Weichmacher: Können auch Kontaktlinsen betroffen sein?

Das Thema „Weichmacher“ wurde in den vergangenen Jahren immer wieder in der hiesigen Presse diskutiert, so insbesondere im Kontext von Baby-Spielzeug made in China. Das Bewusstsein der Verbraucher ist dementsprechend geschärft – doch trotzdem fehlt ein tieferes Verständnis für das Thema. Getreu ihrer Bezeichnung sind Weichmacher chemische Mittel, die bestimmte Stoffe weicher, flexibler und elastischer machen. Sie gehören zu den meistverkauften Chemikalien überhaupt. Unter dem Sammelbegriff finden sich fette Öle, Campher sowie Carbonsäureester, die am Ende des Tages in unzähligen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden.

Die Debatte um die womöglich gesundheitsgefährdenden Folgen von Weihmachern hält seit Jahren an. Vielfach fehlt eine belastbare wissenschaftliche Argumentationsbasis. Fest steht heute, dass bestimmte Weichmacher auf Basis so genannter Phthalaten zur Unfruchtbarkeit von Männern beitragen können. Auch geht man davon aus, dass bestimmte weichmachende Stoffe Diabetes begünstigen. Die Europäische Union stuft einige Weichmacher als gesundheitsgefährdend ein. Im Kontext von Kinderspielzeug sind Phthalatweichmacher in der EU mittlerweile gänzlich verboten.

Weichmacher machen harte Stoffe weich – und sind damit auf den ersten Blick prädestiniert für die Herstellung weicher Kontaktlinsen. In einem solchen Fall könnten die besagten Phthalate theoretisch direkt über das Auge in den körpereigenen Kreislauf abgegeben werden. Bei den großen Herstellern ist die Verwendung solcher Chemikalien allerdings tabu. Stattdessen erreichen sie die Elastizität der Linsen durch eine spezielle Gelstruktur (Hydrogel, Silikongel) in Verbindung mit Wasser. Auch bei weniger bekannten Kontaktlinsenherstellern ist die Verwendung von Weichmachern eher unwahrscheinlich.

Um sicher zu gehen, sollten Sie Ihre Linsen stets von bekannten Hersteller aus offiziellen Vertriebsquellen beziehen. Bei No-Name-Produkten aus dem Internet, die stellenweise direkt aus Asien verschickt werden, kann es dagegen zu qualitativen Abstrichen kommen. Konsultieren Sie in einem solchen Fall zunächst Ihren Augenarzt.