Sehkraft: Immer mehr Profisportler lassen Augen lasern

Der Lasereingriff am Auge ist mittlerweile im Massenmarkt angekommen: So gibt es hierzulande kaum eine größere Innenstadt, die ohne entsprechend spezialisierte Kliniken auskommt– Tendenz steigend. Eine grundsätzliche Eignung für das Verfahren, professionelle Durchführung und genaue Nachsorge vorausgesetzt, ist ein Lasik-Eingriff tatsächlich zielführend. Früher gingen Menschen mit deutlicher Sehschwäche ein solches Risiko ein. Heute lassen sich auch Menschen mit minimalen Abstufungen lasern, um die Brille endgültig hinter sich zu lassen. Immer häufiger auf dem OP-Stuhl: Spitzensportler vom Golf über den Radsport bis hin zu Fußball und Tennis.

Gerade bei Präzisionssportarten wie Golf kann eine Verbesserung der Sehkraft einen spielentscheidenden Vorteil ausmachen, weil der Spieler beispielsweise Terrainunterschiede durch einen besseren Kontrast genauer einschätzen kann. Menschen ohne Sehschwäche haben einen Visus von 1,0 – je nach Konstellation lässt sich dieser Wert durch Lasern auf bis zu 2,0 bringen. Ein Sportler kann am Ende des Tages also tatsächlich doppelt so gut sehen wie seine normalsichtigen Konkurrenten sowie deutlich besser als Konkurrenten mit Sehschwäche. Über-Golfer Tiger Woods erkannte dies früh und ließ sich bereits 1999 lasern. Profis wie Bernhard Langer und Retief Goosen folgten. Letzterer spielte nach dem Eingriff in der Form seines Lebens, schaffte anno 2001 gar den Sprung in die globale Top-10.

Neben Golfern haben auch Biathleten, Beach Volleyballer, Mountain-Bike-Fahrer und Fußballer das Lasern für sich entdeckt. Manche Kliniken werben heute ganz bewusst mit Profisportlern als Testimonials. Bleibt die Frage, ob das operative Verbessern der Sicht in letzter Konsequenz mit Epo-Doping vergleichbar ist, wo ein Sportler durch zusätzliche rote Blutkörperchen seine Leistung verbessert?

Das Thema ist umstritten und kann moralisch wie sport-rechtlich vielschichtig diskutiert werden. Fakt
ist, das Epo im Gegensatz zu einer Lasik-OP eindeutig auf der Doping-Liste steht. Daran dürfte sich in absehbarer Zukunft auch nichts ändern. Den Kritikern des „Augendopings“ fehlt nämlich eine belastbare Argumentation, ist der Einfluss von Sehstärke auf sportliche Leistung bislang doch kaum wissenschaftlich erforscht.