Technischer Fortschritt: Speziallinsen helfen nicht nur bei fehlender Sehstärke

Wenn wir den Begriff „Kontaktlinse“ hören, so denken wir in der Regel an die herkömmliche Linse zur Korrektur konventioneller Fehlsichtigkeit. Doch die moderne Augenmedizin kennt darüber hinaus diverse weitere, spezielle Typen von Kontaktlinsen, die der Behandlung besonderer Indikationen dienen.

Ein verhältnismäßig weit verbreitetes Beispiel sind so genannte Verbandslinsen, die Augenärzte bei Verletzungen der Hornhaut verschreiben können – so beispielsweise im Zuge von Unfällen, Verätzungen oder Verbrennungen. Getreu ihrer Bezeichnung soll die Linse ähnlich wie ein Verband auf der verletzten Hornhaut liegen und diese während des Heilungsprozesses schützen. In der Regel handelt es sich hierbei um weiche Kontaktlinsen. Nur in besonderen Ausnahmenfällen greift der Augenarzt zu einer harten Variante.

Verbandslinsen werden in den meisten Fällen ambulant unter Beachtung besonderer Hygienemaßgaben eingesetzt. Oberstes Ziel ist der sichere Verschluss der verletzten Hornhaut ohne Bakterien und mikroskopisch kleine Schmutzpartikel, die den Abheilungsprozess stören können. Die so genannte Irisprintlinse kommt seltener zum Einsatz als die Verbandslinse. Sie hilft Patienten, bei denen im Rahmen einer Augenverletzung auch die Regenbogenhaut in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dadurch wird nicht nur das gesamte Erscheinungsbild des Auges, sondern vielfach auch die Pupille in Mitleidenschaft gezogen. Letztere wird verzogen, wodurch nicht zuletzt mehr Licht ins Auge fällt. Um den damit zusammenhängenden, störenden Blendungserscheinungen zu begegnen, können spezialisierte Optiker individuell maßgeschneiderte Irisprintlinsen herstellen. Das Auge erlangt damit ein natürliches Aussehen, der beschriebene Blendeffekt bleibt aus.

Schließlich kann eine krankhafte Verwölbung der Hornhaut – eine so genannte Keratokonus– die Anfertigung von Speziallinsen notwendig machen. Eine solche Verwölbung lässt sich ab einer bestimmten Ausprägung nicht mehr durch eine herkömmliche Brille ausgleichen. Bei entsprechenden Indikationen greifen Augenärzte heute zu ebenfalls maßgeschneiderten, formstabilen Speziallinsen. Thema Kosten: Bei medizinisch eindeutig begründeten Indikationen werden die Aufwendungen für solche Spezialanfertigungen mindestens teilweise von den gesetzlichen Kassen getragen. Es ist ratsam entsprechend spezialisierte Mediziner um eine Beratung zu ersuchen.