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Die VR-Brille – Das Tor in eine andere Welt

Auch dieses Jahr wurden wieder die neusten technischen Errungenschaften auf der weltweit größten Gamingmesse – der Gamescom, präsentiert. Viele der Games konnten mittlerweile von den Besuchern mit sogenannten VR-Brillen getestet werden. Die „Virtual Reality“ -Brille lässt Sie in eine künstlich erschaffene 3D Welt eintauchen, die dank aufwendigster Technik und hoher Auflösung eine realitätsnahe Umgebung simuliert. Mit der richtigen Brille können Sie sich in die unterschiedlichsten Welten begeben und Teil anderer Galaxien werden.

Wie funktioniert die VR-Brille?

VR-Brillen sind sogenannte Head-Mounted Displays, also Bildschirmsysteme, die am Kopf vor den Augen des Nutzers befestigt werden. Durch die Nähe zum Display wird ein scheinbar grenzenloses Sichtfeld erzeugt, welches dem Träger das gewünschte Immersions-Gefühl gibt. Die sogenannte Immersion steht dabei für das Verschmelzen mit der virtuellen Umgebung. Außerdem macht sich die VR-Brille das stereoskopische Sehen zunutze. Auf dem Bildschirm werden dafür zwei Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven angezeigt, die an die Sichtwinkel der Augen angepasst sind. Die Differenz der beiden Bilder wird im Gehirn umgerechnet und schafft durch räumliche Tiefe ein dreidimensionales Sehen.

Durch das sogenannte Head-Tracking, die Anpassung des Bildes an die eigenen Kopfbewegungen, wird das Gefühl der Immersion noch weiter verstärkt. Wenn der Nutzer nach links schaut, folgt auch das Blickfeld der virtuellen Welt in die entsprechende Richtung. Mit einem Sehbereich von 100 bis 110 Grad wird ein natürliches Sichtfeld geschaffen.

Man sollte jedoch beachten, dass man VR-Brillen in zwei unterschiedlichen Formen finden kann: Einerseits gibt es die VR-Brille, die ein eingebautes Display besitzt und mit der eigenen Spielkonsole oder dem Computer verbunden werden kann.  Andererseits können VR-Brillen auch nur als Halterung für ein eingefügtes Smartphone dienen, welches spezielle Apps oder Videoplayer für das VR-Erlebnis benötigt. Die Halterung ist durch die fehlende Technik dementsprechend auch um einiges günstiger als die All-In-One Variante.

Beispiele – VR-Brillen für das Smartphone:

Diese Brillen besitzen kein eigenes Display und dienen lediglich als Halterung. Über einen Anschluss kann das Handy mit der Halterung verknüpft werden und über verschiedene Apps lassen sich Bilder generieren. Hier ein paar Beispiele:

Google Cardboard V2.0

  • Kostengünstiges, belastbares Design
  • Einfacher Zusammenbau
  • Kompatibilität: Bildschirmdiagonale von 3,5“ bis 6“ Zoll
  • Linsen nicht anpassbar
  • Tragekomfort wünschenswert
  • Kosten: ~7€

Zeiss VR One Plus

  • Präzisionslinsen von Zeiss – Verwendung mit Brille möglich
  • Kombination aus weichem Schaumstoffpolster und elastischem Kopfband
  • Sichtfeld von 100°
  • Kompatibilität: Universal-Schublade unterstützt Display-Größen von 4,7″ bis 5,5″ Zoll
  • Kosten: ~40€

Samsung Gear VR

  • Virtual Reality-Brille für 360°-Panoramen, 3D/2D-Videos und Fotos
  • Inklusive Controller für packende Spielerlebnisse
  • Facebook-Livestreaming des Bildschirminhalts möglich
  • Ergonomisches, bequemes Design
  • Sichtfeld von 101°
  • Kompatibilität: Galaxy S8, S8+, S7, S7 edge, Note5, S6 edge+, S6, S6 edge
  • USB-C-Anschluss, Micro-USB Adapter
  • Kosten: ~100€

Virtual Reality – eine Erfindung des letzten Jahrzehnts?

Anders als erwartet, ist die VR-Brille keine Erfindung der vergangenen Jahre. Die Idee der virtuellen Welt gab es schon vor vielen Jahrzehnten. Morton Heilig entwickelte bereits in den 50er Jahren einen ersten Entwurf eines VR-Systems, das eine Revolution in der Zukunft des Kinos mit sich bringen sollte. Mit der damaligen Technik war eine Realisierung des Entwurfes allerdings nicht möglich. So entstanden die ersten massentauglichen Produkte erst in den 90ern. Die schweren Brillen des Herstellers Nintendo sind auf wenig Begeisterung gestoßen, da die Entwicklung mit immensen Kosten verbunden war und die Leistungen der Rechner nicht ausreichte. Erst 2012 nahm die Entwicklung von VR-Brillen richtig Fahrt auf, als das Startup Oculus VR das Oculus Rift vorstellte. Nur zwei Jahre später wurde das Potenzial des Unternehmens von Facebook erkannt und für 2 Milliarden Dollar aufgekauft. Seitdem haben viele weitere Hersteller den großen Markt der virtuellen Realität entdeckt und den Wettstreit um die beste Auflösung und schnellste Leistung eröffnet. Neben teuren High-End Produkten von HTC oder Sony gibt es auch No-Name Anbieter, die ihre Brillen zu günstigeren Tarifen anbieten.

Anwendungsbereiche der VR-Brille

Virtual Reality findet in den unterschiedlichsten Gebieten ihren Einsatz. Der wohl bekannteste Einsatzort der Brille ist die Unterhaltungsbranche, insbesondere der Bereich der Videospiele. Neben der Spieleindustrie ist, für viele unerwartet, die Pornoindustrie ein weiterer großer Abnehmer der VR-Brillen. Videos aus Sicht der Darsteller werden in der Industrie aufgrund der großen Nachfrage wie am Fließband gefertigt. Aber auch Filme, Musik- oder sogar Sportereignisse können mittlerweile mit der speziellen Brille aus einer ganz besonderen Perspektive verfolgt werden. Die US-amerikanische NBA bietet ihren Zuschauern beispielsweise schon seit 2016 an, Live-Spiele über VR-Tickets zu erleben. Auch das Shopping-Erlebnis soll in den nächsten Jahren durch die Brille revolutioniert werden.

Ein weiterer Einsatzbereich ist die Raumplanung, da die VR-Brille den Menschen ein anschauliches und wahrheitsgetreues Abbild des Raumes ermöglicht. Allgemein ist auch die Industrie bei der Verwendung von Simulatoren oder virtuellen Prototypen schon länger auf die Verwendung von virtueller Realität angewiesen. Flugsimulatoren schaffen mit Hilfe der VR-Brille wahrheitsgetreue Erfahrungen und Produktionsplanungen werden für die Hersteller real veranschaulicht.

VR-Brille mit Fehlsichtigkeit? – Kann ich die VR-Brille auch als Brillenträger nutzen?

Was tun, wenn man als Brillenträger eine VR-Brille aufsetzen möchte? Die meisten VR-Brillen können tatsächlich auch mit der eigenen Brille getragen werden, lediglich der Tragekomfort kann darunter leiden. Sollte die eigene Brille jedoch zu groß sein und nicht unter die VR-Brille passen, kann der Abstand zwischen Linse und Auge bei vielen Geräte auch manuell eingestellt werden und somit geringe Dioptrien werte ausgleichen. Außerdem gibt es verschiedene Kickstarter Projekte, die Halterungen mit Linsen bis maximal +/- 4 Dioptrien anbieten. Als mögliche Alternative bieten sich natürlich auch Kontaktlinsen an, die ohne weitere Probleme unter der VR-Brille getragen werden können.

Welche VR-Brillen sind momentan auf dem Markt und was kosten sie?

VR-Brillen für PCs und Konsolen:

Oculus Rift

  • Auflösung: 1200 x 1080 Pixel
  • 100° Sichtfeld
  • integrierte Kopfhörer und Mikrofone
  • kabelfrei durch Vive Wireless Adapter
  • 6,25 Quadratmeter Spielfläche
  • Kosten: ~430€

Playstation VR

  • Auflösung: 1920 x 1080 Pixel
  • 100° Sichtfeld
  • 3D Audio
  • Kosten: ~ 250€

HTC Vive Pro

  • Auflösung: 2880 x 1600 Pixel
  • 110° Sichtfeld
  • integrierte Kopfhörer
  • kabelfrei durch Vive Wireless Adapter
  • 100 Quadratmeter Spielfläche
  • Kosten: ~1000€
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Von |2018-09-07T09:32:43+00:007. September 2018|

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