Wer schön sein will muss leiden: Eyeliner kann in Ausnahmefällen krankmachen

Für die Damen der Schöpfung ist der Eyeliner ein ganz selbstverständliches Werkzeug für den perfekten Lidstrich. Keine große Kosmetikmarke kommt heute ohne entsprechende Produkte aus, die von Einsteigervarianten zum Dumpingpreis bis hin zu sündhaft teuren Varianten großer Marken reichen. Was viele nicht wissen: Die enthaltenen Klebstoffe, Silikone, Öle und Wachse können im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. In den meisten Fällen ist es mit einer temporären, leicht schmerzhaften Augenreizung getan. In Extremfällen kann es dagegen zu einer spürbaren Beeinträchtigung des Sehvermögens kommen, warnen Experten. 



Auch Produkte von Premium-Marken enthalten verschiedene synthetische Stoffe, um den Eyeliner möglichst langanhaltend zu machen. Diese sind grundsätzlich nicht gefährlich – solange sie dort bleiben, wo sie sollen. Die Augenspezialistin Dr. Alison Ng hat gemeinsam mit einem kanadischen Forscherteam eine Studie an der Cardiff University in Wales durchgeführt, die sich mit dem Gefahrenpotential von Eyeliner-Produkten beschäftigt. Das Ergebnis: Besonders in Fällen, wo der Eyeliner innen – am unteren Lidrand –aufgetragen wird, gelangen Inhaltsstoffe in den Tränenfilm des jeweiligen Auges. 



Die in kleine Brocken zerstückelten Partikel führen dort relativ schnell zu Irritationen. Wer solche Reizungen ignoriert, riskiert schwere Infektionen. Naheliegende Erkenntnis: Personen, die regelmäßig einen Eyeliner nutzen, unterliegen einer überdurchschnittlichen Infektionsgefahr, da sich besagte Brocken vielfach Stück für Stück ansammeln. Im Zuge dessen entstehen Ablagerungen auf der Augenoberfläche, die am empfindlichen Sehorgan reiben und mit der Zeit Sehstörungen provozieren. 



Bedeutet die Studie, dass man als Frau fortan die Finger von Eyelinern lassen sollte? Keineswegs. Zum einen kommt es wie so oft auf die Technik an: So solle man den Kajalstift vor jeder Anwendung spitzen, um die Partikelablagerungen auf der Spitze loszuwerden. Im nächsten Schritt beschränkt man sich idealerweise auf den oberen, äußeren Lidrand, wo deutlich weniger Partikel ins Auge gelangen können. Naturkosmetik, die weitgehend auf künstliche Inhaltsstoffe verzichtet, kann schließlich ihr Übriges tun.