Unterschiedliche Augenfarben – wie ist das möglich?

Blau, Grün, Grau – die Vielfalt der menschlichen Augenfarben kennt kaum Grenzen, wenn man die zahlreichen Facetten der bekannten Hauptfarben berücksichtigt. Doch wie so oft erlaubt sich Mutter Natur auch hier der einen oder anderen Spaß: Menschen mit einer so genannten „Iris – Heterochromie“ – auch als „Heterochromia iridis“ oder „Odd-Eye“ bekannt – weisen tatsächlich zwei unterschiedliche Augenfarben auf.

Die Iris-Heterochromie ist beim Menschen vergleichsweise selten (etwa vier Fälle auf eine Million) und bei Tieren – insbesondere bei weißen oder gescheckten Haustieren – häufiger. Für gewöhnlich hat bei einer solchen Indikation jedes Auge seine eigene Farbe. Daneben gibt es noch die sektorielle Heterochromie, bei der einzelne Abschnitte des Auges unterschiedliche Farben aufweisen können. Letztere Ausprägung ist deutlich häufiger verbreitet.

Eine solche Laune der Natur beeinträchtigt wohlgemerkt nicht die Sehkraft und ist dementsprechend auch nicht behandlungsbedürftig.

Wie kommt es zu diesem Phänomen? Für die Färbung des Auges ist – genauso wie bei der Tönung von Haut und Haaren – das Pigment Melanin verantwortlich. Abhängig davon, wie viel von diesem Pigment in den Zellen eingelagert wurde, fällt die individuelle Augenfarbe dunkler oder heller aus. Viel Melanin für zu braunen, vergleichsweise wenig Melanin zu blauen Augen. Menschen mit einer Heterochromie „leiden“ unter dem Strich an einer Pigmentstörung, bei der in einem Auge weniger oder mehr Melanin angereichert wird als im anderen.

Übrigens: Ein besonders prominenter Vertreter der Iris-Heterochromie ist der britische Sänger David Bowie, dessen unterschiedliche Augen mittlerweile zu einem echten Markenzeichen avanciert sind.