Übermäßiger Bildschirmkonsum verschlechtert Tränen-Werte des Auges

Studie: Übermäßiger PC-Konsum verschlechtert Tränenwerte erheblich

Viele Eltern predigen Heranwachsenden mit Nachdruck, dass Stunden vor dem Computer, der Spielkonsole oder dem Fernsehprogramm das Sehvermögen negativ beinträchtigen. Zugegeben: Ein wissenschaftlicher Beweis für diese Behauptung fehlt genauso wie für den Irrglauben, dass der Konsum von Eis Erkältungen auslösen kann. Verschiedene Studien legen mittlerweile jedoch nahe, dass an den gutgemeinten Ratschlägen der Eltern am Ende des Tages zumindest etwas Wahres dran ist.

So hat die Untersuchung des japanischen Augenheilkunders Yuichi Uchino von der Keio University festgestellt, dass übermäßige Bildschirmnutzung teils gravierende Auswirkung auf die Tränenfilmbenetzung des Auges haben kann. Im Klartext: Die überaus wichtige Befeuchtung des Sehorgans funktioniert nicht richtig, das Auge trocknet sukzessive aus. Konkret geht es hierbei um die Konzentration des Proteins MUC5AC, welches in der menschlichen Tränenflüssigkeit zu finden ist.

Wer täglich weniger als fünf Stunden vor einem Bildschirm sitzt, weist laut Yuichi Uchino eine MUC5AC-Konzentration von circa 9.6 ng/mg auf. Bei Probanden, die mehr als sieben Stunden täglich Medien konsumieren, reduziert sich der Wert auf etwa 5.9 ng/mg. Zum Vergleich: Menschen, die an einer chronischen Benetzungsstörung des Auges erkranken, liegen bei etwa 3.5 ng/mg – in einem solchen Fall spricht der Experte vom berühmten „trockenen Auge“, das mit einem anhaltenden Unwohlsein einhergeht und mit künstlichem Tränenfilm behandelt werden muss.

Uchinos Studie ist nicht die erste Abhandlung, die eine Korrelation zwischen intensiver Bildschirmbetrachtung und der Austrocknung des Auges nahelegt. Diese und andere wissenschaftliche Arbeiten zum Thema gehen davon aus, dass die reduzierte Benetzung aus einem veränderten Blinzelverhalten resultiert: Wer über einen längeren Zeitraum hinweg hochkonzentriert auf einen Bildschirm schaut, tendiert dazu die Augen weiter geöffnet zu lassen und seltener zu blinzeln. Letzteres ist jedoch für die Befeuchtung der Augenoberfläche essentiell. Schlecht klimatisierte Räume, laufende Ventilatoren und/oder Klimaanlagen können das Leiden in diesem Zusammenhang noch weiter verstärken.