Vitrektomie: Indikation, Durchführung & Komplikationen

Vitrektomie
Pixabay
Anzeige
ocuvers wipes (700x160)

Die Vitrektomie (lat. vitreus „gläsern“, griech. ek „heraus“ und tomein „schneiden“) bezeichnet die teilweise oder gesamte Entfernung des Glaskörpers aus dem Auge. Dies kann als Teilschritt einer Augenoperation oder als Einzeloperation erfolgen. Unter dem Glaskörper versteht man eine an Gelee erinnernde Masse, die den hinteren Teil des Auges ausfüllt und dem Augapfel Stabilität und Form verleiht. Die Vitrektomie wird seit dem Ende der 60er Jahre angewandt und kommt bei unterschiedlichen medizinischen und gesundheitlichen Gründen zum Einsatz.

Indikationen

Mit einer Vitrektomie können heutzutage pathologische Prozesse an der Netzhaut oder dem Glaskörper erfolgreich behandelt werden. So wird das Verfahren bei vorhandener Netzhautablösung, Netzhautlöchern, Glaskörperblutungen oder einer fortgeschrittenen proliferativen diabetischen Retinopathie eingesetzt. Zudem kann eine Vitrektomie zur Diagnostik bei Glaskörpertrübungen durchgeführt werden. Die entnommenen Glaskörperproben können anschließend virologisch, bakteriologisch oder zytologisch untersucht werden. Auch bei Augenverletzungen mit Schädigungen an der Lederhaut führt das Verfahren zu einer Verbesserung der Prognose, da ins Auge gelangte Fremdkörper entfernt oder Antibiotika verabreicht werden können.

Glaskörper des Auges
© Alila Medical Media / Fotolia

Vitrektomie: Durchführung

Die moderne Pars-plana-Vitrektomie (PPV) findet stets im Inneren des Auges statt. Dabei wird nur die geleeartige Masse des Glaskörpers an- oder abgesaugt. Im Vergleich zu älteren Verfahren wird bei der Pars-plana-Vitrektomie kein Zug mehr auf das Auge ausgeübt. So bleibt der Druck im Auge während des Eingriffs stabil und es wird verhindert, dass das Auge während der Glaskörperabsaugung nicht in sich zusammenfällt.

Bevor mit der Glaskörperentfernung begonnen werden kann, wird das Operationsgebiet lokal betäubt. Zudem wird die Beweglichkeit des Auges durch Injektionen von Betäubungsmitteln neben und hinter dem Auge ausgeschaltet. Die Zugänge zum Glaskörper erfolgen bei der PPV durch die Wand des Augapfels in einem Bereich zwischen dem äußeren Rand der Netzhaut und dem Ziliarkörper (Pars plana Region). Dieser Bereich enthält weder große Gefäße noch unersetzliches Gewebe und eignet sich daher gut für den Zugang. Durch drei kleine Schnitte werden eine Spüldrainage, eine Lichtquelle und das Saug-Schnittwerkzeug für die Operation eingeführt. So können im nächsten Schritt die erkrankten oder beschädigten Teile des Glaskörpers entfernt werden. Durch eine Infusion wird der Druck im Auge dabei aufrechtgehalten. Zur Wiederanlegung einer Netzhautablösung kann zudem der Glaskörperraum mit Gas oder einem Silikonöl gefüllt werden.

Wichtig: Die häufige Annahme, dass durch das Absaugen des Glaskörpers ein Teil des Auges verloren geht, stimmt nicht. Stattdessen stimmt, dass der Glaskörper des Auges vor der Geburt wichtig war und seitdem bedeutungslos ist und entfernt werden sollte, sobald dort Erkrankungen auftreten. Das Auge bleibt dabei unter keinen Umständen leer, sondern wird mit einer Flüssigkeit ergänzt und aufgefüllt, sodass die Stabilität und Funktion bestehen bleiben.

Dauer

Eine Vitrektomie dauert abhängig vom Schweregrad des Eingriffs durchschnittlich zwischen 30 bis 60 Minuten. Die drei kleinen Schnitte sind meist so winzig, dass sie nach der Operation nicht vernäht werden müssen. Der Eingriff selbst findet unter stationären Bedingungen statt und bedingt einen Klinikaufenthalt von zwei bis fünf Tagen.

Komplikationen und Risiken

Wie jeder operative Eingriff birgt auch eine Glaskörperoperation eine Reihe von Komplikationen und Risiken. Die Risiken sind inzwischen jedoch beherrschbar und relativ gering. Der Nutzen der Operation wiegt das Risiko in den meisten Fällen auf.

Während und nach der Operation gilt eine Entzündung als größtes Risiko. Um das Infektionsrisiko nach der Vitrektomie zu verringern, werden auch heute noch die meisten Operationen stationär durchgeführt. So kann eine optimale Versorgung der Patienten nach der Operation sichergestellt werden. Weitere Komplikationen einer Glaskörperoperation können Schwankungen des Augeninnendruckes, Netzhautablösungen oder die Ausbildung eines Grauen Stars sein.

Je nach krankheitsbedingten Schäden an der Netzhaut kann es zudem sein, dass diese zum Teil irreparabel sind und auch eine erfolgreiche Vitrektomie nicht für die Wiederherstellung der Sehkraft sorgen kann.

Heilungsverlauf

Um den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen, sollten Patienten einige Tage und Woche bestimmte Regeln zur Nachsorge beachten. Je nach Art und Umfang der Operation sind Sport, schweres Heben oder körperliche Betätigungen für eine längere Zeit untersagt. Außerdem sollte auf direkte Sonneneinstrahlung, Make-up und ständiges Reiben an den Augen verzichtet werden. Zudem kann eine bestimmte Kopfhaltung am Tag und in der Nacht wichtig sein. Was genau zu beachten ist, gibt der operierende Arzt an den Patienten weiter.

Sending
User Review
0 (0 votes)
Anzeige

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here