So können Sie Ihre Makuladegeneration effektiver und verträglicher therapieren

Wenn Menschen jenseits des 60. Lebensjahres in den westlichen Industrienationen erblinden, so geht dies in den meisten Fällen auf die so genannte Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zurück.

Die tückische Netzhauterkrankung betrifft den „Gelben Fleck“, in dem wiederum die „Fovea centralis“ („Punkt des schärfsten Sehens“) liegt. Bei einer Makuladegeneration wird die Funktion unterschiedlicher Sinneszellen in diesem Bereich fortwährend beeinträchtigt, was unbehandelt zu einer signifikanten Sehbehinderung oder gar der vollständigen Erblindung führen kann. Angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft nehmen AMD-Diagnosen Jahr für Jahr zu – dementsprechend auch der Bedarf für neue Therapieformen.

Bislang mussten sich AMD-Betroffene einer strapaziösen, langwierigen Therapie unterziehen, bei der kostspielige Medikamente direkt ins Auge injiziert werden. Um ein Fortschreiten des Sehkraftverlustes aufzuhalten, sind jene Injektionen in kurzen Abständen und vor allem lebenslang notwendig. Eine Antwort auf dieses Problem könnte die Oraya-Therapie sein, die auf die stereotaktische Radiotherapie mit niederenergetischer Röntgenstrahlung setzt. Konkret werden im Rahmen der Behandlung spezielle Röntgenstrahlen direkt auf die betroffene Augenregion gerichtet, wodurch eine geringe Menge von Energie an die Zellen abgegeben wird. Diese hemmt die Entzündung und verhindern so die gefährliche Wucherung.

Eine entsprechende Behandlungssitzung nimmt nur etwa 20 bis 30 Minuten in Anspruch, wobei die eigentliche Bestrahlung höchstens fünf Minuten andauert. Die anno 2013 veröffentlichte „Intrepid-Studie“ stellte fest, dass eine Vielzahl der Bestrahlten die Anzahl besagter Medikamentinjektionen infolge der Oraya-Therapie deutlich reduzieren konnte. Dabei wurde die Sehkraft mindestens erhalten, in einigen Fällen auch messbar verbessert.

Die Kosten für die Oraya-Therapie werden von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen auf Antrag übernommen. Im Falle einer Ablehnung lohnt sich in vielen Fällen das Widerspruchsverfahren. Von Nachteil ist die Tatsache, dass die Oraya-Therapie lediglich in speziell ausgerüsteten Kliniken angeboten werden kann. In wieweit die Anzahl solcher Behandlungen künftig zunehmen wird, hängt nicht zuletzt von der Forschung ab: Zahlreiche Unternehmen arbeiten aktuell an alternativen Therapieansätzen für die Makuladegeneration.