Tipps gegen gestresste Augen am Arbeitsplatz (Teil 1)

Moderne Technik ist ein Fluch und Segen zu gleich, erleichtern Sie uns doch das Arbeiten sowie den Alltag. Das ständige „Online“-Sein am Arbeitsplatz bringt aber auch Risiken mit sich. So schauen Menschen heutzutage für erheblich lange Zeiten am Tag auf digitale Medien. Der Mensch als Gesamtes, hauptsächlich jedoch unsere Augen, werden dabei zum Teil stark gestresst. Welche Symptome auftreten und welche Tipps gegen gestresste Augen hilfreich sind, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Symptome gestresster Augen

Folgende Symptome sind bei gestressten Augen häufig anzutreffen:

Trockene Augen
•Rötung der Augen
•Augenbrennen
•Druckempfinden in den Augen
•Probleme beim Fokussieren
•Doppelbilder
•verminderte Sehschärfe oder sogar Gesichtsfeldeinschränkungen
•häufiges Augenreiben
•vermehrte Müdigkeit
•Lidzucken

Die richtige Arbeitsplatzbrille als Grundlage

Durch die richtig bestimmte Arbeitsplatzbrille ergeben sich ein deutlich ermüdungsfreieres Sehen und eine natürlichere, unverkrampfte Körperhaltung. Dies trägt maßgeblich zur Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Systems Auge bei. Es gibt unterschiedliche Designs der Gläser, die in Abhängigkeit von der auszuführenden Tätigkeit bestimmt werden können. Dabei ist beispielsweise die „Computer-Arbeitsplatz-Brille“ zu nennen, welche genau auf die Entfernung des Bildschirmes, dessen Position und ggf. Größe/Breite abgestimmt werden kann. Diese bieten zusätzlich auch einen Nahbereich zum zeitgleichen Betrachten der Unterlagen etc. Eine erweitere „Raum-Computer-Brille“ ermöglicht den Blickkontakt zum Kollegen oder Kunden, indem sie im oberen Bereich des Glasses eine Korrektion für die entsprechende Raum-Distanz bietet. Spezielle Brillen für „spezielle Tätigkeiten“, wie das Arbeiten über Kopf, bedürfen auch spezielle Beratung und Anpassung, um optimal auf die Arbeitsbedingungen einzugehen und damit das Sehen innerhalb dieser Bedingungen zu erleichtern. Die Auswahl des richtigen Glastypen beim Optiker ist nur von einer detaillierten Erklärung seitens des Kunden über seine Wünsche, seine Tätigkeitsfelder und den Aufbau seines Arbeitsplatzes abhängig.Tipps gegen Sehstress

Eine Brille allein macht aber noch lange nicht ein gesundes Sehen am Arbeitsplatz aus. Weitere Punkte sollten mit in Betracht gezogen werden. Unser Auge ist ein sehr leistungsfähiges Organ, welches aber auch als solches Ruhe bzw. Pausen benötigt. Stundenlanges monotones Starren auf den Bildschirm lässt die Augen zusätzlich austrocknen. Häufig ist Sehstress die Ursache von Kopfschmerzen und Migräne. Im Folgenden zeigen wir Ihnen Tipps, welche zusätzlich zur passenden Arbeitsplatzbrille, die alltägliche Arbeit ihrer Augen erleichtern wird:

Sechs Tipps zur Erholung der Augen

1. Sehberuhigung

Diese Übung ist eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, schnell das Gefühl des trockenen Auges zu verbessern. Hierfür reiben Sie Ihre Handinnenflächen so lange aneinander, bis Sie eine leichte Wärme in den Händen spüren. Danach die geschlossenen Augen locker und ohne Druck mit den Handtellern abdecken und diese kurz ruhen lassen.Halten Sie die Hände so lange in dieser Position, bis diese keine Wärme mehr abgeben. Durch die Erwärmung der Augenlider wird das für den Tränenfilm wichtige Sekret der Liddrüsen verflüssigt und somit der Tränenfilm direkt stabilisiert. Sie können sofort eine wesentlichere Entspannung der Lider sowie der Augenoberfläche fühlen. Dies kann natürlich je nach Bedarf wiederholt werden.

2. Fokussieren

Die Hauptblickrichtung am Arbeitsplatz ist in den meisten Fällen der Bildschirm. Schauen wir nun stundenlang auf eine Entfernung, „krampft“ die Augenlinse und verliert ihre Leistungsfähigkeit zur Entfernungseinstellung. Dem kann man schnell und einfach mit einer kurzen Übung zum Fokussieren Abhilfe verschaffen. Hierfür müssen die Arme angewinkelt vor dem Körper und die Zeigefinger ausgestreckt nach oben gehalten werden. Diese sollten in etwa 15 cm vor das Auge und in ungefährer Schulterbreite positioniert werden. Ohne Kopfdrehung nun den Blick auf den rechten Finger fokussieren, der linke verschwimmt in Ihrer Wahrnehmung. Nun die Augen wieder zur Mitte wandern lassen. Den Blick starr halten, während Sie Ihre Finger zueinander- und wieder auseinander bewegen. Jetzt wandert der Blick zum linken Zeigefinger. Diesen fokussieren. Diese Übung bedarf ein wenig Geduld, das abwechselnde Fokussieren/ Nicht-Fokussieren kann jedoch die verkrampfte Augenmuskulatur lösen und somit entspannend wirken.
Tipps gegen Sehstress auf der Arbeit

3. Fokuswechsel

Die Übung „Fokuswechsel“ zielt ebenfalls auf die Fähigkeit zur Naheinstellung unserer Augen ab. Mit dieser Übung können Sie jedoch weniger das seitliche Fokussieren, vielmehr das tatsächliche fokussieren zwischen Ferne und Nähe entspannen. Hierfür halten Sie ihre linke Hand vor das linke Auge und die rechte Hand vor das rechte Auge. Die Entfernung Ihrer geschlossenen Handteller zu den geöffneten Augen kann in etwa 10-15 cm betragen. Ob die Handinnenflächen oder Handrücken zu Ihnen zugewandt sind, spielt hierbei keine Rolle. Spreizen Sie nun die Finger und sehen durch diese hindurch. Als Objekt schauen Sie sich eventuell die gegenüberliegende Wand an oder im besten Falle sogar noch weiter entfernte Objekte im Freien. Bewegen Sie jetzt die Hände auf- und ab, während Sie weiter durch diese hindurchblicken. Die Handflächen wieder schließen und den Blick auf die Handinnenflächen fokussieren. Durch die Übung müssen sich die Augen verschieden Entfernungen und Reizen schnell anpassen. Diese Adaptation trainiert für kurze Zeit die Fähigkeit des Fokussierens.

Man sollte jedoch beachten, dass die unter Punkt 1 bis 3 vorgestellten Übungen zwar kurzen Sehstress lindern können, dass dies natürlich aber nicht im gleichen Maße bei allen Menschen so funktioniert. Unkorrigierte Fehlsichtigkeiten, (Augen-)Erkrankungen oder individuelle Voraussetzungen können einen Einfluss auf die Wirksamkeit dieser Entspannungsübungen haben bzw. ihre Wirksamkeit mindern.

4. „20-20-20“

Im englischsprachigen Raum hat sich in der Optometrie eine spannende „Regel“ eingebürgert: die sogenannte „20-20-20“ Regel. Sie besagt, dass wir Menschen aller 20 Minuten, für etwa 20 Sekunden unseren Blick in mindestens 20 Meter Entfernung schweifen lassen sollten. Etwas einfacher ausgedrückt lässt sich festhalten, dass wir nach einer bestimmten Zeit an Naharbeit unseren Augen eine Pause gönnen und während dieser nicht zusätzlich auf das Smartphone schauen, sondern in die Ferne gucken sollten. Zusätzlich empfehlenswert ist nicht nur den Blick schweifen zu lassen, sondern auch den Fokus „loszulassen“ – in die Ferne starren. Betrachtet man die Entwicklung unseres Auges so stellt man fest, dass evolutions-historisch diese noch immer auf diesem Entwicklungsstand sind. Jedoch mit der stetig zunehmenden Naharbeit und dem damit einhergehenden Stress, werden unsere Augen zunehmend belastet.

5. Bildschirm

Mann benutzt Handy und Laptop Des Weiteren sollten Reflexionen, Blendeffekte und Spiegelungen auf dem Bildschirm vollkommen vermieden werden. Der Monitor sollte daher in 90° (rechtwinklig) zu den Fenstern am Arbeitsplatz aufgestellt werden. Direkte Sonneneinstrahlung durch hinter dem PC bzw. Schreibtische gelegene Fenster sind ebenfalls ungünstig. Durch die erzeugte Absolut-Blendung ist eine ungestörte Arbeit kaum mehr möglich. Das überfordert die Anpassungsfähigkeit des Auges und kann Kopfschmerzen verursachen.

6. Passende Arbeitsplatz-Beleuchtung

Bei dunklen Räumen oder Dunkelheit sollten nach Möglichkeit Vollspektrum-Lampen zum Einsatz kommen, weil sie das Tageslicht imitieren. Deckenleuchten sollten über dem Arbeitsplatz oder seitlich versetzt angebracht werden. Wenn eine Schreibtischlampe genutzt wird, sollte darauf geachtet werden, dass die Augen über dem Lichtkegel dieser sind. So lässt sich störende Blendung vermeiden. Für Büros sind „Rasterleuchten“ geeignet, die parallel zur Hauptblickrichtung angebracht werden. Rasterleuchten sind Leuchtmittel, welche durch unter der Lampe angebrachte Gitter und Reflektoren das emittierte Licht diffus in alle Richtungen ablenken. Dadurch, dass sie überwiegend und gleichmäßig nach unten strahlen, ist eine Blendung kaum bis gar nicht möglich.

Fünf weitere Tipps gegen Sehstress erhalten Sie in einem zweiten Artikel im aumedo-Magazin.

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