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Glaukomanfall

Als Glaukomanfall bezeichnet man die unerwartete, plötzliche und hochgradige Erhöhung des Augeninnendrucks. Dabei kommt es innerhalb weniger Minuten zu einer drei- bis vierfachen Erhöhung des Normalwerts. In der Regel ist davon nur ein Auge betroffen. Ein Glaukomanfall stellt einen augenärztlichen Notfall dar, der umgehend behandelt werden muss.

Ursachen für einen Glaukomanfall

Bei einem Glaukomanfall kommt es zu einer plötzlichen Abflussstörung des Kammerwasser im Auge. Diese hat meist mit einer Verlegung des gesamten Abflussbereiches im Auge zu tun. Dabei verschließt oder verengt sich der Kammerwinkel durch die Regenbogenhaut (Iris). Die auch als Winkelblock oder Pupillarblock bezeichnete Blockade/Verlegung kann durch pupillenerweiternde Medikamente oder Entzündungen hervorgerufen werden.Während die körpereigene Produktion des Kammerwassers weiterhin funktioniert, kann dieses aufgrund der Blockade nicht mehr abfließen. In folge dessen kommt es zu einem massiven Anstieg des Augeninnendrucks in kürzester Zeit.

Entwicklung Glaukom
© Alila Medical Media / Fotolia

Glaukomanfall: Symptome

Folgende Symptome können bei einem Glaukomanfall auftreten:

  • starke Augenschmerzen über dem betroffenen Auge
  • begleitende Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • stark gerötete Augen
  • erweiterte Pupille
  • eingeschränktes Sehvermögen
  • evlt. geschwollene Augenlider
  • Gefühl eines „harten“ Augapfels

Behandlung

Als Soforttherapie ist es immer das erste Ziel, den Augendruck in den Normbereich zu senken. Mithilfe von augendrucksenkenden Medikamenten oder Infusionen (Parasympathomimetika) wird versucht eine schnelle Regulierung des Augeninnendruckes zu erreichen. Gleichzeitig erfolgt die Verabreichung von speziellen Augentropfen, die die verlegten Abflusswege wieder öffnen sollen. Parallel erfolgt die Gabe von Schmerzmedikamenten zur Linderung der Beschwerden des Patienten.

Nach einer erfolgten Akuttherapie muss das Ziel sein, dass Auge vor einem weiteren Glaukomanfall zu schützen. In diesem Fall wird operativ ein kleines Loch/Fenster mit einer YAG-Laseriridotomie in der Regenbogenhaut erzeugt. Diese künstliche Verbindung zwischen vorderer und hinterer Augenkammer gewährleistet einen problemlosen Abfluss des Kammerwassers und soll einer erneuten Verlegung oder einem Verschluss des Abflussweges verhindern. Alternativ besteht noch eine lasergestützte Aufweitung des Kammerwinkels als therapeutische Maßnahme. Zur weiteren Sicherheit wird eine regelmäßige Therapie mit pupillenverengenden Augentropfen notwendig.

Wichtig ist, dass auch das nicht betroffenes Auge eingehend untersucht wird und eventuell ebenfalls ein vorbeugendes „Fenster/Loch“ innerhalb der Regenbogen geschaffen wird, um eine komplette Blockade oder Verlegung zu verhindern. Da sich die anatomischen Gegebenheiten beider Augen in der Regel sehr ähneln, ist auch beim vermeintlich gesunden Auge die Gefahr eines zukünftigen Glaukomanfalls relativ hoch.

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Von |2018-09-06T13:46:12+02:0021. Dezember 2017|
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