Herz-Kreislauf-Erkrankungen

(Foto: [© Siarhei], stock.adobe.com)

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gehören zu den häufigsten Krankheiten und sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Daher ist hier die Vorbeugung, rechtzeitiges Erkennung und frühzeitige Behandlung eine besonders wichtige Rolle. Vor allem Menschen, die im Alltag nur wenig körperlich aktiv waren, haben ein erhöhtes Risiko an Krankheiten wie Bluthochdruck zu erkranken.

Was sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Der Begriff Herz-Kreislauf-Erkrankungen bezeichnet Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße. Dabei handelt es sich in der Regel um chronische Erkrankungen, die bei Nichtbehandlung schwerwiegende Folgen haben können. Auch wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig vorkommen und für den größten Teil der Todesfälle hierzulande verantwortlich sind, können sie bei rechtzeitiger Diagnose in den meisten Fällen gut behandelt werden.

Welche Formen gibt es?

Bluthochdruck (Hypertonie) – zählt als eine sogenannte Volkskrankheit. Etwa 20 Millionen Menschen hierzulande haben einen erhöhten Blutdruck. Bluthochdruck hat zunächst keine Beschwerden zur Folge, Betroffene bemerken ihn oft nicht einmal. Allerdings nimmt mit einem dauerhaft zu hohen Blutdruck das Risiko für Schäden an lebenswichtigen Organen wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen zu. Es kann viele Gründe dafür geben, unter anderem eine Mangelernährung. Deshalb können eine Umstellung des Lebensstils und Medikamente häufig hilfreich dabei sein, den Blutdruck zu senken.

Zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) kann ohne bekannte oder erklärbare Ursache auftreten, aber auch durch Herzkrankheiten, eine Störung des Nervensystems, durch Hormonerkrankungen, Blutverlust, Medikamente oder andere Ursachen bedingt sein.

Die koronare Herzkrankheit (KHK) beginnt mit Ablagerungen von Fett und Bindegewebe in den Herzkranzgefäßen, was zu Verengungen (Stenosen) oder Verschlüssen der Koronararterien führt. Dadurch kann das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Bei stark eingeschränkter Durchblutung können Herzmuskelzellen durch den Sauerstoffmangel absterben, was einen Herzinfarkt zur Folge hat.

Liegt eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) vor, kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut zur Versorgung der Organe in den Körper pumpen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, zum Beispiel Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt oder Herzklappenfehler. Die Krankheit wird zunächst mit Medikamenten behandelt, macht bei schwerwiegenden Fällen aber sogar eine Herztransplantation notwendig.

Bei einer Endokarditis sind die Herzklappen oder die Herzinnenwand entweder direkt durch Bakterien (infektiöse oder bakterielle Endokarditis) oder als nichtinfektiöse rheumatische Spätreaktion (rheumatisches Fieber) entzündet. Dem voraus geht Streptokokkeninfekt. Eine infektiöse Endokarditis kann im schlimmsten Fall zu einer Verbreitung der Bakterien über das Blut führen, was eine Blutvergiftung (Sepsis) zur Folge hat. Trotz idealer Antibiotika-Behandlung sterben circa 30 Prozent der Patienten mit bakterieller Endokarditis, während die Chancen beim rheumatischen Fieber wesentlich besser ausfallen.

Bei einem Herzklappenfehler können die Klappen entweder verengt oder undicht (insuffizient) sein. Bei Ersterem kann das Blut nicht richtig ausgetrieben werden, bei Zweitem fließt das Blut wieder in die entsprechende Herzhöhle zurück. Herzklappenfehler können an allen Klappen auftreten. Leichte Herzklappenfehler sorgen für nur wenige Beschwerden und erfordern in den meisten Fällen keine spezielle Therapie. Bei schweren Fehlern ist in der Regel eine Operation notwendig.

Herzrhythmusstörungen können sowohl bei gesunden Menschen auftreten als auch Zeichen einer Herzkrankheit sein. Es gibt verschiedene Arten von Herzrhythmusstörungen, die je nach Ursache unterschiedlich behandelt werden – mit Medikamenten oder mit einer Elektrotherapie.

Wenn sich bei manchen Krankheiten Flüssigkeit im Raum zwischen Epi- und Perikard anfüllt, spricht man von einer sogenannten Perikarditis. Diese verschwindet spontan oder durch medikamentöse Behandlung, in manchen Fällen muss der Arzt auch die Flüssigkeit absaugen. Ein Perikarderguss kann sehr gefährlich sein, wenn sich schnell viel Flüssigkeit ansammelt oder Sie den Erguss nicht rechtzeitig erkennen. Denn dann kann das Herz sich nicht mehr richtig füllen und infolge dessen auch nicht mehr genügend Blut auswerfen. Der Herzbeutel kann sich durch verschiedene Gründe entzünden. Im Fachjargon heißt dies „Perikarditis“.Mit funktionellen Herzbeschwerden bezeichnen Mediziner, wenn Menschen Schmerzen in der Brust verspüren oder sich herzkrank fühlen, obwohl ihr Herz gesund ist. Betroffene Menschen fühlen sich oft ängstlich und unsicher, können aber Hilfe durch Gespräche mit ihrem Arzt oder mit einem Psychotherapeuten bekommen.

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