Herzinfarkt: Ein Herz und eine Seele

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Bei einem Herzinfarkt ist jede Sekunde entscheidend: je schneller er erkannt und behandelt wird, desto besser gestalten sich die Chancen, keine schwerwiegenden Folgen davonzutragen bzw. nicht daran zu sterben. Zögern kann in dem Fall Leben kosten, dabei gibt es deutliche Anzeichen für einen Herzinfarkt.

Der akute Herzinfarkt stellt neben dem Schlaganfall die häufigste Herzkreislaufkrankheit dar: Pro Jahr erleiden circa 400.000 Menschen hierzulande einen Herzinfarkt. Auch wenn die meisten Herzinfarkte bei älteren Menschen, die älter als 65 Jahre sind, auftreten, sind vor allem Männer manchmal bereits im jungen Alter von unter 35 Jahren gefährdet.

In Deutschland versterben an einem Herzinfarkt etwa 40 Prozent binnen 28 Tagen. Das liegt meist daran, dass bis zur Behandlung des Infarkts zu viel Zeit vergeht. Werden bei Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt nicht sofort lebensrettende Maßnahmen ergriffen, kann das den Tod dieses Menschen zur Folge haben. In den vergangenen Jahren hat in Deutschland die Wahrscheinlichkeit noch im Krankenhaus an einem akuten Herzinfarkt zu versterben zwar abgenommen, sie beträgt jedoch immer noch sechs bis zehn Prozent.

Warum ist ein Herzinfarkt so gefährlich?

Bei einem Herzinfarkt wird der Blutfluss zum Herzen unterbunden. Wenn der Blutfluss nicht schnellstmöglich wiederhergestellt werden kann, sind die Herzmuskelzellen im Versorgungsgebiet der verschlossenen Arterie spätestens innerhalb von zwei bis vier Stunden abgestorben. Weil ein Herzinfarkt lebensbedrohlich sein kann, ist es wichtig, die Anzeichen und die Symptome eines Herzinfarkts so früh wie möglich zu erkennen.

Das sind die Symptome eines Herzinfarkts

Einem Herzinfarkt gehen Symptome voraus: Typisch für Männer sind plötzlich einsetzende, länger als fünf Minuten anhaltende, starke Schmerzen oder ein Druck- oder Schweregefühl hinter dem Brustbein („Angina pectoris“). Die Schmerzen strahlen meist in den linken Arm aus – in seltenen Fällen in beide Arme, den rechten Arm, in den Hals oder Kiefer. Dazu treten oft gleichzeitig Begleiterscheinungen wie kalter Schweiß, Blässe, Engegefühl in der Brust, Übelkeit, Atemnot, Unruhe und Angst auf.

Frauen haben andere Symptome als Männer!

Bei Frauen unterscheiden sich die Symptome eines Herzinfarktes oft deutlich von den Symptomen, die bei Männern auftreten. Der bei Männern typische starke Brustschmerz bleibt bei Frauen häufig aus, weshalb Betroffene und medizinisches Fachpersonal oft den Ernst der Lage unterschätzen. Viele Frauen klagen stattdessen über ein Druck- oder Engegefühl im Brustkorb. Außerdem berichten Patientinnen über Symptome wie:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kurzatmigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Rückenschmerzen

Viele Frauen denken bei diesen Symptomen an eine Magenverstimmung und wählen nicht den Notruf, was lebensgefährliche Folgen haben kann.

Auf Frühwarnzeichen folgt Herzinfarkt – was tun?

Bei Anzeichen eines Herzinfarktes sollte man sofort den Notarzt rufen. Bis dieser eintrifft, sollten Sie feststellen, ob der Betroffene bei Bewusstsein ist und atmet. In dem Fall öffnen Sie beengende Kleidung, lagern Sie den Patienten bequem und mit leicht angehobenem Oberkörper und vermeiden Sie Aufregung/Panik. Sprechen Sie beruhigend mit dem Betroffenen.

Kommt es zu einem Kreislaufstillstand, müssen Sie sofort mit der Wiederbelebung starten. Bei der Reanimation durch Laien hat sich die Herzdruckmassage (100-120 mal pro Minute) wichtiger als das Beatmen herausgestellt.

Was ist ein Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) entsteht, wenn sich ein Blutgefäß des Herzmuskels (Herzkranzarterie) verschließt und Herzmuskelzellen absterben. Der Muskel ist in dem Fall von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten und kann nicht mehr richtig arbeiten. Grund ist in den meisten Fällen der akute Verschluss eines Herzkranzgefäßes, einer sogenannten Koronararterie.

Gründe für einen Herzinfarkt

Einem Herzinfarkt geht häufig eine Arteriosklerose (Gefäßwandverkalkung) der Herzkranzgefäße voraus. Ärzte sprechen dabei und bei den sich daraus ergebenden Beschwerden von einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette, Rauchen, Diabetes mellitus oder Bluthochdruck auf die Zellen der Gefäßinnenwand führt in den Herzkranzgefäßen zur Bildung von sogenannte Plaques. Dabei handelt es sich um Ablagerungen, die vornehmlich Cholesterin, Kalk und Entzündungszellen beinhalten und zum Blutstrom hin mit einer feinen Bindegewebskappe abgedeckt sind.

Myokardinfarkt mit nicht verengten Koronararterien (MINOCA)

Bei circa 14 Prozent der Patienten mit herzinfarkttypischen Veränderungen der Herzstromableitung (EKG) und zu einem Herzinfarkt passenden Symptomen liegt in der Angiografie keine Verengung der Koronargefäße vor. Bei diesem Phänomen sprechen Ärzte vom Myokardinfarkt mit nicht obstruktiven Koronararterien (MINOCA). Mehrere Ursachen stehen dabei zur Debatte, darunter ein Krampf der Herzkranzgefäße (Konronarspasmus) oder ein Verschluss durch ein verschlepptes Blutgerinnsel (Koronararterienembolie).

Wie viel Herzmuskelgewebe beim Verschluss eines Herzkranzgefäßes vom Absterben bedroht ist, hängt vor allem damit zusammen, ob beispielsweise ein größeres Gefäß oder lediglich ein kleinerer Seitenast verschlossen ist. Abgestorbene Herzmuskelzellen werden mit der Zeit durch Narbengewebe ersetzt, was bei größeren Bereichen des Herzmuskels die Funktion des Herzens einschränken kann. Das führt zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Häufig sorgen in dem Fall potenziell gefährliche Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus (ventrikuläre Extrasystolen und ventrikuläre Tachykardien) für zusätzliche Probleme.

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