Pinguecula (Lidspaltenfleck): Gelbliche Verdickung der Bindehaut

Pinguecula (Lidspaltenfleck)
Pinguecula © aumkabaum / stock.adobe.com
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Als Pinguecula (Lidspaltenfleck) wird eine weißgelbliche und häufig vorkommende Erhebung im Bereich der Bindehaut bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine gutartige Degeneration der Bindehaut, die sich im Übergang der Hornhaut zur Bindehaut des Auges zeigt und zumeist in Nasennähe zu finden ist. Eine Pinguecula ist meistens symptomfrei und absolut ungefährlich, wird von den Betroffenen allerdings mitunter aus optisch-kosmetischen Gründen als störend empfunden. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr zu den Ursachen, möglichen Symptomen und Therapiemöglichkeiten.

Pinguecula: Ursachen

Die Pinguecula gilt als typische und relativ verbreitete Begleiterscheinung des Alters. Die meisten Menschen ab dem 80. Lebensjahr haben eine Pinguecula. Hierbei handelt es sich auch nicht um eine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern um eine Degeneration der Bindehaut. Diese ist darauf zurückzuführen, dass die Elastizität des Gewebes mit zunehmendem Alter abnimmt. Als Ursachen für den Lidspaltenfleck kommen genetische Faktoren und äußere Reize, wie Staub, Wind oder vermehrte UV-Strahlung und die damit einhergehende reduzierte Befeuchtung der Bindehaut infrage. Besonders Personen, die häufig ungeschützt intensivem Sonnenlicht ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Lidspaltenflecks.

Lidspaltenfleck
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Pinguecula: Symptome

In vielen Fällen handelt es sich bei einer Pinguecula um eine schmerz- und symptomfreie gelbliche Verdickung im Weißen des Auges, die zumeist nur aus optisch-ästhetischen Gründen als störend empfunden wird. Abgesehen von den ästhetischen Nachteilen kann es in Einzelfällen dazu kommen, dass der Lidspaltenfleck zum Problem wird, wenn er nicht flach bleibt, sondern zu sehr vorsteht und kalkbedeckt ist. Liegt die Pinguecula nahe an der Iris und ragt mehr als einen Millimeter hervor, kann es beim Einsatz von Kontaktlinsen zu Problemen kommen, weil der Rand der Linsen mit dem Lidspaltenfleck in Berührung kommt. Das kann zum einen ein unangenehmes Gefühl hervorrufen, zum anderen hat es eventuell negative Auswirkungen auf den Halt der Kontaktlinsen. Darüber hinaus kann eine ausgeprägte Pinguecula den Tränenfilm unterbrechen und ähnliche Symptome wie bei einem trockenen Auge verursachen. Folglich kann es zu Beschwerden wie geröteten Augen oder einem Fremdkörpergefühl im Auge kommen.


Pinguecula: Behandlung

Im Normalfall ist eine Therapie der Pinguecula nicht erforderlich. Kommt es dennoch zu einer Störung des Tränenfilms oder einem Fremdkörpergefühl, raten Augenoptiker und Augenärzte in den meisten Fällen zu einer konservativen Therapie. Diese ähnelt dem Verfahren zur Therapie des trockenen Auges und hat die Ziele, die Augen ausreichend zu befeuchten und den Tränenfilm zu stabilisieren. Mögliche Entzündungen können, wenn nötig, mit entzündungshemmenden Augentropfen behandelt werden.

Bei sehr ausgeprägten Befunden und einer deutlichen Einschränkung der Sehleistung, können Pingueculae auch durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Medizinische Gründe für eine Entfernung sind:

  • Wiederholte Entzündungen trotz entzündungshemmender Augensalben oder Augentropfen
  • Starkes Wachstum über die Hornhaut hinaus mit Einschränkung der Sehfähigkeit
  • Starke Beschwerden wie z. B. konstantes Fremdkörpergefühl oder Probleme mit den Kontaktlinsen

Da ein operativer Eingriff auch immer Risiken birgt, sollte grundsätzlich eine detaillierte Aufklärung durch den Arzt erfolgen. Wird die Veränderung nur als erhebliches ästhetisches Problem empfunden, ist eine operative Entfernung nicht empfehlenswert. Auch wenn der Eingriff ohne Komplikationen verläuft, so bleibt doch das Risiko der Narbenbildung bestehen. Häufig kehrt der Lidspaltenfleck zurück und verursacht dann größere Beschwerden als vorher.


Quellen:
Lang, G.K.: Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 6. Auflage, 2019.
Sachsenweger, M.: Duale Reihe Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2. Auflage, 2002.
Pleyer, U. (Hrsg.): Entzündliche Augenerkrankungen. Springer-Verlag, Heidelberg, 1. Auflage, 2014.

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