeben, ist alles in Ordnung. Abweichungen nach oben sollten dann Anlass für weitere Untersuchungen sein. Der Augenarzt muss insbesondere herausfinden, warum der Druck im Auge steigt. Zumeist liegt die Ursache in einer Störung der Flüssigkeitszirkulation. Die Flüssigkeit entsteht im Ziliarkörper und wird dort in bestimmten Mengen produziert. Solange eine vergleichbare Menge aus dem Auge abfließen kann, bleibt das Gleichgewicht gewahrt. Wenn nun aber der Abfluss nicht mehr wie vorgesehen funktioniert, muss der Augenarzt mit seiner Behandlung die natürliche Zirkulation wieder in Gang bringen.

Behandlung hoher Augeninnendruck

Ihr Augenarzt kann zur Behandlung eines erhöhten Augeninnendrucks Medikamente, insbesondere Augentropfen, nutzen oder eine Operation vornehmen. Eine wachsende Zahl von Augenärzten wendet in diesem Fall Lasertechnik an, mit der eine sehr risikoarme und höchst wirksame Behandlung möglich ist. Nach der medikamentösen Therapie oder dem operativen Eingriff muss die Entwicklung des Augeninnendrucks vom behandelnden Arzt und eventuell begleitend auch vom Optiker exakt verfolgt werden.