US-Studie: Arbeitslose sehen schlechter

In den vergangenen 15 Jahren haben verschiedene Studien nahegelegt, dass der Anteil der schwachsichtigen Menschen stetig zunimmt. Ein Grund dafür ist unser von Bildschirmen bestimmte Lebenswandel.

Was das renommierte Johns Hopkins Hospital in Baltimore (USA) festgestellt hat, geht nun einen Schritt weiter: Nach der Auswertung von über 20.000 Datensätzen, die zwischen 1999 und 2008 im Rahmen der staatlichen Umfrage „National Health and Nutrition Examination Survey“ gesammelt wurden, konstatierte das Team um Cheryl Sherrod einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Schwachsichtigkeit.

In der Gruppe der Normalsichtigen hatten 69,5% der Teilnehmer einen festen Arbeitsplatz. Bei den Personen mit Sehschwäche (20/30 oder schlechter nach Snellen) lag der Anteil mit 42,2% deutlich niedriger. Unter dem Strich stellte die Studie fest, dass schwachsichtige Menschen im Vergleich zu Normalsichtigen drei Mal häufiger arbeitslos sind.

Selbst bei einer einfachen Kurz- oder Weitsichtigkeit lag die Beschäftigungsquote mit 61,4% spürbar unter dem Wert der Normalsichtigen. Die Korrelation zwischen Arbeitslosigkeit und Sehstörung war bei Diabetikern, Frauen und Personen unter 55 Jahren besonders ausgeprägt, so die Forscher.

Wissenschaftlich gesehen lässt sich aus der Studie dennoch keine direkte Kausalität ableiten. Ähnliche Forschungsansätze hat es bereits in der Vergangenheit gegeben, so beispielsweise mit Fokus auf die Zahngesundheit von arbeitslosen Personen. Die Verantwortlichen des Johns Hopkins Hospitals vermuten unter anderem, dass Personen mit einer Sehstörung den Einstieg ins Berufsleben erst gar nicht schaffen. In nur wenigen Ausnahmefällen könne man davon ausgehen, dass die berufliche Tätigkeit die Ursache einer Sehstörung ist.