Schlecht für die Sehstärke: Schädigt häufiges Fernsehen schauen unseren Augen?

Kinder lieben den Fernseher. Eltern hingegen wollen den Konsum auf ein gesundes Maß reduzieren. Oftmals muss dann die Gesundheit der Augen als Argument herhalten: Wer zu viel Fernsehen schaut, der schädigt seine Augen – so oder so ähnlich lautet ein aus Kindertagen bekannter Mythos. Zum Tag der Arbeit am 01. Mai klären wir diesen Mythos auf.

Fernsehen verschlechtert nicht das Sehen

Wer als Kind heimlich doch öfter Fernsehen geschaut hat als erlaubt, muss keine Angst haben: Tatsächlich hat die Sehkraft nichts mit der Dauer des Fernsehkonsums zu tun. Ein Verzicht auf Fernsehen kann daher auch nicht die Sehkraft verbessern. Dies gilt sowohl für Kinder als auch für Heranwachsende und Erwachsene. Klar ist aber natürlich auch: Ein Spaziergang durch den Wald ist insgesamt natürlich deutlich gesünder als ein Tag vor dem Fernseher auf der Couch.

Woher stammt der Mythos?

Alter Fernseher von Sharp Tatsächlich kann die Art und Weise wie jemand Fernsehen schaut, Hinweise auf Probleme mit den Augen geben. Sitzt jemand beispielsweise immer deutlich näher als andere am Bildschirm, kann dies ein Anzeichen für Kurzsichtigkeit sein. Gehen die Eltern mit dem Kind dann zum Augenarzt, kann es passieren, dass dieser die Problematik erkennt und diagnostiziert – die Eltern dafür aber dann den Fernsehkonsum verantwortlich machen. Tatsächlich war die Kurzsichtigkeit aber natürlich schon vorher da. Experten gehen davon aus, dass solche und ähnliche Fehlschlüsse zur Entstehung des Mythos beigetragen haben. In der Regel bekommen die Kinder bei Kurzsichtigkeit eine Brille oder Kontaktlinsen.

Müde Augen beim Fernsehschauen

Ein weiterer Faktor könnte sein, dass die menschlichen Augen schneller ermüden und leichter gereizt sind, wenn sie lange ein bestimmtes Objekt anstarren. Genau dies geschieht beim Fernsehkonsum. Durch die dauerhaften Bilder blinzeln wir seltener – was dazu führt, dass die Tränenflüssigkeit schlechter verteilt wird. Bei Menschen mit ohnehin trockenen Augen kann dies zu einer Rötung der Augen oder einem Juckreiz führen. Eine Beeinträchtigung der Sehstärke ist damit aber nicht verbunden. Die Konzentration auf dem Bildschirm sorgt zudem dafür, dass die Muskeln in den Augen einseitig belastet werden. Dies führt zu einer Ermüdung der Augen – die aber wieder verschwindet, wenn man den Blick etwa alle zwanzig Minuten einmal in die Ferne schweifen lässt.

Fazit: Fernsehen schadet nicht der Sehkraft

Mädchen schaut Fernsehen im BettAuch wer den ganzen Tag vor dem Fernseher – oder Computerbildschirm – sitzt muss sich also keine Sorgen um seine Sehkraft machen. Es kann der Sehkraft aber auch nicht schaden, dem Auge ab und zu etwas Abwechslung zu gönnen.
 
 
 

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