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Ältere Frau mit Grauem Star© Africa-Studio / Fotolia

Grauer Star (Katarakt)

Der Grauer Star (med.: „Katarakt“) bezeichnet eine Augenerkrankung, bei der es durch eine Eintrübung oder Brechkraftänderung der körpereignene Augenlinse zur einer Abnahme des Sehvermögens und der Sehschärfe kommt. Galt der Grauer Star früher als eine Alterserscheinung bei Menschen ab 50. Jahren, so ist derweil bekannt, dass die Erkrankung im Verlauf bestimmter Augen- oder Allgemeinerkrankungen, infolge einer Augenverletzung oder schon bei Neugeborenen auftreten kann. Inzwischen kann die Erkrankung immer besser und individueller behandelt werden.

Grauer Star: Ursachen, Risikofaktoren

Die Linsentrübung bei einem Grauen Star verläuft in der Regel sehr langsam, über Jahre und Jahrzehnte. In hohen Alter ist die Linseneintrübung ein normaler Lebensvorgang und findet in unterschiedlicher Form bei allen Menschen statt. So kommt haben im Alter zwischen 50 bis 65 Jahren 50% der Bevölkerung eine Grauen Star, ohne Einschränkungen beim Sehen zu spüren. Ab dem 75. Lebensjahr haben über 90% einen Grauen Star, der bei der Hälfte der Betroffenen zu Sehstörungen führt. Bei allen Ursachen kommt es zu einer Verdichtung von Linsenzellen und einer Veränderung der Struktureiweiße in der Augenlinse. Dabei verliert die glasklare Augenlinse über die Jahre an Elastizität und trübt sich ein. Eine getrübte Linse führt zu einer verschleierten Sicht und einfallendes Licht kann nicht mehr ungehindert auf die Netzhaut des Auges gelangen. Je nach Art des Grauer Star werden unterschiedliche Ursachen für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich gemacht.

Ursachen erworbener (erblicher) Grauer Star

  • natürliche Altersprozesse und eine erbliche Veranlagung (weitverbreiteter Altersstar)
  • Neurodermitis oder Morbus Wilson (Eine Störung der Leber, bei der es zu Kupfereinlagerungen kommt)
  • UV-Strahlen
  • Myotonie Dystrophie (erbliche Muskelerkrankung)
  • Rauchen oder hoher Alkoholkonsum
  • Stoffwechselstörunen, wie zum Beispiel Diabetes oder starker Kalziummangel
  • Mangel an essenziellen Nährstoffen

Ursachen angeborener (konnataler) Grauer Star

  • Tritt ein Grauer Star bei Neugeborenen auf, handelt es sich entweder um eine genetische Veranlagung, Stoffwechselerkrankungen, Virusinfektionen oder um krankmachende Umwelteinflüsse. Dazu gelten hoher Alkoholkonsum oder eine Röteln- oder Mumpsinfektionen der Mutter als Auslöser.

Welche Formen des Grauen Stars gibt es?

Gebräulich teilt man einen Grauen Star nach der Lokalisation der Trübung ein. Dabei unterscheidet man drei Formen des Grauen Star:

  • Rindenstarr (Cataracta corticalis): Dabei kommt es zu Trübungen der Augenlinsenrinde. Etwa die Hälfte aller Patienten mit Altersstar leiden am Anfang unter dieser Form des Grauen Stars.
  • subkapsuläre hintere Rindentrübung (Cataracta subcapsularis posterior): Macht etwa 1/5 der Grauen Star Erkrankungen im Alter aus. Es kommt früh zu Sehstörungen und Problemen beim Nahsehen.
  • Kernstar (Cataracta nuclearis): schreitet langsam voran, erfasst die gesamte Augenlinse und führt im Verlauf zur Erblindung. In diesem Stadium ist die Linsentrübung auch für medizinische Laien deutlich erkennbar an der grauen Verfärbung der Linse.

Insgesamt leiden nach Auskunft des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) rund 50 % der Bevölkerung im Alter zwischen 52 und 64 Jahren an einem beginnenden Grauen Star, ohne dass sie Einschränkungen beim Sehen bemerken. In der Altersgruppe von 65 bis 75 Jahren sind bereits weit über 90 % betroffen. Allerdings klagen nur rund die Hälfte der Erkrankten über Sehbehinderungen, wenn sie älter als 75 Jahre sind.

aumedo Check-up

Welche Symptome treten bei einem Grauen Star auf?

Erste Symptome der Erkrankung bemerkt der Patient meist nicht. Ein Grauer Star verläuft unauffällig und schmerzlos. Mit zunehmender Trübung der Augenlinse kommt es zu folgenden Symptomen:

  • Verlust der Sehschärfe
  • Sehen durch einen „Schleier“
  • Sehen von Doppelbildern und Einschränkung im Kontrastsehen
  • Lichtschein um wahrgenommene Objekte („Halo-Effekt“)
  • Nachlassen des Sehvermögens in Ferne und Nähe
  • Blendeffekte infolge der diffusen Lichtstreuung
  • gesteigerte Empfindlichkeit des Auges bei Helligkeit
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Wie wird ein Grauer Star diagnostiziert?

Bei den Diagnoseverfahren steht immer die Untersuchung der Augenlinse im Vordergrund. Als erstes Untersuchungsmittel der Wahl kommt oft ein Spaltlampenmikroskop zum Einsatz. Dieses ist fester Bestandteil jeder augenärztlichen Praxis und ermöglicht eine bis zu vierzigfache Vergrößerung des betrachteten Auge. Damit untersucht der Augenarzt zunächst den vorderen Augenabschnitt mit den Bestandteilen Bindehaut, Hornhaut, Lederhaut, Regenbogenhaut und Linse. Alterungserscheinungen des Auges lassen sich so meist schnell erkennen und vorhandene Schädigungen sind gut auszumachen. Im hinteren Augenabschnitt untersucht der Augenarzt den Glaskörper sowie die Netzhaut, die sich am Augenhintergrund befindet. Wichtige Strukturen wie der Sehnerv und die Makula werden sichtbar und ebenfalls kontrolliert.

Die Untersuchung mit einem Spaltlampenmikroskop ist nur so lange möglich, wie die Linse noch nicht vollständig getrübt ist. Konnte sich ein Grauer Star schon bis zum reifen Star entwickeln, ist eine Untersuchung des Augenhintergrunds mit einem Spaltlampenmikroskop nicht mehr durchführbar.

Um vor einem operativen Eingriff andere Augenerkrankungen auszuschließen, gibt es auch bei einem reifen Grauen Star weitere Verfahren zur Diagnose. So erlaubt eine Ultraschalluntersuchung die Begutachtung des hinteren Augenabschnitts selbst bei fortgeschrittener Trübung der Linse. Ein sogenanntes Retinometer misst das Auflösevermögen der Netzhaut. Des Weiteren kann der Augenarzt eine Untersuchung des Gesichtsfeldes (Perimetrie) durchführen um vorliegende Gesichtsfeldausfälle zu diagnostizieren. Aus allen Diagnoseergebnissen kann der Operateur Rückschlüsse auf das zu erwartende Ergebnis einer Kataraktoperation ziehen.

Wie kann man den grauen Star behandeln?

Die Erkrankung Grauer Star lässt sich einzig durch eine sog. Kataraktoperation effektiv behandeln. Laut Informationsschrift des Bundesverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) ist die Kataraktoperation die am häufigsten durchgeführte Operation in Deutschland absolut. Rund 650.000 Operationen werden jährlich gezählt. Bei der Operation wird die trübe, körpereigene Augenlinse durch eine künstliche Intraokular-Augenlinse (IOL) ersetzt. Die Kataraktoperation gilt als erprobte und sichere Behandlungsmethode. 90 % der so behandelten Patienten konnten nach dem Eingriff besser sehen. In den meisten Fällen wird die Kataraktoperation ambulant durchgeführt und es reicht in der Regel eine örtliche Betäubung. Sind beide Augen betroffen, beginnt die Operation am stärker geschädigten Auge.

Verlauf der Kataraktoperation

Bei dem am häufigsten eingesetzten Operationsverfahren mit Ultraschall (Phakoemulsifikation) erfolgt zunächst ein kleiner Schnitt an der Hornhaut des Auges von bis zu 3 mm Länge, der später schnell und häufig sogar ohne Nähen verheilt. Alternativ führt der Operateur einen kreisrunden Einschnitt durch. Kern und Rinde der Linse verflüssigt der Operateur mithilfe von Ultraschall. Das verflüssigte Gewebe wird anschließend vollständig aus dem Auge entfernt und die künstliche Intraokularlinse eingesetzt. In vielen Fällen belässt der Arzt dafür die hintere und seitliche Linsenkapsel im Auge, in die er die künstliche Intraokularlinse einfügt. Feine Haltebügel verankern das Linsenimplantat in der sogenannten Kapselovalen. Nur noch in Ausnahmefällen führt der Operateur einen längeren Schnitt am Rand der Hornhaut durch. Er dient als Zugang zur Linse, die durch diesen Einschnitt ganz oder teilweise entfernt wird. Auch hier kommt es anschließend zum Einsatz einer künstlichen Intraokularlinse. Die Operationsmethoden unterscheiden sich je nach eingesetztem Linsenimplantat: starre Kunststofflinsen oder weiche Linsen aus Silikon oder Acrylkunststoff.

Kataraktoperation (Grauer Star)
© Helgaundhaegar / Fotolia

Nachbehandlung bei einer Kataraktoperation

Im Anschluss an die Kataraktoperation wird das Auge bis zum nächsten Morgen mit einem Salbenverband abgedeckt, um das frisch operierte Auge zu schützen. Für die folgenden drei bis vier Wochen werden antibiotische und entzündungshemmende Augentropfen verschrieben, die der Patient streng nach Vorschrift anwenden sollte. Vorsicht ist auch beim Duschen und bei der Haarwäsche angezeigt: Für wenige Tage sollte der Kontakt mit Wasser und Seife in der Augenpartie unterbleiben. Körperliche Anstrengungen sind in den ersten Tagen nach der Operation zurückzustellen. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Augenarzt stellen sicher, dass Komplikationen nach der Operation entweder vermieden oder umgehend behandelt werden können. Eine zentrale Netzhautschwellung, das Ablösen der Netzhaut und ein verzögerter Heilungsverlauf bei Vorliegen weiterer Augenerkrankungen wie erhöhter Augeninnendruck oder Hornhautdegeneration kommen ausgesprochen selten vor. Bis zum Abschluss aller Nachuntersuchungen ist der Patient gehalten, sich streng an die ihm verordnete Nachsorge zu halten.

Wichtig: In den ersten Wochen nach der Operation ist das neu gewonnene Sehvermögen schwankend. Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis der Augenarzt die Sehkraft neu ermittelt und gegebenenfalls eine neue Brille anpasst. In manchen Fällen verschlechtert sich das Sehvermögen im Verlauf von Wochen oder Monaten nach einer Operation. Der sogenannte Nachstar oder auch Kapselfibrose stellt eine Trübung der im Auge verbliebenen hinteren Linsenkapsel dar, die in einer weiteren Operation mit der YAG-Laser Kapsulotomie entfernt wird.

Kosten einer Kataraktoperation

In der Regel übernehmen die meisten gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Kosten einer Kataraktoperation. Diese können je nach Linsenart und Operationsverfahren zwischen ca. 1.800 € und 3.000 € je Auge schwanken. Ein Vergleich unterschiedlicher Anbieter lohnt sich, um auch Inclusivleistungen und Kosten für Vor- und Nachsorgeuntersuchungen zu vergleichen. Um wirklich auf Nummer sicher gehen, ist es ratsam sich vor einer Operation mit den unterschiedlichen Angeboten an die jeweilige Krankenkasse zu wenden und die Kostenübernahme zu klären.

Wie kann ich einen Grauen Star vorbeugen?

Die altersbedingte Eintrübung der Augenlinse kann der Patient nicht verhindern, verlangsamen oder gar aufhalten. Durch die Kataraktoperation können aber ein Großteil der Symptome behoben werden. Auch wenn Vorbeugemaßnahmen medizinsch noch nicht belegt sind, so gibt es eine Maßnahmen, die grundsätzlich eingehalten werden sollten, um das Risiko einer Grauer Star-Erkrankung verringern.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung eines Grauen Stars zählt beispielsweise eine Rötelimpfung bei werdenden Müttern, damit das Ungeborene nicht bereits im Mutterleib Augenschädigungen entwickelt. Starkes Rauchen oder exzessiver Alkoholkonsum begünstigt ebenfalls die Ausbildung von Linsentrübungen durch Stoffwechselprodukte, die beim Abbau des Alkohols entstehen oder allgemein infolge von Schadstoffen im Rauch. Häufig unterschätzt werden auch die Gefahren aus der Sonneneinstrahlung und der UV-Strahlung auf hohen Bergen oder dem offenen Meer ist eine gute Sonnenbrille Pflicht, um die Augen vor dem in Fachkreisen »Strahlenstar« genannten Grauer Star – Variante zu schützen. Gefährdet sind auch alle die Personen, die vermehrt Infrarotstrahlung ausgesetzt sind.

Personen, die unter starker Kurzsichtigkeit leiden, sollten nicht nur aus diesem Grund regelmäßig die Vorsorgeangebote des Augenarztes in Anspruch nehmen. Sie gelten als besonders gefährdeter Personenkreis. Vergleichbares gilt für Erkrankte, die bestimmte Medikamente wie Kortison verwenden müssen. Eine eventuell eintretende Trübung kann sich nach dem Absetzen des Medikaments zurückbilden. Keinesfalls dürfen Betroffene die Behandlung ohne Rücksprache mit dem Arzt und dem Augenarzt unterbrechen. Patienten, die wegen Diabetes mellitus ärztliche Betreuung benötigen, sollten regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt in Anspruch nehmen.

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Von |2018-08-15T15:02:19+00:0028. Mai 2018|
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