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Engwinkelglaukom

Das Engwinkelglaukom zählt zu den selteneren Formen des Grünen Stars. Auslöser des Engwinkelglaukoms ist eine zu große Menge von Kammerwasser im Augeninneren. Normalerweise kann die Flüssigkeit problemlos zirkulieren. Ist der Abfluss jedoch gestört, steigt der Druck im Auge. Wenn sich dieser Prozess sehr schnell entwickelt, spricht der Augenarzt von einem Glaukom Anfall. Der Betroffene erlebt diesen Anfall als beängstigend und schmerzhaft. Es ist eine starke Rötung des Auges zu beobachten, die von heftigen Kopfschmerzen begleitet wird. Diese Schmerzen lassen sich zumeist sehr eindeutig im Bereich oberhalb des betroffenen Auges lokalisieren. Viele Patienten müssen sich übergeben und klagen über eine deutliche Verschlechterung ihrer Sehkraft. Schuld ist zumeist Wasser, das sich der Hornhaut sammelt und zu verzerrten Wahrnehmungen bzw. Halos führt. Wer diese und ähnliche Symptome seinem Optiker oder Augenarzt schildert, der wird umgehend als Notfall eingestuft und entsprechend behandelt. Insbesondere wenn sich die Erkrankung sehr plötzlich entwickelt, kann sie dramatische Formen annehmen. Es ist dann unbedingt eine sofortige Behandlung beim Augenarzt erforderlich, weil das betroffene Auge sonst dauerhaften Schaden nehmen kann. Im schlimmsten Fall droht der vollständige Verlust der Sehkraft.

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Therapie bei einem Engwinkelglaukom

Der Augenarzt steht zunächst vor der wichtigen Aufgabe, einen weiteren Anstieg des Drucks im Augeninneren zu verhindern. Er muss zu diesem Zweck den ins Stocken geratenen Abfluss des Kammerwassers wieder in Gang bringen. Eine besonders effektive Behandlungsmethode ist der Einsatz eines Lasers, mit dem kleines Loch in die Iris geschnitten wird. Durch diese winzige Öffnung kann das Kammerwasser abfließen. Als Sofortmaßnahme hat sich außerdem die Gabe von Tropfen bewährt, die den Augeninnendruck senken. Allerdings müssen hier mögliche Nebenwirkungen bedacht werden. Insbesondere tritt bei vielen Patienten nach der Anwendung der Tropfen eine Verschlechterung des Sehvermögens bei Dunkelheit ein.

Akuter Glaukomanfall

Ist der akute Glaukomanfall gestoppt, kann der Augenarzt die weiteren Therapieschritte mit seinem Patienten besprechen. Mitunter genügt die mittels Laser geschaffene Öffnung, um eine problemlos Zirkulation des Kammerwassers auf Dauer sicherzustellen. Mitunter ist eine weitere Behandlung erforderlich. Und in vielen Fällen rät der Augenarzt zu einer Mischung aus Laseroperation und medikamentöser Therapie mit Augentropfen. Das Verfahren, bei dem winzige Löcher in die Regenbogenhaut eingebracht werden, heißt Iridotomie und gilt als sehr risikoarm. Auch wer seinen Optiker nach dieser Methode fragt, hört in der Regel nur Gutes. Denn viele Patienten haben mit diesem schmerzfreien Eingriff bereits gute Erfahrungen gemacht.

Vorsorge

Ein Engwinkelglaukom könnte oftmals deutlich früher erkannt werden, wenn die Betroffenen den Ratschlägen der Optiker und Augenärzte folgen würden und regelmäßig ihren Augeninnendruck kontrollieren ließen. Das kann nicht nur beim Augenarzt, sondern auch beim Optiker erfolgen. Das Bundesverfassungsgericht entschied vor einigen Jahren, dass diese wichtige Kontrolluntersuchung ausdrücklich nicht nur von Medizinern, sondern eben auch vom Optiker ausgeführt werden darf. Die Richter trugen damit der Tatsache Rechnung, dass ein Glaukom umso besser behandelt werden kann, je früher es entdeckt wird. Wenn Optiker, die ohnehin die Sehschärfe für die Anpassung einer neuen Brille kontrollieren, gleich auch den Druck im Inneren des Auges messen, leisten sie also einen wichtigen Beitrag zur Augengesundheit.