Volksleiden „Sicca-Syndrom“: Jeder fünfte Augenarzt-Patient ist von trockenen Augen betroffen

Das so genannte Sicca-Syndrom – im Volksmund besser bekannt als „Trockenes Auge“ – ist eine der häufigsten Augenerkrankungen überhaupt. Ca. 20% der Patienten, die zum Augenarzt oder Optiker gehen, leiden unter einem Sicca-Syndrom. Eine genaue Indikation mit der Bezeichnung „Trockenes Auge“ gibt es wohlgemerkt nicht. Stattdessen fallen unter diesen Sammelbegriff verschiedene Symptome, die allesamt mit einer verminderten Befeuchtung der Augenoberfläche verbunden sind.

Ursachen

Funktioniert alles wie es sein soll, wird mit jedem Lidschlag etwa alle fünf bis zehn Sekunden ausreichend Tränenflüssigkeit gleichmäßig über die Augenoberfläche verteilt. Der hauchdünn aufgetragene Tränenfilm enthält unter anderem verschiedene Enzyme, Eiweiße sowie Antikörper, die für unsere Augen unabdingbar sind. Leidet man unter dem Sicca-Syndrom wird nicht mehr genügend Tränenflüssigkeit gebildet oder die Zusammensetzung des Tränenfilms verändert sich so negativ, dass dieser schneller verdunstet. Die Zahl der möglichen Ursachen für trockene Augen ist sehr groß. Die Bandbreite reicht von Erkrankungen des Auges, Grunderkrankungen im menschlichem Körper (z.B. Rheuma oder Diabetes), negativen Umwelteinflüssen wie ständigem Tabakrauch, bis hin zu stundenlangem Arbeiten am Bildschirm. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit kann aber auch sehr trockene Heizungsluft eine Ursache für trockene Augen sein.

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Symptome

Bei einem Sicca-Syndrom entwickelt sich ein störendes Gefühl von Trockenheit. Oft kommt es dabei zu einem Fremdkörpergefühl im Auge, Augenbrennen und roten Augen. Der Betroffene muss womöglich häufiger blinzeln und fühlt sich zum Reiben der Augenpartie verleitet. Gleichzeitig kann es auch zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit kommen. Nicht selten geht auch eine chronische Lidrandentzündung (sog. „Blepharitis marginalis“) mit einem trockenen Auge einher.

Therapie

Die gute Nachricht: Die Symptome des Sicca-Syndroms lassen sich vergleichsweise schnell und schmerzfrei behandeln. In den meisten Fällen reicht der Einsatz von eines Tränenersatzfilms vom Optiker oder Apotheker. Sollten Sie dennoch weiterhin über vermehrte Trockenheit im Auge klagen und keine unmittelbaren externen Einflüsse als Ursache ausmachen können, empfiehlt es sich einen Termin beim Augenarzt auszumachen. Sollten Sie z.B. an einem zu schnellen Abfluss der Tränenflüssigkeit leiden, dann kann Ihnen Ihr Augenarzt winzige „Stöpsel“ einsetzen. Sie reduzieren den Abfluss der Tränenflüssigkeit und regulieren so deren Menge auf sehr effektive Weise.

Im zweiten Schritt kann auch ein Termin beim Allgemeinmediziner sinnvoll sein. Denn oftmals ist die eigentliche Ursache für das Sicca-Syndrom gar nicht im Auge selbst zu finden. Dann ist womöglich eine Grunderkrankung Schuld an den trockenen Augen. In Betracht kommen beispielsweise Diabetes, eine Erkrankung der Schilddrüse, Rheuma und verschiedene Gefäßerkrankungen. Diese Beschwerden müssen behandelt werden, bevor eine erfolgreiche Therapie zur Linderung der Augenbeschwerden durchgeführt werden kann.

Vorsorge

Wenn Sie unter trockenen Augen leiden und eine Sehhilfe benötigen, ist in vielen Fällen eine Brille die bessere Wahl. Wenn die Hornhaut nicht in ausreichendem Maße mit Feuchtigkeit versorgt wird, reduziert das den Tragekomfort beim Einsatz von Kontaktlinsen erheblich. Zudem steigt die Gefahr von Rötungen, Reizungen und Infektionen. Möchten Sie keine Brille tragen und trotz trockener Augen zu Kontaktlinsen greifen, dann sind Ihnen spezielle hydrophile Kontaktlinsen zu empfehlen die über eine Art eingebauten Feuchtigkeitsspeicher verfügen. Sie geben winzige Menge der gespeicherten Flüssigkeit bei jedem Lidschlag ab und tragen auf diese Weise zu einer permanenten Benetzung der Hornhaut bei. Kontaktlinsen für empfindliche Augen sind zudem in hohem Maße biokompatibel und sehr sauerstoffdurchlässig. Auch das trägt dazu bei, dass die Linsen selbst nach vielen Stunden im Auge noch nicht als unangenehm empfunden werden.

Weiter Vorsorgemaßnahmen sind:

•ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 2 Liter am Tag)
•ausreichend feuchte und frische Raumluft.
•meiden Sie direkten Luftzug von Gebläse oder Klimaanlagen
•regelmäßig Pausen bei längerer Bildschirmarbeit ein und blinzeln Sie häufiger, da beim Starren auf den Bildschirm die Lidschlagfrequenz abnimmt.
•Vermeidung von Tabakrauch