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YAG Laser-Kapsulotomie

Die YAG-Laser Kapsulotomie ist eine Behandlungsmethode zur Beseitigung der nach einer Katarakt-Operation eventuell erneut auftretenden Eintrübung des Auges (Nachstar). Etwa jeder dritte Patient, der wegen des grauen Stars vom Augenarzt operiert wird, entwickelt später einen Nachstar. Es kommt dabei zu einer Eintrübung des Auges, von der diesmal jedoch die Hinterkapsel der Linse betroffen ist. Dieser Teil der körpereigenen Linse bleibt bei der Operation erhalten, während der vordere Teil durch eine künstliche Linse ersetzt wird. Um die neuerliche Eintrübung zu beseitigen, führt der Augenarzt eine YAG Laser-Kapsulotomie durch. Der Laserstrahl zerstört die Zellen, die durch ihre Vermehrung die Eintrübung hervorrufen. Nach dem Eingriff kann der Patient wieder klar sehen.

Ursache Nachstar

Bei der Behandlung des grauen Stars entfernt der Augenarzt den hinteren Teil der Linse nicht, um eine größtmögliche Stabilität zu gewährleisten. Es kann es zur so genannten Kapselfibrose kommen, die nach der Operation bald wieder zu einer Verschlechterung der Sehschärfe führt. Diese Entwicklung kann bei einer Nachuntersuchung beim Augenarzt festgestellt werden, ebenso kann der Optiker bei einer Sehschärfenmessung entsprechende Hinweise liefern. Und mitunter ist der Verlust an Sehschärfe auch so deutlich, dass der Patient selbst eine Beeinträchtigung bemerkt. Das Seherlebnis wird von Betroffenen als verschwommen und unscharf beschrieben. Verantwortlich sind Zellen auf der Hinterkapsel der Linse, die sich faserartig vermehren.

Eingehende Untersuchung

Mit der YAG Laser-Kapsulotomie steht eine effektive Methode zur Behandlung des Nachstars zur Verfügung. Bevor sie zum Einsatz kommt, muss allerdings eindeutig feststehen, dass tatsächlich der Nachstar für die Minderung der Sehleistung verantwortlich ist. Der Augenarzt muss also andere Erkrankungen des Auges ausschließen. Dazu ist eine Reihe von Untersuchungen erforderlich, zu denen auch ein Sehtest und eine Befragung des Patienten gehören. Auch die Ergebnisse von Sehtests, die der Optiker in regelmäßigen Abständen durchgeführt hat, können in die Überlegungen einfließen. Eine wichtige Rolle spielt zudem der Retinometervisus. Darunter versteht man eine Untersuchung der Netzhaut, deren Sehfähigkeit vom Augenarzt überprüft wird.

Durchführung YAG Laser-Kapsulotomie

Ist die Entscheidung für die YAG Laser-Kapsulotomie gefallen, muss der Augenarzt vor dem Einsatz des Lasers zunächst die Pupillen weit stellen. Das ist zumeist durch Augentropfen möglich, die auch einige Minuten nach der Behandlung noch wirksam sind. Generell gilt, dass Patienten frühestens drei Stunden später wieder selbst am Steuer ihres Autos Platz nehmen dürfen. Nach der Weitung der Pupillen setzt der Augenarzt ein Kontaktglas direkt auf die zuvor betäubte Hornhaut auf. Der Mediziner lenkt nun den Laserstrahl sehr exakt auf die Kapselfibrose und erzeugt dadurch ein Loch in den unerwünschten Zellen, die die Augentrübung hervorgerufen haben. In der Folge kann der Patient wieder besser sehen. Bis ein optimales Ergebnis erzielt ist, sind häufig mehrere Behandlungen erforderlich. Jede einzelne Sitzung nimmt aber jeweils nur wenige Minuten in Anspruch.

Chancen und Risiken

Augenärzte und Optiker sind sich einig, dass das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken bei der YAG Laser-Kapsulotomie sehr gut ist. Die Behandlung verläuft fast immer erfolgreich, Schwierigkeiten treten nur sehr selten auf. Ist die Sehschärfe nach mehrmaligem Einsatz des Lasers wiederhergestellt, muss der Patient in der Regel mit keinem weiteren Nachstar rechnen. Nur in sehr wenigen Fällen bringt die YAG Laser-Kapsulotomie nicht den gewünschten Erfolg. Dann muss der Augenarzt auch die eingetrübte Hinterkapsel der Linse ersetzen.