Texanisches Unternehmen will Virtual-Reality-Brillen drahtlos machen

Moderne Virtual-Reality-Brillen wie beispielsweise die „Gear VR“ aus dem Hause Samsung arbeiten mit einem Smartphone, das in das Sichtfeld des Trägers gesteckt wird. Die Inhalte werden daraufhin auf diesem Smartphone abgespielt und für die beiden Augen unterschiedlich ausgesteuert, damit es zum erwünschten Effekt kommen kann. Der Nachteil: Die Qualität der Wiedergabe sieht noch so aus wie auf einem Fernseher vor zwanzig Jahren. Ein vollwertiges VR-Erlebnis, wie es aktuell insbesondere die „Oculus Rift“ von Facebook zu erzeugen vermag, ist derweil aufgrund der extrem hohen Datenmengen noch immer zwangsläufig kabelgebunden.

Die Grundvoraussetzung für eine „echte“ virtuelle Realität ist das freie Bewegen in einem Raum. Dass wissen auch alle großen Hersteller, die aktuell in diesem Kontext Lösungen entwickeln. Die Frage ist demnach nicht ob es kabellose Virtual-Reality-Brillen geben wird – sondern wann diese erstmals auf den Markt kommen werden. Womöglich kommt die Antwort diesmal nicht von Google, Microsoft oder Apple, sondern von einem kleinen Startup aus den USA: Nitero hat eine spezielle Technologie entwickelt, die der drahtlosen Übertragung hochauflösender Bilder über 60 GHz starke WLAN-Netzwerke mit geringen Latenzzeiten dient.

Dazu hat das Unternehmen 2015 einen eigens entwickelten Chip auf den Markt gebracht, der Spiele drahtlos in bester HD-Qualität funken kann. Die Kompressionsrate der Bilder lässt sich dabei je nach Bedarf zwischen Faktor 1:4 und 1:16 variieren. Der maximale Datendurchsatz der Technik beträgt 4,6 Gbps (Gigabit pro Sekunde), wobei der effektiv gemessene Durchsatz bei etwa 3,5 Gbps liegt. Zum Vergleich: Die besagte „Oculus Rift“ spielt bei einer 1.3er HDMI-Verbindung aktuell bis zu 10.2 Gbps aus. Komprimiert man die Ausgabe, könnte die Technik von Nitero schon heute eine drahtlose „Rift“ ermöglichen. Eine Sichtdistanz zum Funksender sei hierbei nicht notwendig, wie der Hersteller auf der Technologiemesse CES im Frühjahr 2016 betonte.

Nach eigenen Angaben befinden sich die Texaner aktuell in konkreten Gesprächen mit allen großen Herstellern von VR-Brillen, darunter auch Oculus und HTC. Am Ende soll die kabellose Lösung für den Hersteller sogar kostengünstiger umzusetzen sein als die Beigabe von Kabeln – zu schön, um wahr zu sein? Die „Rift“ erscheint schon sehr bald für Endverbraucher. Bis auf weiteres noch kabelgebunden.