Sehschwäche bei Kindern: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

Vorweg die gute Nachricht: In den meisten Fällen kann eine Schwachsichtigkeit im Kindesalter zuverlässig diagnostiziert werden – den insgesamt sehr gut aufgeklärten Eltern und entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen sei Dank.

Trotzdem wird eine Sehschwäche bei etwa 25% der Kinder nicht erkannt. Zudem wird jedes 20. Kind zu spät behandelt. Solange sich das Gehirn noch im Entwicklungsprozess befindet, kann dies irreversible Folgen nach sich ziehen: Bei der so genannten Amblyopie wird die Wahrnehmung über ein Auge nach und nach „ausgeschaltet“, weil beispielsweise ein Mikrostrabismus (minimales Schielen) vorliegt. Infolgedessen wird die Verbindung zwischen Auge und Gehirn nicht ausreichend entwickelt, wodurch eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung verbleibt.

Die Selbstdiagnose daheim ist problematisch, da kleine Kinder nicht zuordnen können, ob ihre Sicht getrübt ist oder nicht. Statistisch gesehen sind nur fünf bis zehn Prozent aller Kinder von einer Sehschwäche betroffen. Eine eindeutige Diagnose gelingt am Ende des Tages nur dem Augenarzt. Die Beobachtungsgabe der Eltern kann jedoch erste Hinweise liefern: Greift das Baby zielsicher nach Gegenständen? Reagiert es auf direkten Lichteinfall ins Auge?

Eltern sollten weiterhin genau darauf achten, ob die Augen des Sprösslings schielen. In den ersten Monaten ist es völlig normal, dass die Stellung „feinjustiert“ wird. Ein permanentes Schielen muss jedoch rechtzeitig korrigiert werden, um die besagte Amblyopie zu vermeiden.

Häufiges Augenzittern und eine überdurchschnittliche Tollpatschigkeit – so zum Beispiel durch ständiges Stolpern – sollten Eltern ebenfalls zu denken geben. Bleibt eine etwaige Sehschwäche bis zum Schulalter unkorrigiert, kann das Kind Kopfschmerzanfälle aufgrund von regelmäßiger Überanstrengung der Augen erleiden. Sofern der Arzt keine sonstige Ursache für die Kopfschmerzen ausmacht, ist der Gang zum Augenarzt dringend nahezulegen.