Retinoschisis: Spaltung der Netzhaut im Auge

Retinoschisis (Netzhautspaltung)
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Der Begriff Retinoschisis bezeichnet eine Spaltung innerhalb der Netzhaut des Auges. Sie kann sowohl die innere, als auch die äußere Netzhaut betreffen und führt zu beidseitigen Netzhautdefekten (z. B. in der Fovea centralis). Die Krankheit kann im frühesten Kindesalter oder bei weitsichtigen Männern ab dem 50. Lebensjahr sowohl dezent, aber auch sehr markant auftreten. Die verschiedenen Formen treten entweder ohne zusätzliche Krankheitsbilder im Auge oder als Begleiterkrankung einer bestehenden Augenerkrankung auf. Erfahren Sie hier mehr.

Retinoschisis: Formen

Man unterscheidet zwischen folgenden Formen der Retinoschisis:

  • Angeborene Form: Diese Form wird auch X-chromosomale juvenile Retinoschisis bezeichnet und betrifft fast ausschließlich das männliche Geschlecht. Meist tritt die Erkrankung im Kindes- oder Schulalter diagnostizierbar auf.
  • Erworbene Form: Die Ursache der erworbenen senilen oder degenerativen Retinoschisis ist unklar. Es wird vermutet, dass diese Form ihre Ursache in unterschiedlichen Formen einer zystenähnlichen Netzhautdegeneration hat. Die senile Form betrifft beide Geschlechter gleichermaßen und bei ca. 60 % der Patienten sind beide Augen betroffen.
  • Degenerative Form oder als Komplikation: Im Rahmen von Erkrankungen wie hoher Myopie, Grubenpapille (Anomalie des Sehnervenkopfes) oder Traktionen (Zug) kann diese Form der Netzhautspaltung auftreten. Auch Patienten die an einer diabetischen Retinopathie leiden, gehören zur gefährdeten Patientengruppe für eine Retinoschisis.

Retinoschisis: Symptome

Eine Retinoschisis tritt anfangs oftmals ohne spürbare Symptome auf. Oftmals sind die ersten wahrnehmbaren Veränderungen die sogenannten Mouches volantes („Mückschwarm“) oder Einschränkungen im Gesichtsfeld. Im Verlauf der Erkrankung kommt es dann meist zu Sehschwächen, Leseschwierigkeiten und in schweren Fällen zu einem Nystagmus (unkontrollierbaren, rhythmischen Bewegungen des Auges).

Im Bereich des Augenhintergrunds kommt es zu Veränderungen der Netzhaut im Bereich der Makula, einer Aufspaltung der Nervenfaserschicht und einem Schleier im Glaskörper des Auges. In besonders schweren Fällen einer Retinoschisis kann es zu einer vollständigen Netzhautablösung mit Glaskörperblutungen kommen.


Retinoschisis: Therapie

Therapeutische Maßnahmen bei den unterschiedlichen Formen der Netzhautspaltung sind oft limitiert und beschränken sich meist auf die engmaschige Beobachtung durch den Augenarzt. Möglichkeiten zur Kontrolle können z. B. Funduskontrolle oder die optische Kohärenztomographie (OCT) sein. In der Regel ist eine Retinoschisis harmlos und bedarf nur einer Therapie, wenn es zu Bildung von Netzhautlöchern oder einer Netzhautablösung kommt.

Von früher eingesetzten Behandlungen mittels Laser- oder Kyrotherapie wurde inzwischen wieder Abstand genommen, da ein Fortschreiten der Krankheit dadurch nicht aufgehalten wurde. In einigen wenigen Sonderfällen ist eine Operation eventuell möglich, dies Bedarf dann aber detaillierter Rücksprache mit dem Augenarzt.


Quellen:
Burk, A. & Burk, R.: Checkliste Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 6. Auflage, 2018.
Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer-Verlag, Heidelberg, 31. Auflage, 2012.
Heimann, H. & Kellner, U.: Atlas des Augenhintergrundes. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1. Auflage, 2010.

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