„Schlaf“ im Auge: Alltagsphänomen schnell erklärt

Wer kennt es nicht: Tag für Tag steht man auf, reibt sich kurz die Augen und stellt fest, dass dabei immer wieder eine leicht ölige Substanz austritt. „Da ist noch Schlafsand drin!“ hört man dann in Anlehnung an das berühmte Sandmännchen, wenn man sich am Frühstückstisch mehrfach die Augenwinkel kratzt. Andere sprechen von „Schlafkörnchen“ oder „Matzel“. Hinter allen Bezeichnungen steckt tatsächlich eine Mixtur aus Salzen, Proteinen, Haut- und Blutzellen, Schmutzpartikel und einem Sekret der Bindehaut. Obendrauf kommt eine Substanz, die in den so genannten Meibomdrüsen des Auges hergestellt wird.

Dabei handelt es sich um Talgdrüsen, die am Lidrand sitzen und verschiedene essentielle Funktionen erfüllen. Eine davon ist der luftdichte Verschluss des Auges. Auch sorgt das Meibum-Sekret dafür, dass Tränen beim Weinen nicht direkt über den Lidrand auf die Wangen kullern, sondern seitlich austreten. Während der Nacht sammeln sich die eingangs erwähnten Bestandteile nach und nach im Augenwinkel. Da die Produktion von Tränenflüssigkeit heruntergefahren wird, kann das Auge nicht ausreichend gereinigt werden. Bis zum Morgen trocknet der besagte Mix und wird hart. Das, was am Ende im Auge verbleibt, nehmen wir schließlich als „Schlaf“ wahr. Für gewöhnlich klingt das etwas eigenartige Fremdkörpergefühl spätestens nach einer gründlichen Gesichtswäsche vollends ab. Tagsüber bleibt das Phänomen aus, da der Schleim durch ständiges Blinzeln automatisch weggespült wird. Selbstverständlich ist die Bildung von „Schlafsand“ absolut ungefährlich.