Wunderwerk Mensch: So ist das menschliche Auge aufgebaut (Teil 2)

Im vorhergehenden Teil unseres Ausflugs ins menschliche Auge haben wir unter anderem die Hornhaut und das Kammerwasser vorgestellt. Von hier aus rückt der Fokus auf die überaus wichtige Augenlinse, die sich hinter der Regenbogenhaut versteckt. Dabei handelt es sich um eine elastische Linse, die an dem ringförmigen Ziliarmuskel (auch „Ziliarkörper“) fixiert ist. Durch diesen können wir die Linse je nach Bedarf verformen und den Brechungswinkel des Lichts aktiv steuern. Erst dieser „Akkommodation“ genannte Prozess eröffnet dem Menschen am Ende des Tages das Sehen über unterschiedliche Distanzen (Nahsicht, Fernsicht).

Die Gesamtbrechkraft des menschlichen Auges geht zu etwa 25% auf die Brechkraft der Linse und zu etwa 75% auf die Brechkraft der Hornhaut zurück. Von dieser Gesamtbrechkraft hängt es ab, wie gut die Lichtinformationen auf der Netzhaut gebündelt werden können. Je nach Beeinträchtigung dieses Vorgangs kann eine Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus oder auch Altersweitsichtigkeit entstehen.

Die Augeninnenseite ist von der Netzhaut (Retina) beschichtet. Die Retina besteht aus verschiedenen Schichten, die eingehende Lichtinformationen sortieren und kombinieren. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Aderhaut hervorzuheben, die die lichtempfindlichen Rezeptoren verankert und die Netzhaut durchblutet. Diese Rezeptoren nennt man „Stäbchen“ und „Zapfen“, stellenweise auch schlicht „Sehzellen“. Sie sorgen für die Entsendung der Sehnervsignale, die letztendlich die Entstehung des räumlichen Eindrucks im Gehirn ermöglichen.

Ein nicht minder wichtiger Bestandteil des Auges ist der Glaskörper, der mit einer zu 98% aus Wasser bestehenden, gelartigen Flüssigkeit gefüllt ist. Dieses Gebilde, das vorne an die Linse und den Ziliarkörper grenzt, verleiht dem Auge seine Formstabilität. Das, was man auf der Vorderseite als „weißen Teil“ des Auges wahrnimmt, ist die so genannte Lederhaut. Sie umschließt die gesamte Augenpartie.