Senioren am Steuer lehnen regelmäßige Checks ab

Autofahren im Alter: Senioren lehnen regelmäßige Checks mehrheitlich ab

Die Diskussion um Fahrtüchtigkeit älterer Straßenverkehrsteilnehmer entfacht alle Jahre wieder aufs Neue. Fakt ist, dass Sehkraft und Reaktionsfähigkeit mit fortschreitendem Alter deutlich nachlassen. Fakt ist auch, dass der Rentner von heute fitter durchs Leben geht als jemals zuvor. Menschen jenseits der 65. Möchten sich ihre Freiheit aus diesem Grund möglichst lange erhalten: Sie reisen, gehen auch nach Eintritt ins Rentenalter einer beruflichen Tätigkeit nach und fahren eben auch Auto.

Ebenso nicht von der Hand zu weisen ist die Tatsache, dass der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung stetig wächst – in den letzten 20 Jahren von 15,1 auf 20,7%. So lebten Ende 2012 knapp 17 Millionen Menschen über 65 in der Bundesrepublik. Kurzum: Die Debatte um ältere Herrschaften im Straßenverkehr ist ein bis dato ungelöstes Dilemma.

Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) stellte jüngst fest, dass jeder zweite Autofahrer (55 Prozent) die Einführung eines regelmäßigen „Fahrfitness-Tests“ im Alter begrüßt. Erstaunlich: Je älter die Umfrageteilnehmer wurden, desto geringer fiel die Ausprägung der Akzeptanz aus. In der Gruppe der Verkehrsteilnehmer über 60 wollten sich nur noch 36 Prozent einem solchen Test unterziehen. Bei den Teilnehmern über 65 vertreten 78 Prozent die Meinung, dass ein Check erst dann angebracht ist, wenn der betroffene Verkehrsteilnehmer seine nachlassende Fahrtüchtigkeit selbstständig bemerkt.

Problematisch dabei ist die Tatsache, dass die Selbstwahrnehmung der Fahrtüchtigkeit mit fortschreitendem Alter stellenweise deutlich verfälscht wird. Die Unfallstatistik spricht jedenfalls klar dafür: Anno 2013 waren Auto- und Zweiradfahrer zwischen 60 und 65 Jahren bei 54 Prozent aller Verkehrsunfälle der Unfallverursacher. Bei den 70- bis 75-jährigen Teilnehmern wächst dieser Anteil gar auf knapp 65 Prozent. Im Vergleich zur Gruppe der 30- bis 60-jährigen ist der Anteil der Unfallverursacher bei den über 75-Järhigen doppelt so hoch, mahnen Experten. Es bleibt daher abzuwarten, wie der Gesetzgeber diesem doch sehr greifbaren Problem künftig begegnen wird.