Rote Augen: Ursachen, Symptome & Behandlungsmöglichkeiten

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Rote Augen (gerötete Augen) sind kein alleinstehendes Krankheitsbild, sondern meist Symptom unterschiedlicher Ursachen. Dabei reichen die Ursachen von trockenen Augen, über Allergien bis hin zu schwerwiegenden Augenerkrankungen. Fast jeder Mensch ist in seinem Leben hin und wieder von roten Augen betroffen und nicht immer sind diese ein Grund zur Sorge. Erfahren Sie im folgenden Text alles über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von roten Augen.

Rote Augen: Ursachen

Aufgrund der Unspezifität der Symptomatik bei roten Augen ist es schwer auf die jeweilige Ursache zu schließen. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum die kleinen Blutgefäße im Auge geweitet und stärker durchblutet sind und das Weiß des Auges rötlich aussehen lassen. Neben Augenerkrankungen können trockene Klimaanlagen- oder Heizungsluft genauso Ursache sein, wie Probleme mit Kontaktlinsen, Schlafmangel, Rauch, Kosmetika oder allergische Reaktionen. Ein Besuch beim Augenarzt hilft die Ursache klar einzugrenzen und zu bestimmen. Folgende Auslöser können rote Augen verursachen:

  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Eine Bindehautentzündung gilt als häufigste Ursache für gerötete Augen und ist eine Irritation, Entzündung oder Reizung der Augenbindehaut. Sie kann durch Bakterien oder Viren (Augengrippe) hervorgerufen werden. Darüber hinaus können auch eine Allergie oder falsch verwendeter Kosmetika zu einer Bindehautentzündung führen.
  • Trockene Augen (Sicca Syndrom): Heizungsluft im Winter oder starke laufende Klimaanlagen im Sommer sind ein häufiger Grund für gereizte, trockene und rote Augen. Darüber hinaus können trockene Augen biologische Ursachen haben. Eine verminderte Tränenproduktion im Alter oder Hormonschwankungen bei Frauen können trockene Augen und daraus resutierende rote Augen bedingen.
  • Allergien: Verschiedene Allergien wie z.B. Schimmelpilzallergie, Hausstauballergie oder Pollenallergien können zur Reizung der Bindehaut des Auges führen und damit rote Augen hervorrufen.
  • Lidrandentzündung (Blepharitis): Die Blepharitis (Lidrandentzündung) ist der medizinische Oberbegriff für Entzündungen der Augenlider, bei denen das gesamte Augenlid betroffen ist. Oft entstehen diese Entzündungen, wenn die Talgdrüsen in den Augenlidern verstopfen. In den meisten Fällen sind Bakterien an der Entstehung der Erkrankung beteiligt.
  • Gerstenkorn (Hordeolum): Auslöser für eine akute Entzündung der Drüsen am Augenlid (Gerstenkorn) sind in den meisten Fällen die so genannten Staphylokokken, mitunter auch Streptokokken. Bei beiden handelt es sich um Bakterien, die von außen ins Auge gelangen und ebenfalls für rote Augen sorgen können.
  • Hornhautentzündung (Keratitis): Bei einer Hornhautentzündung (Keratitis) handelt es sich um eine Entzündung einer oder mehrere Schichten der Hornhaut (Kornea) des Auges. Auch dabei kann es zu tränenden, trockenen und roten Augen kommen. Als Verursacher kommen in erster Linie Bakterien oder Viren infrage. Im Gegensatz zur Bindehautentzündung ist eine Hornhautentzündung deutlich gefährlicher, da sie das Sehvermögen auf Dauer beeinträchtigen oder schädigen kann.
  • Glaukomanfall: Als Glaukomanfall bezeichnet man die unerwartete und plötzliche hochgradige Erhöhung des Augeninnendrucks bei dem zumeist nur ein Auge betroffen ist. Im Vergleich zu den sonstigen, langwierigen Formen des Glaukoms (Grüner Star) tritt eine Glaukomanfall unvermittelt auf und zeigt sich durch ein extrem rotes Auge. Dabei handelt es sich immer um einen augenärztlichen Notfall der umgehend behandelt werden muss.
  • Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis): Uveitis ist ein Überbegriff für verschiedene Entzündungen der mittleren Augenhaut (Uvea) und kann die Regenbogenhaut, den Ziliarkörper oder die Aderhaut des Auges betreffen. Die akute Uveitis zeigt sich meist in Form von roten Augen, Sehverschlechterungen, schmerzhafter Lichtempfindlichkeit und kann unbehandelt bis zur Erblindung führen.
  • Starke UV-Strahlung: Aufgrund übermäßiger UV-Strahlung kann man sich auch die Augen, vorallem die Augenhornhäute „verbrennen“. Typische Symptome sind dann starker Tränenfluss, gerötete Augen und eine übermäßige Lichtempfindlichkeit.
  • Müdigkeit und Überanstrengung: Gereizte Augen und müde Augen produzieren weniger Tränenflüssigkeit die beim Blinzeln über den Augapfel verteilt werden kann. In der Folge reagieren die Augen gereizt, brennen und verfärben sich rötlich.
Rote Augen Ursachen

Rote Augen: Symptome

Rote Augen zeigen sich als erstes durch eine sichtbare ein- oder beidseitige Rötung der Augen. Zeigen sich bei Allergien meist beide Augen betroffen, so kann es bei Krankheiten oder Entzündungen auf ein einseitig gerötetes Auge hinauslaufen. Dabei kommt es zu einer Erweiterung und verstärkten Durchblutung der kleinen Gefäße von Binde- und Lederhaut des Auges. Die eigentlich nicht sichtbaren Gefäße zeichnen sich dann deutlich auf der weißen Lederhaut ab und lassen das Auge rot erscheinen. Mitunter ist auch ein geplatztes Äderchen (Hyposphagma) für die Rötung verantwortlich.

Oft werden rote Augen von weiteren Symptomen begleitet. Bei Allergien kommt es zu zusätzlich zu Juckreiz, vermehrten Tränenfluss oder unangenehmen stechenden Schmerzen. Sind die Augen aufgrund eines Fremdkörpers gerötet, kann es zudem zu einem unschönen Druckgefühl im Auge kommen. Folgende weitere Symptome können auf eine Erkrankung hindeuten und bedürfen einen raschen Abklärung durch einen Facharzt:

  • Nachlassen der Sehstärke
  • Brennende oder juckende Augen
  • Vermehrter, eitriger Ausfluss
  • Tränende Augen
  • Verklebte Augenlider
  • Schwindelgefühle
  • Kopfschmerzen
  • Vergrößerte Lichtempfindlichkeit

Rote Augen: Behandlungsmöglichkeiten

Bei den Behandlungsmöglichkeiten gibt es diverse Möglichkeiten, die stark von den Ursachen der roten Augen abhängt. Oftmals können schon ein wenig Ruhe, die Aufnahme von Flüssigkeit oder eine Lidmassage deutliche Besserung bringen. Darüber hinaus gibt es aber auch Infektionen, zum Beispiel eine Bindehautentzündung oder ein Gerstenkorn, die in ärztliche Hände gehören und durch Medikamente therapiert werden müssen.

Sollte Sie zusätzlich zu der Rötung der Augen über Kopfschmerzen oderakute, starke Schmerzen im Bereich der Augen klagen, ist es dringend empfohlen einen Augenarzt aufzusuchen. In sehr seltenen Fällen handelt es sich dann um einen augenärztlichen Notfall (z. B. einen Glaukomanfall) der nur mithilfe eines operativen Eingriffes unter Kontrolle zu bekommen ist. Betroffene sollten sofort eine Augenklinik aufsuchen, da sonst im schlimmsten Fall eine Verschlechterung des Sehvermögens droht.

Behandlungsmöglichkeiten bei Überanstrengung und Müdigkeit

Häufig kommt es aufgrund einer Überanstrengung oder wenig Schlaf zu roten Augen. In solchen Fällen reicht es oftmals, wenn Sie sich Ruhe gönnen, vermehrt zwinkern oder bewusste Entspannungsübungen für die Augen durchführen. Darüber hinaus sollten Sie ausreichend trinken, regelmäßig lüften und ausreichend schlafen. Eine weiterführende Therapie ist bei diesen Fällen normalerweise nicht nötig.

Behandlungsmöglichkeiten bei trockenen Augen

Leiden Sie unter chronisch trockenen Augen, gibt es mehrere Möglichkeiten der Therapie. Im ersten Schritt kommen meistens speziellen Augentropfen oder -gele (Tränenersatzmittel) zum Einsatz, die dabei helfen, Augenoberfläche ausreichend mit Flüssigkeit zu benetzen. Diese verhindern oftmals schon, dass es zu geröteten Augen kommt. Alternativ dazu gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten wie eine Therapie mit Kortison- oder antientzündlichen Cyclosporin-Augentropfen, spezielle Augenlidkantenpflege oder ein temporärer Verschluss des Tränenpünktchen. Die richtige Therapie kann am besten Ihr Augenarzt bestimmen.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Bindehautentzündung

Handelt es sich um eine Bindehautentzündung oder eine andere bakterielle Infektion, hilft oftmals eine Therapie mit antibiotischen oder entzündungshemmenden Augentropfen und Augensalben. In jedem Fall sollten Sie die Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrem Augenarzt anwenden.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Allergie

Kommt es im Rahmen einer Allergie zu roten, brennenden oder juckenden Augen, lassen sich diese mit anti-allergischen Augentropfen behandeln. Diese speziellen Augentropfen enthalten sogenannte Antihistaminika als Wirkstoff und lindern meist rasch die Symptome. Auch diese Medikamente sollten Sie nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwenden, um andere Gründe für die roten Augen auszuschließen.

Behandlungsmöglichkeiten bei einem Fremdkörper

Rote Augen können auch durch einen Fremdkörper entstehen. Spülen Sie das Auge vorsichtig mit Wasser aus und versuchen Sie so gegebenenfalls den Fremdkörper zu entfernen. Lässt sich ein Fremdkörper nicht ausspülen oder geht dieser mit Verletzungen des Auges einher, wie zum Beispiel Holz- oder Metallsplitter, dann muss der Fremdkörper durch einen Augenarzt entfernt werden. Auf keinen Fall dürfen Sie versuchen, den Fremdkörper selbst zu entfernen, da sonst weitere Strukturen am Auge verletzt werden könnten.

Wichtig: So schwer es auch klingen mag, aber verzichten Sie darauf, gerötete Augen, die jucken oder brennen, durch weitere Reibung (z. B. durch Ihre Finger) zu reizen. Dies würde die Rötung verschlimmern und kann im schlechtesten Fall für unangenehme Schmerzen sorgen.


Rote Augen Vorbeugung

Rote Augen: Vorbeugung

Es gibt einige Tipps mit denen man rote Augen vorbeugen oder die geröteten Augen bei der Regeneration unterstützen kann. Diese Tipps können Ihnen helfen, die Beschwerden zu lindern:

  • Sorgen Sie stets für ein angenehmes Raumklima und lüften Sie regelmäßig. Als Faustformel gilt, alle zwei Stunden für ca. 5-10 Minuten die Fenster zu öffnen und so für einen optimalen Luftaustausch zu sorgen.
  • Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens zwei Liter und achten Sie auf eine gesunde Lebensführung. Dazu gehört ausreichender Schlaf und wenig Stress.
  • Gönenn Sie Ihren Augen eine Pause. Gerade bei längeren Bildschirmarbeiten sind regelmäßige Pausen besonders wichtig. Schließen Sie für eine kurze Weile bewusst die Augen und gönnen diesen Entspannung. Ein bewusstes, vermehrtes Blinzeln fördert darüber hinaus die Befeuchtung der Augenoberfläche.
  • Verzichten Sie bei infektiösen Erkrankungen (z. B. eine Bindehautentzündung) auf das Tragen von Kontaktlinsen und verwendet Sie stattdessen eine Brille.
  • Nutzen Sie kühlende Kompressen oder kalte Gurkenscheiben um Ihre müden, trockenen und geröteten Augen etwas zu entspannen. Einfach auf die geschlossenen Augen legen und den Moment genießen.

Quellen:
Burk, A. & Burk, R.: Checkliste Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2018.
Erb, C. & Schlote, T.: Medikamentöse Augentherapie. Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2016.
Thiel, M., Bernauer, W., Schüpfer, M .Z., Schmid, M. K.: Fallbeispiele Augenheilkunde. Springer-Verlag, 1. Auflage, 2013.

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