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Augenlinse

Die Augenlinse (med.: Lens crystallina; lat. Phakos) ist Bestandteil des Augenapparates und befindet sich hinter der Pupille. Sie ist klar, durchsichtig, relativ elastisch und sowohl an der Vorder- wie Hinterseite konvex (Sammellinse) gekrümmt. Ihre Aufgabe ist die Brechung und Bündelung der durch die Pupille einfallenden Lichtstrahlen, sodass diese ein scharfes Bild auf der Netzhaut des Auges projizieren. Durch die Kontraktion der Ziliarmuskeln und den Augeninnendruck wie die eigentliche Kugelform der Augenlinse abgeflacht und erhält die typische Linsenform.

Aufbau der Augenlinse

Die Augenlinse hat etwa eine Ausdehnung von ca. neun Millimeter und weist im Zentrum eine Dicke von vier bis fünf Millimetern auf. Ja nach Kontraktion der Ziliarmuskel können sich diese Werte ändern. Mit der Hinterseite stößt sie an den Glaskörper des Auges an. Das Gewicht der Augenlinse liegt bei etwa 1,7 Gramm. Beim Aufbau der Linse lassen sich vier Abschnitte von außen nach innen unterscheiden:

  • Linsenkapsel: Ein mit gelartiger Flüssigkeit gefüllter durchsichtiger Sack, der die eigentliche Linse umgibt. An den oberen und unteren Seiten der Kapsel sind einstrahlende Zonulafasern kreisförmig zur Aufhängung der Linse befestigt. Ohne die Zonulafasern und den Ziliarmuskel würde sich die Linse kugelförmig ausdehnen und eine Fokussierung nicht möglich sein.
  • Linsenepithel: Einschichtige Zellschicht die sich über die Vorderfläche der Linse ausdehnt und stetig neue Linsenfasern bildet.
  • Linsenrinde und Linsenkern: Diese beiden Abschnitte bestehen zum Teil aus sich ständig erneuernden Linsenfasern, die von den Epithelzellen gebildet werden. Neu gebildete Fasern legen sich von außen auf, ähnlich den Häuten einer Zwiebel. Dieser Prozess verändert sich mit zunehmendem Alter. Dabei verkleinert sich die Dicke der Rinde mit zunehmenden Alter zugunsten des Kerns. Die Zellen der Augenlinse geben in stärkerem Maße Wasser ab, was zu einer allmählichen Verhärtung führt. Die Augenlinse wird damit weniger elastisch. Die praktischen Folgen kann jeder Mensch etwa ab dem 45. oder 50. Lebensjahr beobachten: Das Sehen in der Nähe fällt zunehmend schwerer. (Altersweitsichtigkeit) Die Ursache liegt darin, dass die Elastizität der Linse im Alter deutlich herabgesetzt ist. Gerade für scharfes Sehen im Nahbereich müssen die Ziliarmuskeln den Augenkörper und damit auch die Linse besonders stark verformen können.

Die Durchsichtigkeit der Augenlinse wird durch die dicht aufeinander liegenden Stoffschichten ohne Blutgefäße, Zellkerne oder Nervenfasern gewährleistet. Dazu gehören: Eiweißstoffe, Wasser, Enzyme, Vitamine C und andere antioxidative Substanzen. Nährstoffe erhält die Augenlinse über das Kammerwasser des Auges.

© Alila Medical Media / Fotolia

Funktion

Die Hauptfunktion der Augenlinse ist die Brechung der einfallenden Lichtstrahlen und Projektion auf die Netzhaut. Dabei kann die Brechkraft der Linse im Rahmen der Akkommodation (Nah- und Fernstellung) von der normalen Einstellung für Fernsicht (19 Dioptrien), durch Verkleinerung des Krümmungsradius, auf bis zu 33 Dioptrien (dpt) erhöht werden. Diese Funktion ermöglicht es uns, nahe und entfernte Objekte scharf wahrzunehmen. Dies geschieht durch den Ziliarmuskel, der sich nahegelegenen Objekten anspannt, die Ziliarfasern verkürzt, die Linse krümmt und nahes Sehen ermöglicht. Betrachtet man Objekte in der Ferne, entspannt sich der Ziliarmuskel und die Ziliarfasern werden in die Länge gezogen. Bei diesem Prozess flacht die Linse ab und ermöglicht durch ihre abnehmende Brechkraft der Augenlinse ein scharfes Sehen in der Ferne. Nachlassende Elastizität der Augenlinse führt bei zunehmenden Alter zur Ausbildung der Altersfehlsichtigkeit.

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Erkrankungen

Als typische Erkrankung gilt der graue Star (Katarakt). Dabei kommt im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses zu einer Eintrübung oder Brechkraftänderung der eigentlich klaren Augenlinse, bei der das Sehvermögen stetig abnimmt. Wird der graue Star nicht rechtzeitig erkannt oder operativ behandelt droht ein Verlust der Sehkraft.

In seltenen Fällen kann es auch zu einer Verlagerung (Linsenluxation) aus ihrer ursprünglichen Position in die Vorderkammer oder den Glaskörper des Auges kommen.

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Von | 2018-05-03T12:50:42+00:00 19. April 2018|
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