Müde Augen: Symptome, Ursachen & Tipps

Müde Augen
Photo by Zach Vessels on Unsplash

Als müde Augen bezeichnet man das Gefühl von schwachen und sich schwer anfühlenden Augenlidern. Im Rahmen der Überlastung und des konzentrierten Blickes (sog. „Blickmonotonie“) kommt es zu einer Verminderung der Produktion des Tränenfilms und trockenen Augen, die jucken oder brennen können.

Müde Augen: Die Einführung

Müde Augen sind heutzutage ein Phänomen, dass immer mehr Menschen betrifft. Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen gezwungen sind, während ihrer täglichen Arbeit mehrere Stunden auf einen Bildschirm zu schauen. Da ist es kein Wunder, dass unsere Augen durch das konzentrierte Sehen und Fokussieren im Laufe des Tages oder bei starker Beanspruchung immer müder werden.

Darüber hinaus kann auch eine allgemeine Müdigkeit Auswirkung auf die Augen haben. Der Körper fährt bei Müdigkeit viele Aktivitäten zurück und produziert in der Folge auch weniger Tränenflüssigkeit. Der Tränenfilm auf der Hornhaut wird dünner und kann aufreißen. Dies führt in der Folge zu unterschiedlichen Symptomen an den Augen, die auch noch nach Verlassern der Arbeit oder in Ruhephasen nachwirken können.

Müde Augen: Einführung
Bildschirmarbeit ist für viele Menschen alltäglich und nicht zu verhindern.

Müde Augen: Die Ursachen

Es gibt viele unterschiedliche Faktoren die Grundlage für müde Augen sein können. Als häufigste Ursache ich sicher eine zu starke Augenbelastung anzusehen. Diese kann aus unterschiedlichen Aktivitäten resultieren. Dazu zählen:

  • Lange Arbeit am Bildschirm: Vor allem lange und monotone Arbeiten am Computer können die Augen ermüden. Durch den starren Blick und die stetige Fokussierung auf den Bildschirm bei gleichbleibender Distanz sind die Augen stark gefordert. Durch die verminderte Lidschlagfrequenz der Augen trocknet zudem der Tränenfilm schneller aus und es kommt zu Reizung der Binde- und Hornhaut des Auges.
  • Physiologischer und psychischer Stress: Stress betrifft immer den gesamten Körper und kann sich auch in den Augen zeigen. Eine dauerhafte Überbeanspruchung und Überlastung der Nerven und Muskeln kann müde Augen hervorrufen. Häufig spielen auch bestimmte Stoffwechselvorgänge im Körper dabei eine Rolle.
  • Schlechtes Licht/Beleuchtung: Eine mangelhafte Beleuchtung auf der Arbeit oder im privaten Umfeld führt dazu, dass sich die Augen viel mehr anstrengen müssen. Leuchten Sie daher den Platz, an dem Sie sich gerade befinden immer gut und gleichmäßig aus. Denn auch starke Kontraste zwischen hell und dunkel sind belastend.
  • Lange Autofahrten: Bei langen Autofahrten kann es aufgrund der dauerhaften Fokussierung in die Ferne und den Verkehr zu einer schnelleren Ermüdung der Augen kommen. Zudem blinzeln wir beim Autofahren weniger und die trockene Luft der Klimaanlage führt dazu, dass der Tränenfilm schneller verdunstet.

Nur in seltenen Fällen steckt eine wirkliche Augenerkrankungen hinter müden Augen. Zu diesen wenigen Fällen gehören:

Gut zu wissen: Darüber hinaus können auch ein erhöhter Nikotinkonsum oder ein Mangel an wichtigen Nährstoffe, wie Vitaminen oder Eisen, für müde Augen verantwortlich sein.


Müde Augen: Die Symptome

Durch die Ermüdung der Augen kommt es häufig zu weiteren Symptomen. Diese treten vor allem im stressigen Arbeitsalltag auf. Dabei können die Symptome durchaus akut auftreten und die Lebensqualität nachhaltig einschränken. Folgende Beschwerden sind mit müden Augen verbunden:

  • Trockene Augen
  • Fremdkörpergefühl
  • Gerötete Augen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Probleme bei der Blickfokussierung
  • Brennende Augen
  • Verschwommene Sicht
  • Nacken- und Kopfschmerzen

Müde Augen: Die Therapie

Es gibt einige Dinge, die sich zur Eigentherapie nutzen könnnen:

• Überanstrengung der Augen zu verhindern
• Regelmäßige Pausen für die Augen
• Gute Umgebungsbeleuchtung (unregelmäßig ausgeleuchtete Räume vermeiden)
• Vermeidung von starken Kontrasten
• Bei Brillen/ Kontaktlinsenträgern: prüfen sie, ob ihre Linsen dem aktuellen Augenzustand entsprechen
• Auch eine falsch angepasste Sehhilfe kann zu müden Augen führen

Darüber hinaus unterliegt die Sehschärfe des Auges im Laufe der Zeit natürlichen Schwankungen und kann gerade im Alter abnehmen (Alterssichtigkeit). Suchen Sie daher einen Augenarzt oder Augenoptiker auf und lassen Sie Ihren akutellen Visus bestimmen.


10 Tipps gegen müde Augen

Wenn Sie merken, dass sich Symptome müder Augen vor allem bei Ihrer Arbeit oder in Ihrem Alltag zeigen, gibt es 10 Tipps gegen müde Augen, mit denen sich die Auswirkungen der Überbeanspruchung verringern lassen.

Tipps gegen Sehstress auf der Arbeit

1. Richtig angepasste Sehhilfe: Lassen Sie Ihre aktuelle Sehstärke beim Optiker oder Augenarzt kontrollieren um Ihre Augen nicht zu über- oder unterfordern.

2. Pausen: Wer viele Stunden sitzend am Bildschirm verbringt, sollte auch mal pausieren. Mehrere kurze Pausen sind besser als eine lange. Auch die Augen freuen sich über ein wenig Entspannung und Abwechslung. In den Pausen sollte vielmehr auf Abstand zu digitalen Endgeräten geachtet werden.

3. Passende (Arbeitsplatz-) Beleuchtung: Bei dunklen Räumen oder Dunkelheit sollten nach Möglichkeit Vollspektrum-Lampen zum Einsatz kommen, weil sie das Tageslicht imitieren. Deckenleuchten sollten über dem Arbeitsplatz oder seitlich versetzt angebracht werden.

4. Bildschirm: Achten Sie auf einen Bildschirm mit einer möglichst hohen Bildwiederholungsfrequenz und Flimmerfreiheit. Der Monitor ist so einzustellen, dass er höchstmögliche Auflösung bei mindestens 85Hz Bildwiederholfrequenz oder höher (Werte um die 100Hz sind optimal) bietet.

5. Die richtige Arbeitsplatzbrille: Durch die richtig bestimmte Arbeitsplatzbrille ergeben sich ein deutlich ermüdungsfreieres Sehen und eine natürlichere, unverkrampfte Körperhaltung

6. Blinzeln: Blinzeln Sie bewusst! Das verhindert Brennen, Jucken und Augenrötung, denn beim Blinzeln wird die Oberfläche des Auges mit frischem Tränenfilm befeuchtet.

7. „20-20-20“: Im englischsprachigen Raum hat sich in der Optometrie eine spannende „Regel“ eingebürgert: die sogenannte „20-20-20“ Regel. Sie besagt, dass wir Menschen aller 20 Minuten, für etwa 20 Sekunden unseren Blick in mindestens 20 Meter Entfernung schweifen lassen sollten.

8. Sehberuhigung: Hierfür reiben Sie Ihre Handinnenflächen so lange aneinander, bis Sie eine leichte Wärme in den Händen spüren. Danach die geschlossenen Augen locker und ohne Druck mit den Handtellern abdecken und diese kurz ruhen lassen.

9. Ergonomie: Wichtig für ein ermüdungsfreies und entspanntes Sehen am Computerarbeitsplatz sind insbesondere eine ergonomisch günstige Sitzhaltung zum Bildschirm sowie die richtige parallele Anordnung des Monitors, der Tastatur und der Arbeitsvorlage.

10. Befeuchtung der Augenoberfläche: Für ein Wohlbefinden der Augen sollte die Luftfeuchtigkeit im Raum zwischen 40 und 60 Prozent betragen. Dies ist jedoch an einigen Arbeitsplätzen leider nicht immer realisierbar. Ist es weniger, hilft ein Luftbefeuchter.

 
 

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