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Nahaufnahme eines roten Auges - Thema: Bindehautentzündung© Sergey / Fotolia

Bindehautentzündung

Bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kommt es zu einer Irritation, Entzündung oder Reizung der schützenden Augenbindehaut. Sind Bakterien und Viren die Verursacher, ist eine Konjunktivitis hoch ansteckend. Kommt es durch Allergien, äußere Reize oder trockene Augen zu einer Bindehautentzündung, so ist diese nicht ansteckend. Zu den typischen Begleiterscheinungen und Folgen einer Konjunktivitis gehören Jucken, Brennen und ein Verkleben der Augenlider

Formen und Ursachen

Mediziner unterscheiden zwischen einer infektiösen und einer nicht-infektiösen Bindehautentzündung.

Zu den infektiösen Bindehautentzündungen gehören:

  • baktierelle Bindehautentzündung: Diese Form der Konjunktivitis wird oft durch Bakterien der Gattungen Staphylokokken, Pneumokokken und Streptokokken ausgelöst. Im Rahmen einer Neugeborenen-Konjunktivitis können infizierte Mütter aber auch Bakterien wie Gonokokken oder Chlamydien übertragen. Besonders vorsichtig sollte man bei der Verwendung von Kosmetika sein, denn in angebrochenen Augentropfenfläschchen, Kosmetika oder Kontaktlinsenlösungen findet sich häufig ansteckende Keime.
  • virale Bindehautentzündung: Eine der höchst ansteckenden Form der Bindehautentzündung wird durch Adenoviren verursacht und ist hochansteckend. Andere virale Bindehautentzündungen können z.B. durch das Simplex Virus ausgelöst werden und führen zu kleinen Herpesbläschen am Lidrand.

Als nicht-infektiöse Bindehautentzündung gelten:

  • mechanische Bindehautentzündung: Äußere Reize wie Staub, Sand, Rauch oder trockene Luft können die Bindehaut reizen. Dabei wirken die Fremdkörper wie Sandpapier auf dem Auge und reizen die Bindehaut durch jeden Lidschlag. Weitere mechanische Ursachen können unkorrigierte Fehlsichtigkeiten oder eine Überanstrengung der Augen sein.
  • allergische Bindehautentzündung: Diese Form der Bindehautentzündung tritt oft in Verbindung mit Heuschnupfen oder einer bestehenden Schuppenflechte auf. Dabei kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen des körpereigenen Immunsystems und neben roten, juckenden oder tränenden Augen auch zu Schnupfen und Hautausschlag.

Was sind die ersten Anzeichen einer Bindehautentzündung?

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kann sich durch folgende Symptome zeigen:

Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Dabei kann eine Bindehautentzündung anfangs nur einseitig oder an beiden Augen auftreten. Die einseitige Konjunktivitis gilt in ihrem Verlauf als schwerwiegender. Wie sehr die Betroffenen unter den einzelnen Symptomen leiden, hängt dabei nicht vom Ausmaß der Entzündung ab, sondern ist individuell sehr verschieden.
 
Beide Formen, sowohl die virale und bakterielle Konjunktivitis, können zudem durch kleine Vorwölbungen (sog. Follikel) der der Bindehaut des Auges gekennzeichnet sein. Diese entstehen durch eine Ansammlung von weißen Blutkörperchen (sog. Lymphozyten).

Therapie

Abhängig von der Diagnose, also insbesondere der Frage nach den Ursachen für die Bindehautentzündung, kann der Augenarzt die Therapie einleiten.

Handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, lässt sich diese mit antibiotikahaltigen Salben und Lösungen behandeln. Die Mittel enthalten Wirkstoffe, die den Erregern direkt bekäpfen. Der Patient muss sich allerdings genau an die Vorgaben des Augenarztes halten und die Medikamente in der empfohlenen Form anwenden. Wichtig ist außerdem, dass Tropfen, Salben und Co. lange genug angewendet werden. Hier gilt: Sie sollten die Mittel nicht absetzen, wenn die Entzündung scheinbar beseitigt ist, sondern sie so lange anwenden wie vom Arzt empfohlen.

Bei viralen Bindehautentzündungen gibt es keine gezielte Therapie bzw. wirkungsvolle Medikamente. Hier können Hausmittel die Beschwerden bei roten und tränenden Augen lindern. Meist vergehen die Symptome in der Regel nach zwei Wochen von alleine.

Bei allergischen Konjunktivitis können Sie gegen die tränenden und geschwollenen Augen kurzfristig kortisonhaltige Augentropfen einsetzen. Sollten Sie anhaltende Beschwerden haben, sollten Sie eine Desensibilisierung bei einem Facharzt in Erwägung ziehen.

Waren weder Bakterien, Viren oder Allergene der Auslöser für die Konjunktivitis, sondern hat sich die Bindehaut wegen zu großer Trockenheit im Auge entzündet, können feuchtigkeitsspende Tropfen die richtige Wahl sein. Sie legen sich wie ein künstlicher Tränenfilm auf das Auge und verhindern neuerliche Reizungen der Bindehaut.

Vorbeugung

Einer viralen oder bakteriellen Konjunktivitis können Sie nur bedingt vorbeugen. Dennoch gibt es einige Tipps, mit denen Sie die Ansteckungsgefahr verringern können. Leiden Sie grundsätzlich an empfindlichen Augen, sollten Betroffene versuchen, äußere Reize wie Staub oder Zugluft zu vermeiden und sich schädlichen Umweltfaktoren nicht auszusetzen. Ist eine Allergie bekannt sein, kann einer Bindehautentzündung vorgebeugt werden, indem Betroffene versuchen die allergieauslösenden Stoffe/Substanzen nach Möglichkeit zu meiden. Zudem kann die Einnahme allergieunterdrückender Medikamente (Antihistaminika) sinnvoll sein.
 
Weitere Tipps für eine Vorbeugung einer Bindehautentzündung sind:
  • Regelmäßiges waschen der Hände.
  • Benutzung eigener Hygieneartikel für Gesicht und Auge
  • Vermeidung von Händeschütteln
  • Vermeidung von dauerhaften und ständigen Augenreiben
Grundsätzlich gilt: Auch wenn nicht immer eine Bindehautentzündung als Ursache für rote Augen in betracht kommt, so ist es dennoch ratsam vorsichtshalber einen Augenarzt aufzusuchen. So können Folgeschäden vermieden und anderen Erkrankungen vorgebeugt werden.
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Von |2018-08-17T08:15:59+00:0013. August 2018|
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