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Amblyopie / Schwachsichtigkeit

Mitunter berichten Menschen ihrem Augenarzt oder Optiker von Problemen beim Sehen, obwohl keine offensichtlichen Schäden am Auge zu erkennen sind. Sofern es sich nicht nur um vorübergehende Beeinträchtigungen handelt, sondern um eine dauerhaft herabgesetzte Sehkraft, sprechen Optiker und Augenarzt von Amblyopie oder Schwachsichtigkeit. Die möglichen Ausprägungen sind sehr vielfältig. Schielen und starke Fehlsichtigkeit zählen ebenso dazu wie Hornhautverkrümmung. Entsprechend vielschichtig können auch die Ursachen sein. Allen Formen der Schwachsichtigkeit ist jedoch gemeinsam, dass sie bereits im Kindesalter entstehen. Experten vermuten, dass beistimme Verbindungen über die Nervenbahnen zwischen dem Auge und dem Gehirn bei den Betroffenen nur unzureichend ausgebildet werden.

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Wenn ein Auge die Führung übernimmt

Bei den meisten Menschen, die wegen einer Amblyopie ihren Optiker oder Augenarzt aufsuchen, ist ein Strabismus festzustellen. Der Patient schielt also und nimmt möglicherweise Doppelbilder wahr. Da das Gehirn diesen Zustand auf Dauer nicht toleriert, beginn es irgendwann, die doppelten Bilder auf eine Darstellung zu reduzieren. Die Leistung eines Auges wird dauerhaft herabgesetzt. Dieses Auge wird also schwachsichtig, während das andere Auge seine normale Sehkraft behält. Augenarzt und Optiker sprechen dann vom so genannten Führungsauge. Manchmal schielt nicht dauerhaft ein Auge, sondern der Strabismus wechselt. Das ist für die Betroffenen zwar ebenfalls nicht angenehm, hat aber zumindest einen positiven Effekt: Keines der Augen wird schwachsichtig, weil beide abwechselnd die Rolle des führenden Auges übernehmen. Eine Rolle im Zusammenhang mit der Schwachsichtigkeit spielt auch starke Fehlsichtigkeit. Ist ein Mensch sehr weitsichtig oder kurzsichtig, liefern die Augen ohne entsprechende Sehhilfe vom Optiker kein scharfes Bild. Das Gehirn hat daher keine Möglichkeit, korrektes Sehen zu trainieren. Dasselbe gilt für den Astigmatismus, der auch als Hornhautverkrümmung bekannt ist. Die nicht ideale Form der Hornhaut führt zu falschen Brechungen des Lichts und in der Folge zu verzerrten oder unscharfen Abbildungen auf der Netzhaut.

Suche nach den Ursachen

Die Ursachen der Schwachsichtigkeit sind also oft harmlos, die Folgen lassen sich durch einen Besuch beim Optiker in den Griff bekommen. Der Optiker fertigt entweder eine Brille mit den erforderlichen Korrekturwerten an oder er passt entsprechende Kontaktlinsen an. Solange die Sehhilfen im Einsatz sind, wird der Betroffene durch die Amblyopie also nicht beeinträchtigt. Es ist aber wichtig zu wissen, dass manchmal auch ernstere Erkrankungen des Auges Schuld an der Schwachsichtigkeit tragen. Es ist deshalb eine gründliche Untersuchung beim Augenarzt unbedingt empfehlenswert. Der Mediziner verfügt über eine Reihe von Instrumenten, mit denen er sich verschiedene Bereiche des Auges genau anschauen kann. So kann er beispielsweise die Netzhaut auf Erkrankungen überprüfen oder sich die Linse anschauen. Weist sie Trübungen auf, so deutet das auf den Grauen Star hin. Dieser erfordert eine Behandlung, die in letzter Konsequenz zumeist im Austausch der Linse besteht.

Früherkennung ist wichtig

Generell gilt, dass bei der Schwachsichtigkeit die Früherkennung eine wichtige Rolle spielt. Viele Fehler und Erkrankungen lassen sich deutlich besser behandeln, wenn sie noch nicht lange bestehen und noch nicht allzu ausprägt sind. Die Therapie sollte im Idealfall möglichst früh beginnen, also bereits beim kleinen Kind. Etwa ab dem zehnten Lebensjahr zeigen Therapien kaum noch Wirkung. Ab diesem Moment ist nur noch eine möglichst gute Korrektur der Schwachsichtigkeit im Zusammenspiel von Augenarzt und Optiker möglich.