Wofür haben wir eigentlich Wimpern?

Wimpern: Mutter Natur hat mitgedacht

Unsere Wimpern sind – insbesondere bei den Damen der Schöpfung – ein überaus wichtiges „gestalterisches“ Element des Gesichts und damit unserer gesamten Erscheinung. Die Kosmetikindustrie bedient die menschliche Verbundenheit zu den feinen Härchen mit unzähligen Produkten, die Jahr für Jahr Milliardenumsätze generieren. Längst gelten lange, möglichst dichte Wimpern als Schönheitsideal. Wer dabei vermeintlich zu kurz gekommen ist, hilft mit speziellen „Extensions“ nach.

Alles für die Schönheit? Nicht ganz. Natürlich hat sich Mutter Natur etwas dabei gedacht. In erster Linie dienen die feinen, leicht gebogenen Härchen am oberen und unteren Augenlidrand dem Schutz unserer Augen. So können diese kleinere Schmutzpartikel oder Fremdkörper abfangen. Ähnlich wie die Augenbrauen fangen Wimpern auch herunterperlende Schweißtropfen ab.

Für den Augenarzt kann der Zustand der Wimpern erste Anhaltspunkte für die Diagnose einer Augenerkrankung liefern: Bei einer Lidrandentzündung (Blepharitis) beispielsweise sind die Härchen häufig sichtlich verklebt. Liegt eventuell ein so genanntes „Rolllid“ (Entropium) vor, erscheinen die Wimpern vielfach nach innen gebogen. Dadurch können im nächsten Schritt anhaltende Reizzustände an der Hornhaut entstehen. Fernab der Augenheilkunde können die „Wimpernzeichen“ im Bereich der Neurologie und Neuroophthalmologie diagnostisch herangezogen werden.

Hin und wieder bemerkt man im Alltag, wie eine oder mehrere Wimpern abhanden kommen. Ein gewisser „Schwund“ ist wohlgemerkt völlig unbedenklich, beträgt die Lebensdauer der menschlichen Wimpern doch nur 100 bis 150 Tage. In seltenen Fällen kann ein krankhafter Wimpernausfall (Madarosis) vorliegen, der eventuell mit dem Ausfall von Augenbrauenhärchen zusammenfällt. Brechen die Wimpern dagegen auffällig leicht ab, liegt womöglich ein Vitaminmangel vor. In anderen Fällen führt eine unsachgemäße Schminktechnik zu erhöhtem Wimpernbruch.

Der obere Lidrand ist mit 150 bis 250 Härchen übrigens deutlich dichter bestückt als das Unterlid mit 50 bis 150 Härchen. Weiterhin sind die oberen Wimpern mit einer Länge von 8 bis 12 mm länger als die unteren mit nur 6 bis 8 mm.