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Zuckerbedingte Netzhauterkrankung – Stiftung Auge empfiehlt regelmäßige Kontrollen

In ihrer neusten Pressemitteilung weist die Stiftung Auge darauf hin, dass Vorbeugung, Früherkennung und rechtzeitige Behandlung vor Erblindung durch zuckerbedingte Netzhauterkrankung schützen. Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko an speziellen Netzhautveränderungen zu erkranken. So zählt die diabetische Retinopathie weltweit zu den häufigsten Erblindungsursachen. Schätzungsweise mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland leiden darunter, und aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Zahl bis 2030 um rund 40 Prozent weiter ansteigen.

Schäden an Gefäßen durch Diabetes mellitus

Patienten mit der Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko, Schäden an den Blutgefäßen zu entwickeln. Gerade die Blutgefäße der Netzhaut – der Fachausdruck lautet Retina – sind hiervon besonders betroffen. Die zuckerbedingte Netzhauterkrankung, die sogenannte diabetische Retinopathie, führt unbehandelt zu massiven Sehstörungen; im schlimmsten Fall kann der völlige Sehverlust drohen. „Jeder Patient sollte bei der Diagnose eines Diabetes zugleich auch einen Augenarzt konsultieren und den Befund mindestens einmal im Jahr kontrollieren lassen – auch wenn der Patient keine Beschwerden hat“, erklärt Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik in Bonn. Bei Sehstörungen müsse der Augenarzt sofort aufgesucht werden.

Schaubild-Diabtische-Retinopathie
© Alila Medical Media / Fotolia

Im Anfangsstadium häufig keine Symptome

Im Anfangsstadium verursachen die Gefäßveränderungen in der Netzhaut häufig keine Symptome. Wenn der Patient Beschwerden wie unklares Sehen oder blinde Flecken wahrnimmt, hat die Krankheit meist schon größere Bereiche der Netzhaut erfasst. „Die Frühsymptome kann nur der Augenarzt durch eine medikamentöse Weitstellung der Pupillen und möglicherweise erforderliche weiterreichende Untersuchungen erkennen. Die Feststellung der Sehschärfe reicht zur Früherkennung nicht aus“, warnt Professor Holz. Je früher die Veränderungen im Auge erkannt werden, umso leichter und erfolgreicher ist die Behandlung. Ist bereits die Stelle des schärfsten Sehens betroffen, der gelbe Fleck oder Makula, spricht man von einer diabetischen Makulopathie. Im schlimmsten Fall kann dabei die Erblindung drohen. „Frühzeitige Diagnose und Behandlung können den Verlust des Augenlichts verhindern“, betont Holz. „Patienten mit Diabetes müssen deshalb regelmäßig zum Augenarzt. Ist die zuckerbedingte Netzhauterkrankung bereits ausgebrochen, sollten die Kontrollen in kürzeren Intervallen erfolgen.“

Zuckerbedingte Netzhauterkrankung: Therapiemöglichkeiten

Den Augenspezialisten stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Eine Laserbehandlung kann Gefäßveränderungen bremsen und Blutungen in den Glaskörper und eine Netzhautablösung verhindern. Ist die diabetische Retinopathie schon weiter fortgeschritten, drohen eine Blutung oder Netzhautablösung. Dann versuchen Augenärzte den Patienten chirurgisch vor der Erblindung zu bewahren. In manchen Fällen setzen Ärzte auch Medikamente ein, die sie im Rahmen eines operativen Eingriffs in den Glaskörper spritzen. Diese Eingriffe erfolgen in der Regel ambulant unter lokaler Betäubung, meist in monatlichen Abständen. „Selbstverständlich müssen dann später auch die Sehhilfen entsprechend angepasst werden“, erläutert Holz.

Vorbeugung

Damit es möglichst gar nicht erst zu nennenswerten Gefäßveränderungen an den Augen kommt, können Menschen mit Zuckerkrankheit selbst vorbeugend aktiv werden und einen gesunden Lebensstil pflegen. Mit Hilfe des Internisten oder Hausarztes sollten Blutzucker und Blutdruck optimal eingestellt werden. „Ein niedriger Langzeit-Blutzuckerwert und ein normaler Blutdruck verhindern die zuckerbedingte Netzhauterkrankung und stoppen Veränderungen an der Netzhaut“, so der Mediensprecher der Stiftung Auge, Professor Dr. med. Christian Ohrloff, ehemaliger Direktor der Universitäts-Augenklinik in Frankfurt. Patienten, Internisten oder Hausärzte und Augenärzte sollten im Team gemeinsam versuchen, zuckerbedingten Netzhauterkrankungen vorzubeugen, so Ohrloff. Dafür sei entscheidend, entsprechende Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen und durchzuführen.

Die Stiftung Auge rät deshalb allen Diabetespatienten, auf einen niedrigen Langzeit-Blutzuckerwert und auf einen normalen Blutdruck zu achten. Darüber hinaus sollte mindestens einmal jährlich eine Kontrolle beim Augenarzt erfolgen.

Quelle:
http://cms.augeninfo.de/fileadmin/pat_brosch/diabetes.pdf

https://www.dog.org/?cat=229
Pressestelle der Stiftung Auge
Sabrina Hartmann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 89 31 649
Fax: 0711 8931 167

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Von |2018-06-25T11:34:47+00:0018. Juni 2018|
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