Unkontrolliertes Augenzucken – Ursachen und Therapieansätze

Unkontrolliertes Phänomen: Augenzucken kommt und geht

Wir alle kennen das Phänomen: Urplötzlich zuckt das Auge unkontrolliert. Manchmal verkrampft das Sehorgan auch für einige Sekunden. In den meisten Fällen ist der Effekt am Ende genauso schnell wieder verschwunden wie er in Erscheinung getreten ist. Viele fragen sich, ob das plötzliche Eigenleben der Vorbote einer Erkrankung sein kann. Die gute Nachricht vorweg: Zumeist besteht kein ernster Hintergrund. Davon abgesehen sind die meisten hartnäckigeren Fälle effektiv behandelbar. Dennoch sollten Sie das Warnsignal des Körpers ernst nehmen und bei nächster Gelegenheit einen Spezialisten konsultieren.

Zumeist entsteht das Augen- oder Lidzucken (Muskelfibrillieren) durch Stress und anhaltende Übermüdung. Deutlich seltener sind Fälle, bei denen Infektionen am Auge, Störungen des Mineralhaushalts, psychische Störungen oder gar Tumore eine Rolle spielen. Wer an chronisch trockenen Augen leidet und diese nicht mit künstlichem Tränenfilm behandelt, erhöht das Risiko für Augenzucken unabhängig der Kernursache weiter.

Das stressbedingte Augenzucken lässt sich äußerst effizient mit einfachen Entspannungsübungen behandeln, so beispielsweise Yoga oder Mediation. Auch Massagen verfehlen nicht ihre Wirkung. In vielen Fällen reicht schlichtweg eine gehörige Portion Ruhe und Schlaf. Bei Störungen des Mineralhaushalts können gezielte Magnesium- oder Schüsslersalzkuren helfen, die auch zahlreiche weitere Beschwerden zu lindern vermögen. Wer parallel auf eine ausgewogene Ernährung achtet, macht alles richtig.

Die Behandlung von chronischen Lidkrämpfen, bei denen der Augenschließmuskel ohne aktive Beeinflussung des Betroffenen aktiviert wird, gestaltet sich schwieriger. Eine solche Bewegungsstörung (Dystonie) kann tiefgehende neuronale Ursachen haben, weshalb der Gang zum Neurologen unabdingbar ist. Dieser kann im nächsten Schritt beispielsweise eine Behandlung mit Botox nahelegen. Das Nervengift, welches insbesondere aus dem Umfeld der Schönheitschirurgie geläufig ist, kann den Schließmuskel gezielt entspannen. Während die Behandlung in der Regel komplikationsarm verläuft, bedarf es einer hohen Expertise bei der Lokalisierung der betroffenen Stelle sowie der Dosierungsabstimmung.