Unterzuckerung – Was ist zu tun?

Unterzuckerung
(Foto: [© fovito], stock.adobe.com)

Eine akute Unterzuckerung äußert sich in Symptomen wie Herzrasen, Zittern und Konzentrationsstörungen. Zu einer sogenannten Hypoglykämie kommt es, wenn der Blutzuckerspiegel auf unter 70mg/100dl sinkt. Dieser Zustand ist besonders für Diabetiker gefährlich. Um den Blutzuckerspiegel wieder zu erhöhen, sollte man möglichst schnell Glucose zuführen, beispielsweise in Form von Traubenzucker, Fruchtsaft oder einer kleinen Portion Gummibärchen.

Hypoglykämie, der medizinische Fachbegriff für eine Unterzuckerung, beschreibt einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel und ist besonders für das Gehirn gefährlich, da es auf Zucker als Energiequelle angewiesen ist. Auf den Mangel reagiert der Körper mit Stresssymptomen, eine schwere Unterzuckerung kann sogar lebensgefährlich sein. Davon sind insbesondere Diabetiker immer wieder betroffen. Hier erfahren Sie Wichtiges zu den Ursachen, Symptomen und zur Behandlung der Hypoglykämie.

Was bedeutet Unterzuckerung?

Bei einer Unterzuckerung (Hypoglykämie, auch mit „Hypo“ abgekürzt) sinkt der Blutzucker in einen zu niedrigen Bereich, was sich in Symptomen wie etwa Schwitzen, Zittern, Hungergefühl bis hin zu Bewusstseinstrübungen äußern kann. Zwar gibt es keine feste Grenze, ab der die Beschwerden auftreten, die US-amerikanische Diabetes Gesellschaft (ADA) definiert eine Unterzuckerung aber bei Werten unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l).

Eine „Hypo“ kann sich jedoch bereits früher oder auch erst bei niedrigeren Werten bemerkbar machen. Vor allem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes, die schon oft Unterzuckerungen erlebt haben, kann die Wahrnehmungsschwelle mit der Zeit abnehmen, sodass sie den Blutzuckerabfall erst dann wahrnehmen, wenn der Glukosespiegel bereits tief gesunken ist. Um die eigene Empfindlichkeit für Anzeichen einer Unterzuckerung wieder zu verbessern, können Sie zum Beispiel ein Hypoglykämie-​Wahrnehmungstraining absolvieren.

Wie kommt es zu einer Unterzuckerung?

Es gibt mehrere Ursachen, warum es zu einer „Hypo“ kommen kann. Vielleicht haben Sie zu wenig Kohlenhydrate zu sich genommen, weil Sie etwa eine Mahlzeit ausgelassen haben. Oder Sie haben nach dem Sport Ihrem Körper nicht genug Energie wieder zugefügt. Bei körperlicher Aktivität nimmt der Energiebedarf zu, außerdem setzt der Körper nach dem Sport noch längere Zeit zusätzliche Kalorien um, sodass es noch Stunden später zu einer Unterzuckerung kommen kann.

Auch wenn Sie Insulin überdosiert haben, kann eine „Hypo“ auftreten. Das geschieht zum Beispiel, wenn Sie zu viel Insulin gespritzt, das Insulinpräparat verwechselt oder das Insulin zu lange vor dem Essen gespritzt haben. Falls Sie das Insulin in den Muskel gespritzt haben, setzt die Wirkung des Stoffes schneller ein. Das kann eine Unterzuckerung zur Folge haben, wenn Sie nicht rechtzeitig Kohlenhydrate essen. Haben Sie außerdem immer einen Blick auf Medikamente, die Sie zu sich nehmen – etwa die Einnahme bestimmter blutzuckersenkenden Tabletten (Sulfonylharnstoffe).

Nach dem Genuss von Alkohol (Bier, Wein, Schnaps etc.) kann der Blutzuckerspiegel stark abfallen, weshalb es insbesondere bei Alkoholkonsum am Abend schnell zu einer Unterzuckerung im Schlaf kommen kann. 

Achten Sie zudem darauf, unter welchen Umständen Insulin besser aufgenommen werden kann und wann der Stoff besser wirkt. Bei Wärme, beispielsweise nach einem Sonnenbad, geht Insulin schneller ins Blut über. In der frühen Schwangerschaft oder nach einer Gewichtsabnahme kann weniger Insulin nötig sein, weil es eine bessere Wirkung erzielt.

Was tun gegen Unterzuckerung?

Wenn Sie Anzeichen einer Unterzuckerung bei sich verspüren, sollten Sie umgehend Kohlenhydrate zu sich nehmen, die schnell ins Blut gehen. Dafür eignen sich Traubenzucker, eine kleine Portion Gummibärchen oder 100 bis 200 Milliliter Fruchtsaft oder Limonaden. Diese Dosen entsprechen ca. zehn bis 20 Gramm Glukose, was ausreicht, um den Blutzuckerspiegel ansteigen zu lassen. Fetthaltige Nahrungsmittel, wie etwa Schokolade, sind ungeeignet, weil der Fettgehalt den Übergang der Kohlenhydrate ins Blut verzögert. Sorgen Sie zudem für Ruhe in Ihrer Umgebung. Falls Sie sich nicht rasch wieder erholen, sollten Sie den Notarzt verständigen.

Bei Verdacht auf eine schwere Unterzuckerung bietet sich eine größere Menge Glukose (etwa 30 Gramm) an. Im Anschluss sollten Sie die Blutzuckerwerte engmaschig überprüfen, um einem möglichen erneuten Abfall des Blutzuckers entgegen wirken zu können. Um den Zuckerspiegel langfristig stabil zu halten, können Sie anschließend zusätzlich langsam ins Blut übergehende Kohlenhydrate essen, wie zum Beispiel eine Scheibe Brot.

Falls jemand Betroffenes bei einer Unterzuckerung nicht in der Lage ist, die Kohlenhydrate selbst einzunehmen, dürfen Sie ihr oder ihm nichts einflößen. Es könnte versehentlich in die Atemwege gelangen und zu einer Erstickungsgefahr kommen. In dem Fall rufen Sie sofort den Notdienst.

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