Gerstenkorn (Hordeolum): Symptome, Ursachen & Therapie

Gerstenkorn
Pixabay

Bei einem Gerstenkorn (med.: Hordeolum) handelt es sich um eine akute, meist bakterielle Entzündung, die am Lidrand oder der Innenseite des Auges auftreten kann. Betroffen sind davon die im Augenlid vorkommenden Talg- und Schweißdrüsen. Ein Hordeolum geht oft mit Schmerzen, einer Schwellung, einer Rötung und eitrigen Sekret einher. In der Regel ist ein Gerstenkorn aber harmlos und heilt meist von alleine wieder ab.

Gerstenkorn: Ursachen

Auslöser eines Gerstenkorns sind in den meisten Fällen bakterielle Infektionen. Häufig entsteht ein Gerstenkorn durch die sogenannten Staphylokokken. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das sich auf der Haut oder den Schleimhäuten ansiedelt. In seltenen Fällen können Streptokokken ein Gerstenkorn verursachen. Beide Bakterienstämme besiedeln bevorzugsweise den Mund- und Rachenraum und gelangen von außen, zum Beispiel beim Augenreiben, bei Schmutz an den Fingern oder einer Entzündung des Lidrandes, in das Auge. So ist es auch kein Zufall, dass Gerstenkörner häufig bei Kindern auftreten, die sich mit ungewaschenen Fingern die Augen reiben.

Je nachdem welche Drüsen an den Augenlidern infiziert sind, unterscheidet man:

  • inneres Gerstenkorn (Hordeolum internum): Siedelt sich an der Innenseite des Lides an und betrifft Meibom-Drüsen.
  • äußeres Gerstenkorn (Hordeolum externum): Betrifft die Moll- oder Zeisdrüsen am Auge.
Abbildung - verschiedener Formen vom Gerstenkorn
© Alila Medical Media / Fotolia

Risikofaktoren

Häufige Gerstenkörner können Folge eines generell schwachen Immunsystems sein. Sie treten außerdem als typische Begleiterscheinungen von anderen Erkrankungen wie Akne oder Diabetes mellitus auf. Immer wiederkehrende Gerstenkörner sollten daher nicht nur Anlass für einen Besuch beim Augenarzt oder Optiker sein, sondern auch für einen Termin beim Allgemeinmediziner.

Symptome

Tritt ein Hordeolum auf, macht es sich anfangs durch einen kleinen Knoten am Rand des Augenlids bemerkbar. Dieser kann gerötet sein und Schmerzen verursachen. In seinem Inneren befindet sich Eiter und Betroffene beschreiben ein daraus resultierendes, unangenehmes Spannungsgefühl. Als besonders lästig gilt die Tatsache, dass das Gerstenkorn bei jedem Lidschlag über die Hornhaut des Auges reibt. Das ist zwar penetrant, in den meisten Fällen aber ungefährlich.

Gravierendere Probleme entstehen, wenn sich ein inneres Gerstenkorn an der Innenseite des Lides bildet und dort stark an Größe zunimmt. In der Folge kann es zu starken Schwellungen kommen, die praktisch den gesamten Augenbereich einnehmen. In seltenen Fällen führt ein inneres Gerstenkorn im weiteren Verlauf zu einer Bindehautentzündung oder Bindehautschwellung.

Das äußere Gerstenkorn (Hordeolum externum) betrifft hingegen die Moll- oder Zeis-Drüse, die im Bereich des äußeren Augenlidrandes liegen. Typische Symptome sind hier Schwellungen oder Rötungen im Bereich der Wimpern.

Bei einem nur einmalig oder gelegentlich auftretenden kleinen Gerstenkorn ist ein Besuch beim Optiker oder Augenarzt normalerweise nicht erforderlich. Betroffene mit einem sehr großen Knoten sollten sich allerdings in Behandlung begeben. Das gilt auch, wenn weitere Symptome wie ein allgemeines Unwohlsein, Fieber oder Kopfschmerzen hinzukommen. Geschwollene Lymphknoten in Kopf- und Halsregion können ebenfalls ein Warnsignal darstellen und sollten Anlass für einen Arztbesuch sein.

Wie wird ein Gerstenkorn behandelt?

Je nach Form des Gerstenkornes gibt es unterschiedliche Therapieansätze.

Ein äußeres Gerstenkorn verläuft in den meisten Fällen recht unkompliziert, öffnen sich nach einiger Zeit spontan und heilt von alleine ab. Wärme durch eine UV-Rotlichtlampe kann den Prozess etwas beschleunigen und führt zu einem schnelleren Abfluss des Eiters. In Absprache mit einem Augenarzt können auch antibiotische Salben oder Augentropfen zum Einsatz kommen, um eine Infizierung der Bindehaut oder der Augenhöhle zu verhindern.

Die Entzündung eines inneren Gerstenkornes ist meist stärker ausgeprägt als bei einem äußeren. Dies liegt daran, dass die betroffenen Meibom-Drüsen größer sind als die am äußeren Lidrand gelegenen Zeis- und Moll-Drüsen. Innere Gerstenkörner sollten grundsätzlich ernster genommen werden, da sie sich schneller in Richtung Bindehaut oder Augenhöhle ausbreiten können. Auch in diesem Fallen können antibiotische Salben oder Augentropfen zum Einsatz kommen.

Ist das Hordeolum nach einer gewissen Zeit nicht wieder verschwunden, ist eine Öffnung durch den Augenarzt erforderlich. Er setzt dazu einen kleinen Stich, nachdem er zuvor eine örtliche Betäubung durchgeführt hat. Das Öffnen des Gerstenkorns sollte in jedem Fall dem Augenarzt vorbehalten bleiben. Wer selbst Hand anlegt, kann die Infektion wesentlich verschlimmern und die Heilung massiv behindern.

Ein wichtiger Hinweis für Kontaktlinsenträger: Wenn sich ein Hordeolum gebildet hat, sollte bis zu seiner Abheilung auf den Einsatz der Kontaktlinsen verzichtet werden.

Vorbeugung

Wichtig: Da ein entzündliches Hordeolum von Bakterien verursacht wird, kann ein Gerstenkorn auch ansteckend sein. Betroffene, die ihr entzündetes Augenlid anfassen, sollten danach ihre Hände ausgiebig waschen, um eine Keimübertragung auf Gegenstände oder Personen zu vermeiden.

Artikel bewerten

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here