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VON×IKKE – Think outside the box

Wer auf der Suche nach einem richtig coolen Brillenband für seine Lieblingsbrille ist, kommt an VON×IKKE nicht vorbei. Das noch relativ junge Label aus Mainz fertigt die mega angesagten Accessoires für Brillen und Sonnenbrillen von Hand und nutzt für die Brillenbänder nur feinste Materialien, die sich durch eine feine Struktur, einen angenehm weichen Griff auszeichnen und dabei trotzdem sehr robust und frei von Allergenen sind. Wir haben mit Elisa Biscotti und Mario von Wantoch-Rekowski, den Gründern von VON×IKKE, über ihr Label und die Idee dahinter gesprochen.  

 © Elisa Biscotti / Studio Biscotti

Seit wann gibt es VON×IKKE?

Angefangen haben wir im Sommer 2015. Mario hatte damals eine neue Sonnenbrille und wollte das Problem lösen, ständig das Brillenetui herausholen zu müssen, um die Brille sicher zu verpacken. Es musste eine andere Lösung her – zum Beispiel ein Brillenband. Er fragte unseren Optiker am Dom in Mainz die auch Brillenbänder hatten, die Mario aber nicht zusagten. Sie fassten sich minderwertig, wie Plastik, an, das Band hatte keine schöne Struktur und alles in allem passte es überhaupt nicht zum Wert der Brille. Da recherchierte er ein wenig, fand aber auch im Internet nichts wirklich Zufriedenstellendes, sodass er sich selber daran machte sich ein Brillenband zu basteln. Nach einigen Versuchen fand er eine Technik, bei der die Gummischlaufe ohne Quetschöse an dem Band befestigt werden konnte. Das sah nicht nur wesentlich edler und minimalistischer aus, sondern war auch ein Alleinstellungsmerkmal, was sein Brillenband von den übrigen auf dem Markt befindlichen Bändern unterschied. Nachdem sowohl Freunde und auch die Optiker vom Dom interessiert waren, machte Mario einige Bänder mehr als er für sich brauchte. Das Gros der Leute belächelten ihn aber eher, fanden es altbacken ein Brillenband zu tragen. Mario war das egal, schließlich machte er in erster Linie Brillenbänder für sich und gegebenenfalls für Interessierte.

Jetzt, vier Jahre später, sind wir in rund 80 Optikerläden vertreten, darunter auch welche in Finnland, Großbritannien, Dänemark, Niederlande, Belgien, Schweiz und Österreich.

Fotos © Elisa Biscotti / Studio Biscotti

Unsere Leser interessiert auch, wer genau hinter VONxIKKE steht. Erzählt doch ein bisschen mehr über euch.

Hinter VON×IKKE stehen Elisa Biscotti und Mario von Wantoch-Rekowski. Mario ist der Tüftler und damit irgendwie auch der Erfinder von Brillenbändern VON×IKKE. Er hat damit angefangen, und konnte durch seinen Hang zum Perfektionismus Aufgaben nicht wirklich abgeben. Das änderte sich aber im Laufe der Zeit mit den steigenden Anforderungen an die Produktion. Die Bestellungen wurden immer mehr, Anfragen kamen aus dem europäischen Ausland, VON×IKKE musste entsprechend umstrukturiert werden. So wurden Aufgaben verteilt, Prozesse professionalisiert – die Produktion aber bindet Mario weiterhin sehr eng an sich und kontrolliert jedes einzelne Band, das er nicht selber gemacht hat. Das ist anstrengend für die Leute, lässt er sich aber nicht nehmen.

Im richtigen Leben arbeitet Mario als Medienpädagoge. Elisa ist gelernte Fotografin. Sie ist zuständig für die Außendarstellung von VON×IKKE, macht die Fotos für die Webseite und für online allgemein, sie macht aber auch die Produktfotos für die Online-Bestellung. Und wenn sie noch Kapazitäten hat, hilft sie mit bei der Produktion oder bei der Abwicklung der Geschäfte.

Kurz noch zur Namensfindung: Mario ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Als er vor elf Jahren nach Mainz zog, wurde sein Spitzname relativ schnell, wen würde es groß wundern, „Icke“. Und bei der Erklärung, was das für Brillenbänder sind, woher die kommen, wer die gemacht hat lag immer wieder „die sind vom Icke“ auf der Zunge. So kam es zu VON×IKKE.

Fotos © Elisa Biscotti / Studio Biscotti

Welchen Herausforderungen mussten Sie sich in der Anfangszeit von VON×IKKE stellen?

Die größte Herausforderung war in erster Linie der Lächerlichkeit entgegenzuwirken und sich durch Unverständnis Dritter nicht entmutigen zu lassen. Wir bzw. Mario hatte es aber insofern nicht allzu schwer, weil wir nicht den Anspruch oder das Ziel hatten, eine Weltmarke zu etablieren – im Zentrum stand und steht eigentlich immer noch, dass wir Brillenbänder in unterschiedlichen Mustern, Farben, Dicken, Strukturen haben. Und wenn dann dazu kommt, dass andere ebenfalls Interesse haben und bestellen, wir glückliche Kunden sehen oder im Straßenbild Menschen mit Brillenbändern VON×IKKE erkennen, dann ist das ein sehr schönes und zufriedenstellendes Gefühl – das ist der Antrieb.

Dabei sind wir schon bei der zweiten Herausforderung die sich stellte: die Marke beziehungsweise das Branding. So wie VON×IKKE gestartet ist, hat sich ja alles irgendwie entwickelt, die Sache hat sich gewissermaßen verselbstständigt. Wir waren so überwältigt von der Resonanz, dass wir uns immer wieder „erst mal“ auf das Wesentliche konzentriert haben: die Bestellungen zu bedienen und die Qualität zu halten. Wir haben uns dann immer wieder zusammengesetzt, auch mit Optiker-Kolleg*innen und -Freund*innen und überlegt, was wir machen sollten. Dabei kam für uns immer heraus, dass Authentizität und Qualität das Wichtigste ist. Und, dass wir weder die Produktion ins Ausland outsourcen noch einen Verkauf an Einzelkunden erwägen. Wir wollten nicht so tun als hätten wir einen Wirtschaftsplan, ein Ziel in X-Jahren am Erfolgspunkt Y zu sein oder so. Es war auch keine Option irgendwo am Band etwas anzunähen oder gar einzusticken, das hätte den Anspruch an Minimalismus und klarem Design widersprochen. Wir bauen eher darauf, dass Leute sich ggf. mit uns und unseren Brillenbändern beschäftigen, die Konstruktionsweise erkennen und so den wesentlichen und klar erkennbaren Unterschied zu den anderen Mitbewerber*innen im Brillenband-Business zu schätzen wissen.

Eine weitere Herausforderung war das Finden geeigneter Materialien. Dabei geht es natürlich in erster Linie um die Qualität der Bänder. Aber ein noch so gutes oder schönes Band nützt nicht viel, wenn die Gummischlaufe schwächelt. In Online-Shops findet man viele unterschiedliche Schlaufen für wenig Geld, unserer Erfahrung nach taugen die aber ebenso wenig.

Nachdem wir das alles gemeistert hatten, stand die Entscheidung nach den Vertiebswegen – Einzelhandel oder Online-Masse. Insbesondere durch unsere Nähe zum lokalen Optiker am Dom stand sehr schnell fest, dass es VON×IKKE Brillenbänder nicht in den diversen Online-Shops zu kaufen geben wird. Wir verkaufen seit Anfang an ausschließlich an den Einzel- bzw. Fachhandel, unsere Kunden sind die Optiker. Das wird auch so bleiben. Nicht nur aus Sentimentalitätsgründen, auch als Statement. Denn wenn man nachhaltig und ressourcenschonend agieren will, dann passt es unserer Meinung nach nicht so recht einen Online-Versandhändler zu nutzen und bestehende innerstädtische Strukturen auszuhöhlen. Das sind große Worte für ein kleines Label, das Brillenbänder macht, ein Nischenprodukt. Uns ist bewusst, dass uns erhebliche Einnahmen entgehen, wenn wir den Direktvertrieb an den Einzelkunden auslassen. Aber wir denken da eher langfristig und aus der Perspektive unserer Kunden, und irgendwie gibt uns die Entwicklung von VON×IKKE ja auch recht. Außerdem mögen wir es, eine ungefähre Ahnung zu haben, wo unsere Brillenbänder vertrieben werden und mit den Leuten vor Ort in Kontakt zu sein.

Die Brillenbänder sind handmade – Wie lange dauert es so ein individuelles Brillenband herzustellen?

Von allen Einzelteilen bis hin zum versandfertigen Brillenband dauert es ca. 15 Minuten. Das ist vor allem konstruktionsbedingt, da wir keine Endkappen aufkleben oder Ösen quetschen, sondern die Endstücke, wie in der Seefahrt seit Generationen üblich, verarbeiten. Zudem bekommen wir die Gummischlaufen und die Ringe als Einzelteile geliefert, die müssen also auch erst noch miteinander verheiratet werden.

Woher nehmt ihr die Inspiration für die Kreation eurer Brillenbänder?

Die Bänder selbst sind bereits produziert, es sind keine Auftragsproduktionen. Wir arbeiten mit einem Hersteller zusammen, der seit Generationen in Deutschland produziert, und dem das Thema Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Produktion seit jeher sehr wichtig ist. Insofern sind wir in der glücklichen Lage uns in den Beständen bedienen zu können und Reste oder ggf. Überproduktionen, Rückläufer etc. aufkaufen und upcyceln zu können. Anderweitig würden die Bänder entsorgt – und dafür sind sie zu schade. Es handelt sich dabei um rein technische Bänder, die nicht für die Mode oder stylische Accessoires produziert wurden. Die Anforderungen an das Material und die Verarbeitung sind sehr hoch, was zu der feinen Struktur, der weichen Haptik und der pflegeleichten Handhabung führt. Wer genau hinschaut und evtl. auch Gelegenheit hat den Unterschied zu erfühlen, der/die weiß, was wir meinen.

Interessieren ihr euch für aktuelle Brillentrends? Wenn ja, wo (oder von wem) lasst ihr euch vor dem Kauf einer neuen Brille inspirieren?

Durch die enge Freundschaft zu unseren Optikern sind wir natürlich immer nah dran an dem, was die aktuellen Kollektionen her geben, wobei wir uns dabei auf die unabhängigen Labels konzentrieren. Wir mögen die Geschichten, kennen einige Menschen dahinter und fühlen uns da sehr wohl. Und natürlich unterstützen wir die lokale Wirtschaft regelmäßig, denn wir brauchen ja immer wieder mal das eine oder andere neue Gestell für neue Bilder auf der Webseite und den sozialen Medien.

Liebe Elisa, lieber Mario, wir danken euch sehr für das tolle Interview!

Mehr über VONxIKKE erfahren Sie zum Beispiel auf Instagram oder Facebook.

Von |2019-04-12T09:22:56+02:0029. März 2019|Tags: , , , |
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