Sie sind hier :/Gerstenkorn (Hordeolum)

Gerstenkorn (Hordeolum)

Bei einem Gerstenkorn (med.: Hordeolum) handelt es sich um eine akute, meist bakterielle Entzündung, die am Lidrand oder der Innenseite des Auges auftreten kann. Betroffen sind davon in der Regel die im Augenlied vorkommenden Talg- und Schweißdrüsen. Ein Gerstenkorn geht in der Regel mit Schmerzen, einer Schwellung, einer Rötung und eitrigen Sekret einher.

Formen

Man unterscheidet zwei Formen von Gerstenkörnern:

  • inneres Gerstenkorn (Hordeolum internum), dass sich an der Innenseite des Lides ansiedelt und die Meibom-Drüsen betrifft
  • äußeres Gerstenkorn (Hordeolum externum), dass die Moll- oder Zeisdrüsen am Auge betrifft
Abbildung - verschiedener Formen vom Gerstenkorn© Alila Medical Media / Fotolia

Symptome

Tritt ein Gerstenkorn auf, macht es sich anfangs durch einen kleinen Knoten am Rand des Augenlids bemerkbar. Dieser kann gerötet sein und Schmerzen verursachen. In seinem Inneren befindet sich Eiter und Betroffene beschreiben ein unangenehmes Spannungsgefühl. Als besonders unangenehm gilt die Tatsache, dass das Gerstenkorn bei jedem Lidschlag über die Hornhaut des Auges reibt. Das ist zwar durchaus lästig, in den meisten Fällen aber ungefährlich.

Gravierendere Probleme entstehen, wenn sich ein inneres Gerstenkorn an der Innenseite des Lides bildet und dort stark an Größe zunimmt. In der Folge kann es zu starken Schwellungen kommen, die praktisch den gesamten Augenbereich einnehmen. In seltenen Fällen führt ein inneres Gerstenkorn im weiteren Verlauf zu einer Bindhautentzündung oder Bindehautschwellung.

Das äußere Gerstenkorn (Hordeolum externum) betrifft hingegen die Moll- oder Zeis-Drüse, die im Bereich des aüßeren Augenlidrandes liegen. Typische Symptome sind hier Schwellungen oder Rötungen im Bereich der Wimpern.

Während bei einem nur einmalig oder gelegentlich auftretenden kleinen Gerstenkorn ein Besuch beim Optiker oder Augenarzt normalerweise nicht erforderlich ist, sollten sich Betroffene mit sehr großen Knoten sehr wohl in Behandlung begeben. Das gilt auch, wenn weitere Symptome wie ein allgemeines Unwohlsein, Fieber oder Kopfschmerzen hinzukommen. Geschwollene Lymphknoten in Kopf- und Halsregion können ebenfalls ein Warnsignal darstellen und sollten Anlass für einen Arztbesuch sein.

Ursache

Auslöser eines Gerstenkorns sind in den meisten Fällen sogenannte Staphylokokken, mitunter auch Streptokokken. Bei beiden handelt es sich um Bakterienarten, die von außen ins Auge gelangen. Diese können beim Augen reiben, bei Schmutz an den Fingern oder einer Entzündung des Lidrandes ins Auge gelangen. Es ist kein aus diesem Grund auch kein Zufall, dass Gerstenkörner häufig bei Kindern auftreten, die sich mit ungewaschenen Fingern die Augen reiben.

Außerdem wichtig: Häufige Gerstenkörner können Folge eines generell schwachen Immunsystems sein. Sie treten außerdem als typische Begleiterscheinungen von anderen Erkrankungen wie Akne oder Diabetes mellitus auf. Immer wiederkehrende Gerstenkörner sollten daher nicht nur Anlass für einen Besuch beim Augenarzt oder Optiker sein, sondern auch für einen Termin beim Allgemeinmediziner.

Wichtig: Da ein entzündliches Gerstenkorn von Bakterien verursacht wird, kann ein Gerstenkorn auch ansteckend sein. Betroffene, die ihr entzündetes Augenlid anfassen, sollten danach ihre Hände ausgiebig waschen, um eine Keimübertragung auf Gegenstände oder Personen zu vermeiden

Therapie

Je nach Form des Gerstenkornes gibt es unterschiedliche Therapieansätze.

Ein äußeres Gerstenkorn verläuft in den meisten Fällen recht unkompliziert, öffnen sich nach einiger Zeit spontan und heilt von alleine ab. Wärme durch eine UV-Rotlichtlampe kann den Prozess etwas beschleunigen und führt zu einem schnelleren Abfluss des Eiters. In Absprache mit einem Augenarzt können auch antibiotische Salben oder Augentropfen zum Einsatz kommen, um eine Infizierung der Bindehaut oder der Augenhöhle zu verhindern.

Die Entzündung eines inneren Gerstenkornes ist meist stärker ausgeprägt als bei einem äußeren. Dies liegt daran, dass die betroffenen Meibom-Drüsen größer sind als die am äußeren Lidrand gelegenen Zeis- und Moll-Drüsen. Innere Gerstenkörner sollten grundsätzlich ernster genommen werden, da sie sich schneller in Richtung Bindehaut oder Augenhöhle ausbreiten können. Auch in diesem Fallen können antibiotische Salben oder Augentropfen zum Einsatz kommen.

Ist das Gerstenkorn nach einer gewissen Zeit nicht wieder verschwunden, ist eine Öffnung durch den Augenarzt erforderlich. Er setzt dazu einen kleinen Stich, nachdem er zuvor eine örtliche Betäubung durchgeführt hat. Das Öffnen des Gerstenkorns sollte in jedem Fall dem Augenarzt vorbehalten bleiben. Wer selbst Hand anlegt, kann die Infektion wesentlich verschlimmern und die Heilung massiv behindern.

Noch ein wichtiger Hinweis für Kontaktlinsenträger: Wenn sich ein Gerstenkorn gebildet hat, sollte bis zu seiner Abheilung auf den Einsatz der Kontaktlinsen verzichtet werden.

Print Friendly, PDF & Email
[lexicon_post_top_tiles id=27692]
Von | 2018-07-16T11:42:30+00:00 2. Januar 2018|
Schriftgröße ändern
Kontrast
Click to listen highlighted text!